Es hätte schlimmer kommen können
Heute wurde Christian Wulff als nächstes großes Ding für das Amt des Bundespräsidenten verkündet. Nach dem großen Schock, es hätte ja auch Ursula von der Leyen werden können, geht nun der Satz "Es hätte ja auch schlimmer kommen können" durchs Netz. Das Schlimme daran? Es war auch mein erster Gedanke. Es hätte ja auch schlimmer kommen können. Es hätte ja ein Präsident sein können, der den jüngeren Generationen den Haß so offen ins Gesicht schreit wie Ursula von der Leyen. Es hätte ein Präsident sein können, der so offen gegen den Rechtsstaat agiert wie Wolfgang Schäuble. Es hätte ein Präsident sein können, der den Inbegriff von Bestechlichkeit und Gemauschel bedeutet, wie Jürgen Rüttgers. Es könnte mit Sicherheit schlimmer kommen.

Und der Satz brachte mich zum Würgen.
Deutschland ist, spätestens seit die große Koalition das Ruder übernahm, ein Inbegriff von "Es hätte auch schlimmer kommen können." Es hätte auch schlimmer kommen können, mit einer alleinregierenden CDU. Die Situation im Gesundheitssystem ist nicht gut, aber sie könnte schlimmer sein. Die wirtschaftliche Lage ist nicht gut, aber sie könnte schlimmer sein. Die Lage der Studenten nach den Hochschulreformen ... sie könnte schlimmer sein. Der Grundrechteabbau? Könnte schlimmer sein. Die Rettung jedweden maroden Konzerns, bei langsamem Ausbluten der Sozialsysteme? Könnte schlimmer sein. Immerhin sichert es Arbeitsplätze. Das gültige, halbgare, nicht umgesetzte Netzsperrengesetz? Hätte schlimmer kommen können. Angela Merkel? Könnte schlimmer sein. Stellt euch mal vor Roland Koch wäre es geworden.
Nur weil es nicht mit Riesensätzen rückwärts gen Steinzeit geht, sondern mit Trippelschrittchen: Es hätte schlimmer kommen können.
Nichts geht voran. Alles stagniert. Deutschland: In Zeitlupe unterwegs in Richtung eines frühkapitalistischen Feudalstaates ohne jedes Fortschrittspotenzial.
Aber hey... es könnte schlimmer sein.
Und der Satz brachte mich zum Würgen.
Deutschland ist, spätestens seit die große Koalition das Ruder übernahm, ein Inbegriff von "Es hätte auch schlimmer kommen können." Es hätte auch schlimmer kommen können, mit einer alleinregierenden CDU. Die Situation im Gesundheitssystem ist nicht gut, aber sie könnte schlimmer sein. Die wirtschaftliche Lage ist nicht gut, aber sie könnte schlimmer sein. Die Lage der Studenten nach den Hochschulreformen ... sie könnte schlimmer sein. Der Grundrechteabbau? Könnte schlimmer sein. Die Rettung jedweden maroden Konzerns, bei langsamem Ausbluten der Sozialsysteme? Könnte schlimmer sein. Immerhin sichert es Arbeitsplätze. Das gültige, halbgare, nicht umgesetzte Netzsperrengesetz? Hätte schlimmer kommen können. Angela Merkel? Könnte schlimmer sein. Stellt euch mal vor Roland Koch wäre es geworden.
Nur weil es nicht mit Riesensätzen rückwärts gen Steinzeit geht, sondern mit Trippelschrittchen: Es hätte schlimmer kommen können.
Nichts geht voran. Alles stagniert. Deutschland: In Zeitlupe unterwegs in Richtung eines frühkapitalistischen Feudalstaates ohne jedes Fortschrittspotenzial.
Aber hey... es könnte schlimmer sein.
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8 Comments to Es hätte schlimmer kommen können
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Sicherlich. Danke

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Traurig aber wahr - aber hey, es hätte schlimmer kommen können.
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Vielleicht war es Absicht, um genau diese Reaktionen hervorzurufen. Die Leute glauben zu lassen, dass sie die kleinere Kröte schlucken?
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Dem würde ich nicht wiedersprechen. Diese Taktik scheint mir seit längerem in der Regierung benutzt zu werden. Etwas grenzenlos Unerträgliches vorschlagen, die Leute an den Protesten abarbeiten lassen und dann etwas immer noch ziemlich Grässliches durchzuwinken.
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Ich glaube nicht, daß das ein Manöver war uns glauben zu machen, daß es schlimmer hätte kommen können. Die Steilvorlage für die Opposition ist zu heftig, Merkel habe ihre Wunschkandidatin nicht durchsetzen können. So etwas ist im politischen Berlin fast ein Todesurteil.
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Ja. So ist das wohl. Es könnte immer noch schlimmer kommen. Aber schlimm, wenn das nur halb so Schlimme das einzig Positive ist.
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Obwohl ich ursprünglich auch sehr gegen UvdL als Bundespräsidentin gewesen bin denke ich inzwischen anders darüber.
Sie wäre aus der aktiven Politik ausgeschieden und hätte zukünftig viel Abneigung auslösen aber keinen konkreten Schaden anrichten können.
Ich befürchte sie wird uns in einer zukünftige aktiven Position viel mehr Kopfweh bereiten.




Bundespräsident, oder?