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April '14



Konservative Kinderstube

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In letzter Zeit blöken sie laut. Die alten, weißen Männer, die sich von Political Correctness unterdrückt fühlen, die sich “Tugendterror” ausgesetzt oder sogar hinter jeder Ecke “Umerziehung” lauern sehen.




Sie beschweren sich, dass die ‘links-gleichgeschaltete Presse’ es nicht goutiert wenn man die Ehe zweier homosexueller Menschen als ‘defizitär’ bezeichnet und in einem Aufwasch gleich noch gehörlose Menschen als ‘Fehler der Natur’. Sie wollen “Man wird doch noch mal sagen dürfen …” sagen dürfen. Oft und laut.

Das man sich nicht über andere Menschen erhebt, in dem man diese abwertet, ist eine Sache des Respekts. Respekt bedeutet, man ruft nicht dazu auf einen schwarzen Menschen darzustellen, in dem man andere auffordert sich ‘Schuhwichse oder Dreck’ ins Gesicht zu schmieren. Respekt bedeutet, man bezeichnet Mitglieder der Volkgruppen der Sinti oder Roma nicht mit dem Begriff ‘Zigeuner’ der sich etymologisch aus ‘umher ziehender Gauner’ herleitet. Respekt bedeutet, dem anderen Geschlecht oder Angehörigen einer fremde Religion nicht pauschal eine unterlegene Intelligenz zu unterstellen. Echter Respekt bedeutet, Respekt nicht nach dem Wert eines anderen Menschen zu verteilen. Nach seiner Arbeitsfähigkeit, seinem Besitz, seiner Hautfarbe, seiner Herkunft oder seinem sozialen Status.


Respekt ist die Grundlage des täglichen Umgangs miteinander. Man nennt das auch gutes Benehmen, Höflichkeit, Kinderstube oder schlicht ‘Kultur besitzen’. Ur-konservative Werte, eigentlich.

Doch diese werden bedenkenlos und noch möglichst öffentlich über den Haufen geworfen, weil die alten, weißen Männer Schwächlinge sind. Schwächlinge, die die Unterlegenheit anderer brauchen um jemand zu sein. Respektlose, die respektlos agieren, weil sie sich selbst nicht respektieren.

Sie verdienen unser Mitleid.

Posted by Mela Eckenfels

02/26/2014 at 20:14:50

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Szenen einer Ehe: Verbalsadismus

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Bernd füllt Wasser in die Etagenheizung der Burg Geekenfels nach.

Bernd: Das waren jetzt ja 'nur' hunderte Liter. Man fragt sich ja schon ...

Mela: Was?

Bernd: ... wo das ganze Wasser bleibt.

Mela: Die Heizung schwitzt es durch die Rippen?


Posted by Mela Eckenfels

11/21/2013 at 22:46:24

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Szenen einer Ehe: Login

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Bernd arbeitet an einer Testinstallation.

Bernd: Hm, und jetzt müsste ich noch den Login wissen.

Mela: (halb abwesend) Steht der nicht in deinem Passwortsafe?

Bernd: Das ist frisch installiert!

Mela: Du hast ein Passwort bei der Installation festgelegt und nicht gleich in den Passwortsafe eingetragen?

Bernd: (grollend) Ich musste kein Passwort angeben!

Mela: (wieder halb geistesabwesend) Achso. "admin", "admin".

... Einige Minuten später ...

Bernd: ARGH!!!

Mela: (kommt aus dem anderen Zimmer angeflitzt) Was?

Bernd: Es war "admin" "admin".

Mela: Hab ich doch gesagt?

Bernd: Wie konntest du das wissen?

Mela: (hebt die Hände entschuldigend) 20 Jahre IT?

Posted by Mela Eckenfels

11/12/2013 at 22:31:31

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Request für Ausleihe - Bücher zur frühen Neuzeit gesucht

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Anfang des nächsten Monats geht mein Studium an der Open University mit dem Modul A200 Exploring history: medieval to modern 1400-1900 in die 5. Runde. Ein Blick auf die Liste der empfohlenen Lektüre zeigt, dass es ein weitaus teurerer Spaß werden könnte, als die beiden* Bücher* die wir uns bereits als sogenannte "Set books" anschaffen mussten.

In Anbetracht, dass ich im Studium einen Schwerpunkt auf History und den zweiten auf "Creative Writing" lege, lohnt es sich sicherlich das eine oder andere Buch für die private Handbibliothek anzuschaffen. Einige gibt es recht preiswert für den Kindle, andere, wie zum Beispiel "Candide", befinden sich schon im Hause Eckenfels, manches finde ich sicherlich in nahen Bibliotheken oder schlimmstenfalls per Fernleihe. Dennoch würde ich mich bei den folgenden Büchern freuen, wenn ich sie entweder preisgünstig gebraucht erwerben könnte oder sie als Dauerleihgabe bis zum Juni/Juli 2014 ausleihen könnte.

Also wenn ein Buch aus der Liste in eurem Regal steht und ihr es temporär oder dauerhaft nicht mehr benötigt, würde ich mich über einen Preisvorschlag oder das Leihangebot freuen:



Vielen Dank schon mal, falls ein paar von euch nun ihre Bücherregale durchstöbern!

(*) Amazon-Affiliate-Links

Posted by Mela Eckenfels

09/02/2013 at 16:43:00

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Don't drink and advertise

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Ein klarer Kopf beim Autofahren ist eine wichtige Sache. Bei einigen Werbekampagnen wünscht man sich, die Werber hätten eben auch einen klaren Kopf behalten.

Wie zum Beispiel bei der Kampagne, die Christiane vom Behindertenparkplatz aufgestöbert hat.

"Lass dein Auto stehen, wenn du gehen willst." titelt die Agentur Karmacom aus Freiburg.

Was mich so fuckin' wütend an der Kampagne macht ist:

Viele Diskounfälle enden tragisch, nämlich tödlich. Doch auf die tödliche Konsequenz hinzuweisen, war den Werbern hier nicht genug. Das macht ja jeder. Etwas neues muß her. Noch einen draufsetzen also.
Und wie setzt man einen drauf? Nach Ansicht der Agentur ist das der Rollstuhl. Und das ist so unfassbar, dass ich mich hier vor Wut und Unglauben kaum noch einkriege.

Es lässt so tief in die Gedankenwelt der Macher blicken. Der Rollstuhl als Drama. Das Leben im Rollstuhl als schlimmer als der mögliche Unfalltot.

Ich fasse es nicht. Wer nach einem Unfall im Rollstuhl landet hat verdammt nochmal unglaubliches Glück gehabt. Sein Leben geht weiter. Er ist mobil. Er kann leben, studieren, arbeiten, Kinder bekommen und vielleicht an einem Triathlon teilnehmen.

Aber immerhin, laut Agentur war ja alles nicht so gemeint. Und weil es alles nicht so gemeint ist und die teure Kampagne auch schon rollt, lässt man alles wie es ist. Nur mit dem kleinen Hinweis, dass es nicht diskriminierend gedacht ist. Ehrlich!!!11!

Ich gehe mich jetzt übergeben.

Posted by Mela Eckenfels

08/09/2013 at 12:38:48

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Szenen einer Ehe: Antik

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Mela *seufzt*: Irgendwann werde ich mich dran gewöhnen, dass unter Linux "Stable" gleichbedeutend mit "veraltet" ist.

Bernd *trocken*: Stable ist nicht veraltet, sondern antik.

Posted by Mela Eckenfels

07/09/2013 at 00:47:28

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Szenen einer Ehe: Die meistverwendeten Worte

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Jede Ehe hat ihre eigenen, typischen Begriffe die nahezu täglicher Bestandteil der ehelichen Kommunikation sind. Dies sind unsere:

Mela: SMACK "AU!"

Bernd: resigniert "Was diesmal?"


Posted by Mela Eckenfels

06/19/2013 at 23:55:05

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Szenen einer Ehe: Die beste Kundin

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Mela wundert sich über einen neuen Twitter-Follower.

Mela: ... von Langenscheidt ...

Bernd: Was hast du mit Nachschlagewerk-Verlagen zu tun?

Mela: Ich bin ihr einziger, letzter und bester Kunde?

Bernd: (trocken) Ja, das stimmt wohl.


Posted by Mela Eckenfels

06/16/2013 at 21:56:41

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Blogparade: Wie habt ihr Fremdsprachen gelernt?

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Meine Mit-Textine Ricarda Essrich hat eine Blogparade zum Thema "Wie habt ihr Fremdsprachen gelernt?" ausgerufen. Da Fremdsprachen bei mir so eine Sache sind, nehme ich den Faden nur zu gerne auf und berichte mal über meine verschlungenen Wege.

Vorweg, ich bin Legasthenikerin und habe ADS. Beides ist nicht unbedingt eine Win-Basis zum erfolgreichen Erlernen einer Fremdsprache.


Kindergarten und Grundschule



Glücklicherweise durfte meine Generation noch ohne Chinesisch ab Kindergarten aufwachsen. Wir spielten und unsere Kindergärtnerinnen lasen Geschichten auf Deutsch vor. Aber an den meisten Tagen fand einfach statt, was man heute dann fachlich “Freies Spiel” nennt. Und so sollte das auch sein, meiner Ansicht nach.

Auch die Grundschule war frei von Fremdsprachen-Unterricht und das war gut so. Ich habe zwar schon damals leidenschaftlich gerne Aufsätze geschrieben, aber meine Rächtschraibunk brachte auch hartgesottene Lehrer zum Weinen.

Auch ansonsten lebten wir zwar nahe der US-Airbase Sembach und einige amerikanische Familien hatten sich in unserem Neubaugebiet ein Häuschen gemietet, aber Gespräche mit deren Kindern blieben eher etwas einsilbig.

Gymnasium

Das Drama begann mit dem Übergang zum Gymnasium. Englisch und Mathe waren bald meine Horrorfächer. Vor allem das Vokabellernen war meine Nemesis. Jedes Mal wenn ich nur das Vokabelheft auspackte, schaltete mein Hirn auf geistigen Bildschirmschoner.

Die 6. Klasse musste ich dann auch wegen meiner unterirdischen Leistungen in diesen beiden Fächern wiederholen.

Ab der 7. Klasse wurde es nicht unbedingt besser. Dank Nachhilfe rutschte ich immer gerade so durch, aber jetzt war noch Latein dazu gekommen.

Latein hatte ich ganz bewusst gewählt und Französisch vorgezogen. Das hauptsächlich aus zwei Gründen. Ich habe eine sehr vom Hören abhängige Legasthenie. Das heißt, ich schreibe oft, wie ich etwas höre. Dadurch entstehen zum Beispiel die typischen Verwechslungen zwischen einem harten D und T oder aber ich lasse stimmlose Endungen weg. Noch heute fange ich an phonetisch zu schreiben, wenn ich müde werde (mea culpa an alle meine Editorinnen und Lektorinnen). Französisch ist keine sonderlich geeignete Sprache, wenn man ständig versucht die Worte so niederzuschreiben, wie sie beim Hören klingen (und man dann auch noch einen kleinen Knick in der Verarbeitung des Gehörten hat). Ausserdem war ich damals schon ein Geschichts-Nerd und mich reizte die Aussicht, im Lateinunterricht ständig alte Sagen und Geschichten lesen zu dürfen.

Demzufolge war der Lateinunterricht meine Hassliebe. Ich liebte die Geschichten in den Lehrbüchern, aber ich war ein hoffnungsloser Fall. Die Sprache tatsächlich zu lernen überforderte mich völlig.

Je länger ich auf dem Gymnasium blieb um so mehr hinkte ich in puncto Fremdsprachen hinterher. Ich habe wirklich alles versucht. Ich habe stapelweise Bücher über Lernmethoden gelesen. Ich habe mir die Vokabel auf Poster geschrieben und übers Bett gehängt und sie hingen auch an der Wand gegenüber dem Klo und der Badewanne. Egal wie oft ich sie ansah, egal wie oft ich paukte, egal wie oft ich die Zeit meiner Nachhilfelehrer vergeudete … sie blieben einfach nicht in meinem Kopf hängen.

In der 10. Klasse stand ich mal wieder auf der Kippe, aber an sich hätten meine Englischleistungen noch für eine 4 ausgereicht. Meine Englischlehrerin erklärte mir süffisant auf einem Ausflug, es hätte jetzt dann doch nicht für eine 4 gereicht. Ich und alle anderen wussten, es lag nicht an meinen Englischleistungen, sondern daran, dass unser Direktor Solidarität nicht mochte. Und als Klassensprecherin hatte ich mich zu Schülern solidarisch gezeigt, die von der Schule unfair behandelt worden waren. Nur sagen es meine Eltern leider anders und das war es dann mit meiner Gymnasialkarriere.

Während meiner Gymnasiallaufbahn hatte ich mir gelegentlich etwas Geld als Babysitterin bei den US-Familien in unserem Dorf verdient. Für die einfache Verständigung reichte mein Englisch gerade so aus. Richtige Unterhaltungen konnte ich nicht führen.

Mein Latinum hatte ich natürlich auch nicht geschafft.

Ausbildung

Zur Ausbildung (schulisch) gehörte kein Sprachunterricht, aber ich hatte Zusatzunterricht belegt, um meine Abschlüsse nachzuholen. Hier erlebte ich es zum ersten Mal, richtig gut in Englisch zu sein. Schlicht, weil das Niveau sich maximal auf der 8. Klasse Gymnasium erlebte. Insofern war es wohltuende Erholung.

Allerdings wurden die Ausbildung und ich nicht glücklich miteinander und wir trennten uns unter Absingen schmutziger Lieder nur 1 1/2 Jahre später.

Die Zeit der 100 Anläufe

Endlich fern von Zuhause war meine berufliche Perspektive erst einmal ‘Jobben’. Dennoch habe ich über die Jahre hinweg mehrere Anläufe genommen, meine Abschlüsse nachzuholen. Darunter u.a. eine Abendschule. Hier durfte ich dem Englischunterricht weitgehend fern bleiben, denn der Rest der Klasse arbeitet weit unter meinem Niveau.

Wie das kam?

In der Zwischenzeit hatte ich angefangen Bücher meiner Lieblingsautoren auf Englisch zu lesen, weil ich nicht auf die deutsche Übersetzung warten wollte. Zuerst war das eine harte Sache und ich buchstabierte mich mehr schlecht als recht und immer mit dem Wörterbuch daneben durch die Seiten. Mit der Zeit wurde es flüssiger.

Trotz einem Notendurchschnitt im Bereich 1.x blieb jeder meiner diversen Anläufe ergebnislos. Meine Gesundheit goutierte die Doppel- teils Dreifachbelastung nicht wirklich gut.

Die Zeit in der IT

Die einfache Erkenntnis, die ich aus dieser Zeit mitnahm war, dass ich einerseits sehr gut autodidaktisch lerne und es mir mehr bringt, wenn ich in meinem eigenen Tempo lerne. So brachte ich mir in wenigen Jahren genug Wissen bei, um selbstständig als Unix-Systemadministratorin zu arbeiten.

Die Lingua franca der Computerindustrie ist Englisch. Und zu den freiwillig und gerne gelesenen Romanen kamen nun noch tonnenweise Manpages und andere Fachliteratur. Auch hier lief es am Anfang ziemlich zäh und ich musste mich für jeden weiteren Text neu überwinden, doch mit jedem Text lief es ein bisschen besser.

In dieser Zeit wurde ich auch öfter als Dozentin für Systemadministration und verwandte Themen gebucht. Teilweise unterrichte ich in Umschulungsmaßnahmen, zu denen nur Hochschulabsolventen zugelassen wurden.

Jedes englischsprachige Dokument sorgte dort für Unmut und Probleme und ich stellte irritiert fest, dass selbst Menschen mit Doktortitel Englisch weniger flüssig lasen als ich.

Mein Status zu dieser Zeit: Prima Fachenglisch. Lesen: ausgezeichnet. Schreiben: mau. Sprechen: urks.

Die Zeit nach der IT

Leider goutierte meine Gesundheit auch den Job als Frau in der Not, Feuerwehr und wandelnde Befehlsreferenz nicht sonderlich. Vor allem stand sie nicht auf Großraumbüros.
Also zog ich um ins Heimbüro, um mich meiner ältesten Leidenschaft zu widmen: Dem Schreiben.

2009 kam es dazu, dass wir unser Buch ins Englisch übersetzen sollten. Ich übersetzte meine Kapitel zu Beginn mit viel Mühe und meine Co-Autorin räumte mein Holper-Englisch am nächsten Tag auf. Gegen Ende der Aufgabe hatte ich den Eindruck mein Schriftenglisch würde zunehmend flüssiger.

So eine rasende Wissens-Entwicklung hatte ich lange nicht mehr erlebt. Es fühlte sich ein klein bisschen wie ein Rausch an. Ich war plötzlich süchtig und wollte mehr davon.

Mein Status zu dieser Zeit: Prima Fachenglisch. Prima Küchenenglisch. Lesen: ausgezeichnet. Schreiben: recht gut. Sprechen: urks.

Open University

Meine fehlenden Abschlüsse machten jede höhere Bildung in Deutschland unmöglich. Etwa fünf Jahre NOCH MAL an den Versuch zu hängen mein Abitur nachzuholen, kam nicht in Frage. Ich hatte schon bei den vergangenen Anläufen gemerkt, dass ich mich autodidaktisch deutlich über Abiturniveau gebildet hatte und ich wusste, ich würde mich zu Tode langweilen. Langeweile kommt bei ADS nicht in Frage. Ich wusste, ich würde erneut am Abitur scheitern müssen. Nicht weil ich zu doof bin, sondern weil ich nicht in der Lage bin, langweiligen Kram ausschließlich für Prüfungen und Abschlüsse stur zu pauken und dabei auch nur eine Sache verliere, von dem man nahe 40 nicht mehr so viel hat: Zeit.

Von meiner Co-Autorin Petra hatte ich mal von der Open University gehört. Das kam mir gerade recht. Nicht nur konnte ich dort ohne Abitur studieren, nein ich konnte beziehungsweise musste auch noch auf Englisch studieren.

Auf Englisch! Ich!

Es war ideal um es mir selbst zu zeigen und auch um es allen anderen zu zeigen, die immer an mir gezweifelt hatten.

Ich belegte zuerst einen “Short Course” um einfach mal zu schauen, ob es klappen könnte und ich mich nicht doch überschätze. Ich bestand den Short Course “Start Writing Essays” zwar nicht mit links, aber doch noch relativ leicht.

Zu Beginn schrieb ich meine Essays auf Deutsch und übersetzte sie dann ins Englische. Schon während der Hälfte des 2. Kurses, dem ersten ‘richtigen’ Kurs, begann ich zunehmend direkt auf Englisch zu schreiben.

Soeben habe ich meinen 5. Kurs abgeschlossen und damit die Halbzeit meines BA History with Creative Writing erreicht. Inzwischen schreibe ich wissenschaftliche Essays aber auch literarische Texte und Lyrik flüssig auf Englisch. Trotz einiger Grammatik-Schwächen sind meine englischen Texte oft fehlerfreier als meine deutschen.

Beim letzten Online-Sprach-Einstufungstest habe ich vor ca. 1 1/2 Jahren einen Wert irgendwo zwischen B2 und C1 erreicht (und ich war dabei nicht sehr aufmerksam).

Und irgendwo tief in mir schüttelt die Genugtuung, es wirklich allen gezeigt zu haben, wild ihre Haare,

Während des Fernstudiums fanden immer wieder Tutorials in einem Online-Konferenzraum statt und mein letzter Kurs bot zusätzlich zwei “Day-Schools” an. Dadurch hat sich nicht nur mein Schriftenglisch gebessert, sondern ich kann mich nun auch weitgehend stolperfrei auf akademischem Niveau unterhalten.


Mein Status aktuell: Gutes Fachenglisch. Gutes Küchenenglisch. Lesen: ausgezeichnet. Schreiben: sehr gut. Sprechen: Gut.


Andere Sprachen:

Latein: Reicht nicht einmal mehr aus um kurze Inschriften zu entziffern. Da ich aber ernsthaft darüber nachdenke noch den Master dran zu hängen, überlege ich mein Latinum nachzuholen. Inzwischen würde ich es, glaube ich, eher schaffen als damals in der Schulzeit.

Französisch: Da ich regelmäßig über die Grenze zum Einkaufen fahre, kann ich inzwischen ganz gut die Etiketten lesen.

Deutsche Gebärdensprache (DGS): Ich habe aus Neugierde 1 1/2 Kurse an der VHS belegt. Da es eine sehr visuelle Sprache ist, war sogar das Vokabellernen kaum ein Problem. Inzwischen habe ich leider fast alles wieder vergessen, würde aber gerne bei Gelegenheit mehr lernen.



Posted by Mela Eckenfels

06/03/2013 at 13:02:40

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Szenen des Alltags: Willkommen im Erziehungsstaat

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Ein distinguierter Herr mit grauem Haar kommt mit einem Kasten Bier zur Kasse des Getränkemarkts. Es ist Punkt 22 Uhr.

Kassiererin: Den bekommen die jetzt aber nicht mehr. Es ist 10.

Er ist vollkommen überfahren und weiß nicht mal was er fragen oder sagen soll.

Kassiererin: Es ist nach 10 Uhr. Wir sind in Baden-Württemberg. Das ist Alkohol.

Mela: munter Willkommen im Erziehungsstaat.

Er blickt irritiert.

Kassiererin: Ja, genau so isses.

Posted by Mela Eckenfels

04/24/2013 at 23:11:39

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