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June '13



Warum ich mich für kein Amt innerhalb der Piratenpartei zur Verfügung stellen werde

with 33 Comments



Der Bundesparteitag (2010.1) der Piratenpartei neigt sich dem Ende zu. Der neue (teils alte) Vorstand wurde gewählt und im Gegensatz zum Vorjahr haben wir keine Frau im Vorstand. Die einzige Frau die sich zur Wahl gestellt hatte - Lena Simon - erhielt nicht die erforderliche Stimmenanzahl für den stellvertretenden Vorsitzenden. Sie hätte (so meine Einschätzung) eine gute Chance gehabt zur Beisitzerin gewählt zu werden, aber sie zog es vor nicht erneut anzutreten. Obwohl die Möglichkeit bestanden hätten. Begründung: Sie hätte sich am Vortag erkältet.



Dass Lena Simon nicht zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde, sehen Aussenstehende und die extreme interne Gender-Fraktion als Zeichen von Sexismus. Dem halte ich entgegen, dass Lena mit ihrer aggressiven Nicht-Kommunikation und tendenziell intrigantem Verhalten viel Porzellan zerschlagen hat. Es hätte sich kaum ein polarisierenderer Kandidat zur Wahl stellen können. Egal welchen Geschlechts. Allenfalls Bodo Thiesen oder Aaron König traue ich ähnliches Potenzial zu, die Partei zu spalten.

Aber wie auch immer. Die Piratenpartei hat nun keinen Minderheitsvertreter im Vorstand. Auch wenn ich die Norm Frauen als Minderheit zu bezeichnen, für eigenwillig sexistisch halte. Wir haben leider auch keinen (bekannt) Behinderten, keinen (bekannt) Transgender, keinen Ausländer und keinen (bekannt) Hartz IV-Empfänger im Vorstand. Ein Umstand der niemand weiter zu stören scheint. Auch und erst recht nicht die Genderfraktion.

Es fragt auch niemand, warum sich kein Behinderter, kein (offen) Transgender etc. zur Wahl gestellt hat. Es wird aber gefragt, warum sich ausser Lena keine weitere Frau für den Vorstand zur Verfügung gestellt hat. Als Grund wird offen der Sexismus der Piratenpartei vermutet. Angeblich würde sich keine Frau in diesen von unterschwelligen Frauenhassern durchsetzten Männerclub wagen.

Nun, ich weiss nicht warum sich die anderen anwesenden Frauen nicht zur Verfügung gestellt haben. Warum ich selbst mich für kein Vorstandsamt als Kandidatin angeboten habe und warum ich generell kein Parteiamt in der Piratenpartei übernehmen werde, möchte ich hier ein für alle Mal klären¹:

Ein Kandidat für ein Parteiamt sollte gewisse Vorraussetzungen mitbringen. Darunter: er ist idealerweise fachkompetent, er ist sozialkompetent, er beherrscht grundlegende Menschenführung und ist in der Lage sich selbst und andere zu organisieren.

Damit habe ich auch schon fast alle Fähigkeiten aufgezählt die ich selbst NICHT oder nicht im aussreichenden Maße besitze.
Als vom Asperger Syndrom betroffene, darf ich mich zwar direkt zu zwei 'Minderheiten' zählen, aber meine soziale Kompetenz ist in homöopathischen Dosen vorhanden und relativ schnell erschöpft. Dazu gesellt sich ausgeprägtes ADS, was es mir schwer macht mich selbst zu organisieren. Ans Organisieren von anderen Menschen oder kontinuierlicher Parteiarbeit ist da erst recht nicht zu denken.

Würde ich einen Posten in der Partei übernehmen wäre es schlecht für mich, da es meine persönlichen Energiereserven über Gebühr beanspruchen würde und es wäre schlecht für die Partei, denn die anfallenden Aufgaben würden nicht adäquat erledigt.

Ein Parteiamt benötigt einen Gärtner und keinen Bock.

Es gibt viele Gründe kein Amt in einer Partei zu übernehmen, selbst wenn man sich für Politik interessiert und etwas bewegen möchte. Leider werden die persönlichen Gründe der nicht-kandidierenden Frauen nie hinterfragt, sondern schlicht Kritiker-gefällig mit Sexismus erklärt.



¹) Leider werde ich immer wieder aufgefordert für ein Parteiamt zu kandidieren. Der Anspruch ich müsse gefälligst kandidieren weil ich eine Frau bin, wird nicht selten ausgesprochen und schwingt mindestens unausgesprochen mit. Die Aufforderung wird im Allgemeinen von Frauen - mal von Nicht-Mitgliedern aber auch von Mitgliederinnen der Piratenpartei selbst - vorbegbracht.
Wenn mir jemand sagt, ich muß einen Frauenberuf ergreifen weil ich eine Frau bin, so ist die Forderung sexistisch. Wenn mir jemand sagt, ich müsse ein Parteiamt ergreifen und meine einzige Qualifikation darin besteht weiblich zu sein, ist diese Forderung nicht im Mindesten weniger sexistisch.
Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass der Sexismus erst durch die angeblichen Streiter gegegen den Sexismus in die Partei getragen wird, denn nur sie sehen mich lediglich als Eierstöcke auf Beinen und als Erfüllungsgehilfin ihrer Ideologie.

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Last modified on 2010-05-21 18:28


1 Trackback to Warum ich mich für kein Amt innerhalb der Piratenpartei zur Verfügung stellen werde

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  1. Anlässlich des Bundesparteitags der Piratenpartei am letzten Wochenende kocht gerade wieder mal die Gender-Suppe. Konkret geht es um die Frage pro oder contra Frauenquote bei den Piraten und es wird heiß diskutiert. Malte Welding hat einen interessanten E

    spackblog

    19 May 10 at 00:37

33 Comments to Warum ich mich für kein Amt innerhalb der Piratenpartei zur Verfügung stellen werde

  1. Dem ist nichts hinzuzufügen und du genießt meine volle Zustimmung!

    Alexander Erben

    16 May 10 at 17:01

    Reply

  2. Dich würde ja eh niemand wählen ;p

    Frank Kratzig

    16 May 10 at 17:13

    Reply

  3. Der Verwurf des Queer ? Piraten bei Lenas Befragung ging ja in eine ähnliche Richtung und auf den Vorwurf, sie selbst würde die Queers ausgrenzen, kam ja auch nur 'deren Interessen müssen andere vertreten, ich bin nicht perfekt' (sinngemäß). Das ist die gleiche Rechtfertigungsgrundlage, die den Herren in der PP immer vorgeworfen wird und ließ doch tief blicken.
    Aber davon ab habe ich mich beim Zuschauen sehr geschämt, als einige auf niveaulose Art und Weise sie als Person angingen und kaum inhaltliche Fragen kamen - da hat sie mich nämlich, trotz Schlagworten zu Themen, die ich gern im BuVor abgedeckt gesehen hätte, nicht überzeugt (was aber auch den spärlichen inhaltlichen Nachfragen gelegen haben mag) und ein Gegenpol zu Jens - ohne genau zu definieren, woraus und worin sich dieser Gegenpol erstrecken soll, ist auch nicht sonderlich überzeugend gewesen.

    Die ganze Genderdebatte in der PP krankt ohnehin daran, daß viele radikale Strömungen sich lautstark zu Wort melden (sowohl aus Reihen der Maskulisten, als auch aus Reihen der Feministen) und sich nicht ordentlich von diesen Radikalen abgegrenzt wird. Davon dürfen sich auch die Befürworter feministischer Positionen angesprochen fühlen, die oft den Anschein erwecken, solche radikalen Meinungen, die innerhalb des Feminismus selbst hoch umstritten sind, zu tolerieren.

    Herberts war es, glaube ich, der in einer guten Rede das Individuum als solches hervorgehoben hat und das deckt sich mit meinen Erfahrungen als Außenstehender bzgl. der Piraten - ein Großteil sieht das Individuum als solches und nicht die ausgrenzenden Merkmale. Allerdings - und damit hat Lena völlig recht - die ausgrenzenden Merkmale liegen in der Gesellschaft als solches vor und es ist ein hohes Maß an Reflektion notwendig, um sich dies immer wieder bewußt zu machen. Zu sagen: Auf uns trifft das nicht zu mag aus den eigenen moralischen Ansprüchen an sich selbst heraus gerechtfertigt erscheinen, birgt aber die Gefahr, die gesellschaftlichen Probleme auszublenden.
    Richtiger wäre meines Erachtens zu sagen: 'Die PP soll ein Raum sein, in dem ausgrenzende Merkmale keine Rolle mehr spielen sollen. Die Mitglieder der PP bemühen sich durch Selbstreflexion und Sensibilisierung (Arbeit an der eigenen Persönlichkeit), daß dies bestmöglich der Fall ist. Darüber hinaus verschließt die PP nicht die Augen vor den Problemlagen, die in der Gesellschaft noch Bestand haben und sucht nach Wegen, diese Ausgrenzungserscheinungen zu beseitigen.'
    Den Weg als solchen muß aber die PP noch definieren - lediglich Quoten abzulehnen (was ich durchaus nachempfinden kann) ist keine konstruktive Auseinandersetzung mit den Problemen. Die Quoten haben den konkreten Nutzen, daß sie benachteiligte Personen in Positionen bringen, die ihnen vorher verwehrt waren. Ihr Nebeneffekt ist, daß sie gleichzeitig doch wieder eine Abgrenzung vornehmen, die man eigentlich überwinden will. Wenn die PP das nicht will, ist es aber die Aufgabe der PP geeignete und effektive Methoden zu entwickeln, die Ungleichheiten/Benachteiligungen (für alle Individuuen) abseits der Quote abbauen. Die Methoden bleibt ihr derzeit noch schuldig und da bietet ihr Angriffsraum.

    Raidrion

    16 May 10 at 17:46

    Reply

  4. Frauen sind ja keine Minderheit, sondern machen 1/2 der Bevölkerung aus. Wenn daher eine Patei bewusst beschliesst, anders als andere Parteien, dass sie keien Frauen im Vorstand will (durch fehlende Kandidaturen, fehlenden Quoten und das Votum), dann muss man das als Zeichen sehen. Als Zeichen gegen Frauen als gleichberechtigte Teilhaberinnen am Entscheidungsprozess und gleichem Anteil an der Macht. Ich denke, dass die PP sich hübsch in ein Dilemma reingeredet hat, in dem sie in Reaktion auf das Genderthema eine noch schärfere Gangart gegen Frauen udn Feministinnen zur Schau gestellt hat, sei Monaten und auch am diesjährigen BPT. Das haben sich die Piraten selber ausgesucht. Und mit ihren (Re)aktionen haben sie exakt das bestätigt, was man ihnen seit ca. 1 Jahr vorwirft. Sie konnten mit der Denke nicht gewinnen. Es gab nur zwei Möglichkeiten: Weiter so wie bisher oder auf Kritik reagieren. Man hat sich für ersteres entschieden und damit noch mehr potentielle Wählerinnen und Mitglieder aber auch aktivere Frauen in der Partei verprellt. Die Reaktion kann sein, dass zum einen viele kritische Männer und Frauen die Partei verlassen und zum anderen diejenigen, die diesen Weg ablehnen eine Parteimitgliedschaft als Option verwerfen. Dadurch wird sich dann der Weg noch weiter verschärfen und die PP gerät immer weiter an den Rand. Die Stimmen für Lena haben egszeigt, dass es (noch) eine Minderheit gibt, die einen anderen Weg gehen wollten.

    Ritinardo

    16 May 10 at 23:21

    Reply

  5. Warum wollt ihr Männer uns immer sagen, dass wir uns diskriminiert zu fühlen haben? Vielen Dank auch, wir brauchen das nicht. Wenn ich mich als Frau von einem Mann von oben herab behandelt fühle, weiß ich mich zu wehren. So wie hier.

    Mein Grund, nicht für den BuVor zu kandidieren: ich leite einen Kreisverband (zusammen mit einer weiblichen zweiten Vorsitzenden und einer ebenso weiblichen Generalsekretärin) und bin damit erst mal voll ausgelastet.

    Steck deinen Ritterkomplex wieder ein und lass uns verdammt noch mal unsere Arbeit machen, die ganz selbstverständlich von jedem Piraten, ob mit zwei Eiern oder viel mehr, anerkannt wird.

    Silke

    Silke

    17 May 10 at 00:13

    Reply

  6. Solke, es geht hier weder um Deine Befindlichkeiten, sondern darum wie ich das grade sehe - und ich habe gewiss keinen Ritterkomplex. Ich sehe nur auf den Vorstand oder die Wortmeldungen und Bewerbungen und es ist alles klar. Die Diskriminierung von Frauen in der PP ist unzweifelhaft. Das kapieren die meisten Piratinnen auch nicht, dass es keine Sache von befindlichkeiten ist, sondern von Fakten und Statistiken. Es gibt auch Frauen die wenn sie geschlagen werden ihren Freund verteidigen gegenüber ihrer Umwelt und zu ihm stehen. Sagst Du dort dann auch: Sie wird nicht geschlagen? Es gibt Symptome und Ursachen. Simple as that. Ob Du es nun sehen kannst/willst oder nicht.

    Ritinardo

    17 May 10 at 08:07

    Reply

  7. Ah, du kannst die Situation der Frauen in der Piratenpartei also besser beurteilen als die Frauen in der Piratenpartei, und ich bin der Piratenpartei so hörig, dass ich zu ihr stehe, obwohl sie mich diskriminiert. Niedlich. Danke, ich habe keine weiteren Fragen.

    Silke

    17 May 10 at 11:43

    Reply

  8. Lieber Ritinardo,
    über deinem Blog steht Kritik & Satire. Ich hoffe für Dich, dass Deine Aussagen hier und dort über die Piraten als Satire einzuordnen sind. Obwohl... wenn man etwas karikiert oder kritisiert, sollte man Ahnung davon haben und sich wenigstens bei den Fakten vorher vergewissern, wie wahr sie sind. Aber vielleicht ist die Piratenpartei für Anarchofeministen einfach nicht interessant genug, um sich ordentlich und vorurteilsfrei zu informieren.
    Die Frauen"quote" in den Piratenvorständen liegt mit 30% über dem Schnitt. In Lenas Heimatbundesland sind es sogar 44%.
    W. m. k. A. h., e. m. d. F. h.
    Grüße
    Sprechsucht,
    der jeden Menschen unabhängig von Geschlecht, Religion, Weltanschauung und anderen Pseudokriterien respektiert, aber bei Dummheit auch mal Ausnahmen macht.

    @Mela:
    Danke für den Beitrag. Am Abo komm ich wohl nicht vorbei ;-)
    Wegen Piraten wie Dir bin ich zuversichtlich, was die Zukunft dieses Haufens angeht. Wir schaffen das schon.

    Sprechsucht

    18 May 10 at 04:33

    Reply

  9. Du siehst das aber ganz schön
    einseitig. Das Problem an der
    Piratenpartei ist nicht das
    Problem, dass wir keine Frauen wollen, sondern dass die

    Frauen in der Regel keine Kandidaten sein wollen.

    Aber wie heißt es so schön, nicht nur lesen, auch verstehen ist der Trick.

    @Laird_Dave

    17 May 10 at 00:16

    Reply

  10. Nein, Frau-sein ist kein Hindernis bei den Piraten – im Gegenteil. Ich war ja heute morgen nur Zwei-Minuten-BuVor-Beisitzer-Kandidat, aber ein Mitbewerber (m) meinte danach, dass er ehrlich Angst um seine Wahlchancen hatte.
    Und ich wurde nicht von der Bühne gemobbt, ich bin aus Vernunftgründen gegangen: Da ich eine mögliche Wahl sowieso abgelehnt hätte (ich möchte meinem Landesvorstand erhalten bleiben – und das sieht dieser genauso ;-)), wäre es die zusätzliche halbe Stunde Fragerunde nur für ein: „Ich nehme diese Wahl nicht an!“ nicht wert gewesen.
    Übrigens: ich habe rund 10 Frauen direkt angesprochen und gebeten, sich mit mir da oben hinzustellen – ja, Symbolpolitik ;-) Aber keine wollte. Und da helfen auch Quoten nix.

    Ich denke, die Tatsache, dass trotz geschätztem 10% Frauenanteil unter den Anwesenden 50% der kritischen Fragen an Lena von Frauen gestellt wurden, zeigt, dass die Frauen in der Piratenpartei mit Lena ein größeres Problem haben als die Männer in der Piratenpartei mit Frauen.

    Und Mela: Ich weiß, dass du mich umbringst, wenn ich dich für ein Amt nominiere – aber ich hoffe, wir dürfen dich weiterhin für Dinge anheuern, die eigentlich bis vorgestern fertig werden mussten! Da bist du einsame Spitzenklasse!

    Teresa

    16 May 10 at 23:51

    Reply

  11. " aber ich hoffe, wir dürfen dich weiterhin für Dinge anheuern, die eigentlich bis vorgestern fertig werden mussten! Da bist du einsame Spitzenklasse!"

    5mins später TRÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖT[1]

    Teresa, das ist DEINE Art MICH für meine Tweets zu bestrafen, oder?

    [1] http://www.der-flix.de/index.php?preselect=636

    Bernd

    17 May 10 at 00:02

    Reply

  12. Ich glaube schon, dass Quote was ändert. Ich würde mal sagen, dass Frauen bei den Piraten sich keine guten/gleichen Chancen ausrechnen. Wer stellt sich schon gerne zur Wahl, wenn er schlechte Chancen hat. Und wenn sie dann gleich als Feministin gilt, wenn sie sich zur Wahl stellt?

    Ritinardo

    17 May 10 at 00:11

    Reply

  13. Kannst du bitte aufhören, dir unsere Köpfe zu zerbrechen und uns dafür zuhören? Merkst du eigentlich, was du hier tust? So viel Chauvinismus erlebe ich selten, wirklich. Genau bei Menschen wie dir sehe ich ganz dringend Handlungsbedarf, was die Gleichbehandlung von Männern und Frauen angeht, das ist nämlich etwas, das du nicht hinbekommst.

    Die Frauen in der Piratenpartei wissen ganz genau, dass ihre Chancen, wenn sie für ein Amt kandidieren, mindestens genauso gut wie die der Männer sind (ich gebe es ungern zu, aber eigentlich sind sie sogar geringfügig besser).

    Silke

    17 May 10 at 00:20

    Reply

  14. Das typisch "Problem, ... Frauen in der Regel keine Kandidaten sein wollen. " - oh ja - der nächste Schritt wäre bitte die Frage: Warum? Wenn Frauen und Männer so gleich sind bei euch. Wieso dann dort so ein Unterschied? Wenn ihr nur den Häkelgruppe wäret sollte es mir ja egal sein, aber ihr erhebt den Anspruch Dinge ändern zu wollen - und wenn ich euch so erlebe befürchte ich einfach nur Rückschritte, insbesondere bei Bürger- und Frauenrechten.

    Ritinardo

    17 May 10 at 08:23

    Reply

  15. Du hast ein komisches Verständnis von Demokratie, wer so denkt, fände es vermutlich auch gut, Menschen mit vorgehaltener Waffe an die Urne zu zwingen, damit ja alles "gleich" ist.

    timo

    17 May 10 at 11:12

    Reply

  16. ^^ Bernd, nein, keine Strafe – vielleicht im Tausch gegen Rückenkraulen?! liebguck Aber Mela ist da nunmal einsame Spitzenklasse drin!

    @Ritinardo: Verglichen mit dem Mitglieder-Frauenanteil ist die Vorstandsamts-Frauenquote (gefühlt, nicht gerechnet) verdammt hoch – da müssen sich eigentlich die Männer beschweren ;-) Und wie gesagt: männliche Kandidaten haben Angst um ihre Wahlchancen, sobald eine Frau antritt. Die Antwort auf die Frage, warum das der Fall ist, fände ich viel interessanter. Frauen haben die besseren Chancen – sobald sie den Mut haben, zu kandidieren. Und das hat nix mit gegrillt werden zu tun. Mindestens ein anderes ehemaliges Vorstandsmitglied (m) wäre ebenso gegrillt worden (keine Namen bitte ;-))! Ich wurde in den (Landes-)Vorstand gewählt, und ich habe gelesen, dass du das für einen #fail hältst – was mir wiederum die Frage stellt, wieso du schreibst, dass du mehr Frauen in Vorständen willst, aber wenn eine Frau gewählt wird, aber nicht wegen des Frau-seins (wehe, es kommt jetzt einer und sagt, er hat es doch getan!), ist es auch wieder nicht recht.

    Die Frage an den werdenden Vater, wie er das dann zeitlich koordinieren wird mit Baby und Vorstandsamt, drückt die Selbstverständlichkeit der Nichtbeachtung von Geschlecht(sidentität) viel besser aus – über diese Frage habe ich noch keinen einzigen Beitrag gelesen!

    Teresa

    17 May 10 at 00:26

    Reply

  17. Alle mal hier kurz die Luft anhalten während ich Troll-Ex versprühe. Irgendwie bekommt man das Kroppzeuch ja nie so recht aus den Blogs raus.
    Hartnäckige, anpassungsfähige Biester.

    Mela Eckenfels

    17 May 10 at 01:52

    Reply

  18. Wie mir scheint, haben wir nicht viele, aber die richtigen Frauen an Bord. Vielleicht sollten wir bestimmte Männer loswerden statt Frauen dazuzugewinnen, um ein ausgewogenes Verhältnis zu erreichen...;-)

    Musikdieb

    17 May 10 at 09:51

    Reply

  19. Wer Frauen als Minderheit bezeichnet, ist vor allem mathematisch inkompetent. Eine Partei, die Frauen nicht öffentlich repräsentieren kann und sich nicht um die Fortsetzung der Geschlechtergleichstellung in unserer Gesellschaft bemühen will, ist m.E. schlicht irrelevant.

    Iris

    17 May 10 at 10:52

    Reply

  20. Liebe Iris, ich gebe dir völlig recht. Frauen als Minderheit zu bezeichnen, ist absoluter Unsinn, und Mela schreibt ja auch "Auch wenn ich die Norm Frauen als Minderheit zu bezeichnen, für eigenwillig sexistisch halte."

    Eine Partei, der Gleichbehandlung egal ist, wäre auch nichts für mich. Deswegen freue ich mich ja so, dass die Piratenpartei da mit gutem Beispiel vorangehen kann.

    Silke

    17 May 10 at 11:52

    Reply

  21. Aber gelesen hast du meinen Artikel schon und springst nun hier nicht nur auf einzelne Reizworte an, oder?
    Kontext trägt mehr zur Semantik bei als man manchmal denkt.

    Also stört es dich auch, dass keine Frauen im Vorstand sind, aber es stört dich nicht, dass beispielsweise kein Transgender (von dem man es weiss) vertreten ist? Wenn ja, warum? Oder kein Behinderter. Wenn ja, warum?

    Davon abgesehen lautet das Motto der Piratenpartei "Denke selbst". Wenn du dir nur den Bundesvorstand ansiehst, aber keinen Blick darüber hinaus in die Vorstände der Landes- oder Bezirksverbände wirfst, denkst du dann hast du deinen Job dir eine Meinung zu bilden in ausreichendem Umfang erledigt? Oder erwartest du eher dass dir leicht verdauliche, den Denkvorgang überflüssig machende Signale geliefert werden?

    Und noch was. Wenn dir zu wenige Frauen im Vorstand sind, wie möchtest du das ändern ohne die Persönlichkeitsrechte der Frauen die sich gegen eine Kandidatur entschieden haben zu beschneiden?

    Mela Eckenfels

    17 May 10 at 14:34

    Reply

  22. @Silke:

    Deswegen freue ich mich ja so, dass die Piratenpartei da mit gutem Beispiel vorangehen kann.

    Davon ist für potenzielle Wähler aber bislang nichts zu sehen. Für das Gegenteil gibt es imo bisher mehr öffentlich sichtbare Indizien. Und ob nun die vielen Piraten oder die wenigen Piratinnen schuld sind, dass die Piratenpartei sich derzeit nach Außen tendenziell frauenfeindlich darstellt, ist für Nichtmitglieder relativ uninteressant. Fakt ist, die Piratenpartei muss was ändern oder sie bleibt ein Hobby-Verein für männliche Nerds.

    Iris

    17 May 10 at 12:51

    Reply

  23. Kurze Frage:
    Wie viele weibliche Mitglieder der Piratenpartei haben bisher geäußert - ob öffentlich oder privat - dass sie sich persönlich als Frau diskriminiert und benachteiligt fühlen?

    Denn ich würde sagen, wer sich herausnimmt, für andere zu sprechen anstatt sie wenigstens so weit zu bringen, den Mund selbst aufzumachen, der ist weit davon entfernt, "Gleichstellung" irgendwelcher Art herbeizuführen.

    Hier wird mal eben konstruiert, dass es weibliche Parteimitglieder, die 'an sich' ja kritisch, motiviert und voller Ideen sind, sich aber wegen der bösen bösen bösen Machomänner einfach nicht trauen, auch nur irgendwas davon vorzutragen.
    Ich nehme mir jetzt auch mal etwas heraus, und zwar, für weibliche Piraten zu sprechen: Die sind glaub ich meistenteils keine rosa Plüschgeeks (gibt es sowas?) und per Hintergrund gewohnt, sich in einer sogenannten "Männerdomäne" zu behaupten. Und wenn sie den Mund nicht aufmachen, liegt das wohl zu großen Teilen daran, dass sie nicht jedes Feuern der Neuronen für wert befinden, nach außen getragen zu werden. Sexistisch betrachtet verfügen Männer über nicht so viel Selbstkontrolle. Ich bin sicher, wenn der hervorragend aufgestellten weiblichen Mannschaft irgendetwas gegen den Strich geht, wird nicht gezögert, dass klar zu äußern. Und die meisten kritischen Äußerungen weiblicher Piraten nehme ich - seltsam! - nur gegenüber dieser ganzen Gleichstellungs-Phantomproblematik wahr.

    Alexander Erben

    17 May 10 at 13:25

    Reply

  24. Hallo Mela,

    Absolut nachvollziehbar und verständlich.
    Leider schießen Powerfeministinnen gerne über das Ziel hinaus und eine Quote bringt noch keine Gleichstellung. Ich sehe viel heisse Luft um nichts.

    Ohren steif halten, Radikale Elemente hats überall.

    Silberaugen.

    Silberaugen

    17 May 10 at 13:31

    Reply

  25. Meine 2 Cent als jemand der ganz bewusst hier keine Stellung bezieht (Keine Ahnung, verstehe halt beide Seiten?!)

    Das jemand die Tatsache dass keine Frau ausser Lena kandidierte, für eine "Gender-Problem" hält, bedeutet doch in KEINER WEISE dass sie Frauen aufgrund ihrer "Rolle" als Frau aktiv diskriminiert werden.

    Niemand sagt da (behaupte ich mal) "ihr blöden Piraten! Ihr mobbt die Frauen". Sondern lediglich: Man, die Tatsache an sich ist ja scheisse.

    Und JETZT kann man sachlich darüber diskutieren, wie man das ändert. Es gibt ein Haufen Gründe die so etwas prägen können. Das kann man doch als Thema aufgreifen? Verstehe das nicht..

    Ich hab massiv das Gefühl, das einige Menschen auf der einen Seite, im Grunde genau das gleiche für richtig und falsch halten wie einige auf der anderen Seite.

    Ich ich finde es total schade, wenn sich deswegen die Köpfe eingeschlagen werden :-(

    fish

    17 May 10 at 15:11

    Reply

  26. Huhu Mela... danke für deinen Blogbeitrag der eben in diese Richtung geht.
    Wie oft ich diese Diskussion hier in Berlin schon geführt habe. Gern gesehen eben mit Männern die eher zu Lenas Aussagen und Meinung tendieren. Und die Berliner müssen sich mit 2 Mädels im Vorstand definitv nicht verstecken.
    Ich hatte sehr lange für mich überlegt ob ich mich für den BVor aufstellen lasse. Aber wenn ich dies tue muss ich die Zeit dafür aufbringen können und eben dies kann ich aktuell nicht gewährleisten. Viele auch interne Leute vergessen einfach das nur weil man ne Frau ist nicht automatisch mehr Zeit hat für solche Dinge. Scheinbar sollte man als Frau Superheldin sein um diesen Ansprüchen gerecht werden zu können ;-)... diejenigen die es können stellen sich schon zur Wahl. Da hatte ich bei den Piraten noch nie die Sorge!
    Und ich muss dem zustimmen: JA, steht bei den Piraten eine Frau als Kandidat zur Wahl ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch und vorallem höher als für einen Mann gewählt zu werden. Das ansich empfinde ich als negativ...und schade...und auch schon allein dieser permanente Wunsch der meist männlichen Piraten das man sich zur Wahl stellen soll. Und oftmals leider nur mit dem Hintergrund weil man dann ja eine Frau habe.
    Im Fordergrund dieses Wunsches steht mir leider zu selten die Kompetenz. Unterbewusst wird versucht eine stille Quote durchzudrücken.
    Da wünschte ich mir viel mehr Objektivität. Das nun jemand wie Lena nicht objektiv behandelt werden konnte, das liegt an ihr selbst. Für mich hinterlässt sie in Berlin nichts als verbrannte Erde. Und ihre Unfähigkeit mit anderen Mitgliedern zu kommunizieren macht sie am allerwenigsten zu einem Vorstandsmitglied.

    Und NEIN...als Frau muss ich nicht unbedingt eine Frau im Vorstand haben und am allerwenigsten MUSS ich sie wählen nur weil sie eine Frau ist ;-). Ich möchte eine Vorstand haben der mich vertritt, als Pirat...und der die Piraten vertritt. Ob das nun Frau, Mann, Transgender...oder auch ein Dalmatiner^^.. ist, ist mir egal.

    Und zum Ende @fish:
    Es ändert sich wenn es sich ändert ;-) Frauen stellen sich zur Wahl wenn sie dies wollen und wenn sie die Zeit und auch die Fähigkeiten für dieses Amt haben. Und das ist auch gut so. Und es wäre einigen Menschen dort draußen geholfen wenn sie dies endlich mal verstehen würden. Denn ich als Frau finde es diskriminierend wenn mir diese Dinge permanent unterstellt werden und wenn sich dann mal Frauen melden diesen das nicht geglaubt wird sondern ihnen eher unterstellt wird sie wären dein männlichen Piraten hörig ;-)

    Aloha
    Janine

    PinkPüppi

    17 May 10 at 16:28

    Reply

  27. *mist*...kommt davon wenn man sowas zwischen Tür und Angel schreibt :-( entschuldigt bitte Alle die Fehler die sich eingeschlichen haben. Sieht ja aus, als wäre ich der Deutschen Sprache nicht mächtig.

    PinkPüppi

    17 May 10 at 16:35

    Reply

  28. Mal Leena ganz aus dem Spiel zu lassen. Das Fehlen von Frauen im Bundesvorstand wird von der Öffentlichkeit bemerkt und trägt nicht zum Imagegewinn bei. Einfach darauf zu verweisen, dass eben keine andere wollte, passt zu dem unorganisierten Haufen, als den die Piraten sich in Koblenz präsentiert haben. In jeder anderen politischen Gruppierung wäre es die Aufgabe des Vorstandes im Vorfeld vor Wahlen gewesen, sich um Kandidatinnen zu bemühen und für die Vorstandsarbeit zu werben, besonders, aber nicht nur, wenn klar ist, dass von aussen genau beobachtet wird, wie die Partei mit der Frauenfrage umgeht.

    Aber wie die Piraten postgender sind, sind sie wohl auch post-parteiendemokratisch. Könnte sogar ein Unique Value sein, jedoch verabschieden die Piraten sich damit auch von der Ausssicht jemals relevanten gesellschaftlichen oder politischen Einfluss zu bekommen. Am Ende bleiben dann nur noch Nerd-Sektierer.

    Tim

    18 May 10 at 09:24

    Reply

  29. Dieser Beitrag ist für mich ein tolles Beispiel für ein Phänomen, das mich dazu gebracht hat, mich für Feminismus zu interessieren, nachdem ich als studierte Mathematikerin aus fortschrittlicher Familie jetzt 15 Jahre lang ENTSCHIEDEN die These verteten hatte: Könnte die Welt mal aufhören, mir einzureden, ich werde diskriminiert, obwohl sie mir doch genauso zu Füßen liegt wie den Männern?

    Aber es gibt eben doch ein Problem, und das liegt nicht so sehr in der Unterdückung durch böse Männer, sondern das zeigt sich genau darin, daß tolle kompetente Frauen wie Du (und ich) eine irrsinnige Menge an Gründen gelernt haben, warum wir jetzt gerade und aus persönlichen Gründen und weil wir ja nicht ideal geeignet sind, keine Führungsrolle übernehmen sollten. Zutreffenderweise, wie ich oft finde. Und daß aber andersrum eine Menge Jungs gelernt haben, sich eher mal hervorzutun, oder auch nur zu denken: einer muß es ja machen, also mach ich es mal. Oft auch zutreffenderweise.

    Schade ist nur das Ergebnis.
    Schade für die Männer, die den Laden allein schmeißen (müssen), schade für die Frauen, die ihn nicht mitgestalten, und schade für die Partei, die ein bissel dumm dasteht so, und die noch besser sein könnte.
    Deshalb finde ich es so wichtig und nützlich, darüber zu reden, und schade, wenn das auch von vielen Piratinnen abgeblockt wird als "wir könnten ja, aber wir wollen halt nicht".

    madove

    18 May 10 at 20:49

    Reply

  30. @madove

    Ich weiss dein Kommentar ist nett gemeint. Dennoch ist es einer dieser Kommentare die mich stinkwütend im epischen Ausmaße machen.

    Du kennst mich nicht. Du weisst rein gar nichts über mich, ausser was du aus diesen paar Zeilen zu lesen glaubt. Und doch erlaubst du dir, meine Entscheidung auf die simple Antwort patriarchalischer Gehirnwäsche herunterzubrechen.

    Lass dir gesagt sein: Nächstes Jahr werde ich 40 Jahre alt. Das bedeutet 40 Jahre Lebenerfahrung und ich habe sie nicht strickend am Ofen verbracht. Ich habe früh Verantwortung übernommen (zum Beispiel als Klassensprecherin) und war vermutlich früher politisch aktiv als jeder Leser dieses Blogs.

    Wie alle meiner Generation habe ich noch gelernt wie Mädchen sein sollten und was sie nicht tun dürfen und fast alles davon habe ich im Verlauf der 40 Jahre mißachtet.

    Ich bin mit Vorliebe im Dunkeln nach draussen gegangen, wo angeblich die bösen Vergewaltiger lauern, ich bin jahrelang tausende Kilometer alleine durch die Gegend getrampt ohne ermordet zu werden und habe - während andere Frauen scheinbar an ihren Vergewaltigungsängsten laborieren - nächtelang Zeitung ausgetragen.

    Und ich habe einen gerüttelten Teil an "Scheiße bauen" und "Versagen" in meiner Lebensgeschichte und fände es charakterlos lediglich den Umständen, der Gesellschaft und dem bösen Sexismus die Schuld daran zu geben und den eigenen Anteil zu verneinen.

    Ich weiss sehr gut warum ich nicht geeignet bin einen solchen Posten zu übernehmen. Zu behaupten es läge nur an meinem durch Sexismus vernebelten Geist, empfinde ich als Beleidigung.

    Ja, Männer übernehmen eher einen Posten obwohl sie inkompetent sind. Aber muß ich wirklich Inkompetenz nacheifern? Wenn das Feministisch ist, weiss ich noch mehr, warum mir Feminismus nicht schmeckt.

    Mela Eckenfels

    19 May 10 at 17:41

    Reply

  31. @madove

    ich kann nicht mal behaupten, dass ich das völlig anders sehe als du, aber ich bin aus einem bestimmten Grund skeptisch.
    Warum sollte die Haltung die Mela gelernt hat nicht richtig sein? Nur weil sie eine Frau ist und die Richtigkeit des gelernten im Widerspruch zu den Wünschen des Feminismus seht?

    Ich kann mir auch noch so sehr Wünschen, dass es einen gütigen Gott gibt. Das ist Allerdings im Angesicht des Leidens das Kinder regelmäßig bei Naturkatastrophen erleiden fraglich.
    Ich sehe dann auch immer wie gläubige Menschen versuchen diese Realität zu erklären ohne ihren Glauben aufgeben zu müssen.
    Genau wie eine solche Rationalisierung wirkt die Erklärung, dass Mela fälschlicher weise gelernt hätte, nicht geeignet zu sein, auf mich.
    Natürlich könnte das stimmen, nur glauben tue ich das erst mal nicht.

    Schade ist das ganze allerdings - wie auch immer es zustande kommt.
    Und dass zu viele Männer zur selbst Überschätzung neigen ist eine andere Baustelle. Diese Einschätzung deckt sich aber tatsächlich mit der von mir beobachteten Realität.

    Eike Scholz

    19 May 10 at 10:52

    Reply

  32. @Eike

    Ich bin ja nichtmal sicher, ob ihre Haltung falsch ist, ich hatte auch versucht, das SEHR offen zu formulieren. Ich denke nur, wir sind uns alle einig, das irgendwas an dem Gesamtergebnis unbefriedigend ist (sonst wären wir jetzt irgendwo anders, statt hier unangenehme Diskussionen zu führen) und fand deshalb ihr ewtas demonstratives Darauf-Bestehen hinterfragenswert.

    madove

    19 May 10 at 17:42

    Reply

  33. Hallo Mela, ich will auch mal meinen Senf abgeben und auf ein paar aus meiner Sicht unsachliche Punkte in deiner Argumentation kurz eingehen. Denke, wir können uns darauf einigen, dass Sachlichkeit auf Dauer sinnvoll ist.

    "Dass Lena Simon nicht zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde, sehen Aussenstehende und die extreme interne Gender-Fraktion als Zeichen von Sexismus."

    Das ist schlicht nicht wahr. Der Sexismus liegt nicht darin, dass sie nicht gewählt wurde, sondern, je nach Kritiker, ist der Fakt, dass ihr keine Frau im Vorstand habt sexistisch oder die inquisitorische Befragung Lenas, oder oder oder. Die Nichtwahl an sich hat damit nichts zu tun.

    "Aber wie auch immer. Die Piratenpartei hat nun keinen Minderheitsvertreter im Vorstand. Auch wenn ich die Norm Frauen als Minderheit zu bezeichnen, für eigenwillig sexistisch halte."

    Da würden dir viele Befürworter einer genderkritischen und gendersensitiven Sichtweise wohl zustimmen. Auf wen zielt diese Kritik denn ab?

    "Wir haben leider auch keinen (bekannt) Behinderten, keinen (bekannt) Transgender, keinen Ausländer und keinen (bekannt) Hartz IV-Empfänger im Vorstand. Ein Umstand der niemand weiter zu stören scheint. Auch und erst recht nicht die Genderfraktion."

    Erst recht nicht die "Genderfraktion"? Wie kommst du darauf? Sind die, die sich gegen Diskriminierung einsetzen, sich der Diskriminierung anderer Gruppen weniger bewusst, als die, die sie gar nicht erst sehen wollen bzw. ihre Existenz sogar grundsätzlich ausschließen? Das wäre zu beweisen. So bleibts eine Unterstellung und als Solche nicht zielführend.

    "Es fragt auch niemand, warum sich kein Behinderter, kein (offen) Transgender etc. zur Wahl gestellt hat. Es wird aber gefragt, warum sich ausser Lena keine weitere Frau für den Vorstand zur Verfügung gestellt hat."

    Das wird wahrscheinlich durchaus gefragt, rückt aber tatsächlich angesichts der Frage, warum Frauen so wenig sichtbar sind, total in den Hintergrund. Sich für einen (aus der jeweiligen Sicht) wichtigen/wichtigsten Punkt einzusetzen und andere wichtige Punkte dafür nicht im Fokus zu haben, ist sicherlich jenseits der Perfektion, aber eben auch nicht sonderlich verwerflich. Die Kritik ist verständlich, zielt aber ins Leere, weil sie niemanden trifft.

    "Leider werden die persönlichen Gründe der nicht-kandidierenden Frauen nie hinterfragt, sondern schlicht Kritiker-gefällig mit Sexismus erklärt."

    Das ist nicht wahr. Es wird oft eine Struktur "vermutet" (sic!), die Frauen benachteiligt. Es wird der Umgang mit dem Thema kritisiert. Es ist aber nicht so, dass persönliche Motive irrelevant wären, im Gegenteil. Nur gibts darüber verständlicherweise keine Diskussion, weil sie schlicht nicht (vernünftig) diskutabel sind.

    Soviel von mir, ich hoffe, mein Beitrag bereichert, trotz punktueller Kritik, die Diskussion um deinen Text.

    Mit freundlichen Grüßen, Ti_Leo

    Ti_Leo

    21 May 10 at 15:06

    Reply

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