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October '14



Long Tail

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Als eine Errungenschaft des Internets gilt ja, dass es den Long Tail möglich gemacht hat. Also, den unproblematischen Absatz von Gütern die nur für eine kleine Zielgruppe von Interesse sind. Bei denen es sich daher für reguläre Anbieter nicht lohnt sie ins Programm zu nehmen, weil sie nicht in kurzer Zeit in großer Menge verkauft werden können. Weil sich die Investition nicht schnell genug amortisiert oder zuviel wertvoller Platz durch sprichwörtliche Ladenhüter blockiert wird.

Das Internet ermöglicht es aber, direkt den Hersteller von Aronia-Maracuja-Zimt-Marmelade in Hinter-Unter-Ohio zu erreichen, obwohl sie niemals im Edeka um die Ecke stehen würde. Es ermöglicht auch Autoren von Bücher für eine absolute Mini-Zielgruppe, diese an den Mann zu bringen. Die Investition amortisiert sich nicht auf kurze Sicht, aber auf lange Sicht reihen sich kleine Einnahmen zu einem größeren ganzen zusammen. Oder durch die größere Käuferschicht, die der Köchin fragwürdiger Marmeladenzusammenstellungen auf einmal offen steht.

10 Jahre Urheberrecht? Long Tail, my ass.

Es wird sich einfach nicht mehr lohnen, Bücher für eine Mini-Zielgruppe zu schreiben. Wer hat gewonnen, wenn das Kulturgut, dass gefälligst einverleibt und weiterverarbeitet werden soll erst gar nicht entsteht?

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Last modified on 2014-10-02 02:19


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6 Comments to Long Tail

  1. Exactly.

    Kann man noch erweitern: neben den "großen" Formen Langfilm, Roman, Album gibt es die kleineren Werkformen Kurzfilm, Geschichte, Song. 99ct kostet letzterer bei iTunes. Wieviele ct kommen davon beim Musiker an (unter 5), und wieviel Monate Miete zahlt das?

    An einem Film von 3 Minuten sitzt ein Animator Monate bis Jahre. Das deutsche Fernsehen zahlt aber nur einmalig ca 500 € für die Senderechte (und möchte die Ausstrahlung dann gern beliebig wiederholen). Für Vorführungen auf Filmfestivals gibts kein Geld (in Amerika muß ich als Filmemacher sogar dafür zahlen, daß der Film gezeigt wird). Ich kann nur hoffen, einen Verleih zu finden, der meinen Film weltweit vermarktet, verleiht, mit anderen zusammen auf DVD verkauft, und an möglichst viele Sender lizensiert. Sowas läuft über Jahrzehnte, und den dazu nötigen Aufwand könnte ich selbst nicht leisten. Ich kriege jetzt, 20 Jahre nach der Erstaufführung, mit Glück noch 25 € pro Jahr für einen meiner Filme, weil 3 Kinos den gezeigt haben. Und davon zahl ich immer noch Steuern.

    slowtiger

    08 Feb 11 at 23:42

    Reply

  2. Bis exaktgenau vor "10 Jahre Urheberrecht" war ich ganz und gar bei Dir. Dann ist bei mir der Film gerissen. Was hat denn jetzt das eine mit dem anderen zu tun?

    Heiner

    09 Feb 11 at 00:15

    Reply

  3. Ich fürchte, dazu musst du einen Blogpost zurückgehen. Dieser Blogpost, ist eine Reaktion auf meinem vorherigen und auf die Reaktionen darauf.

    Sollte ich wohl klären.

    Mela Eckenfels

    09 Feb 11 at 00:17

    Reply

  4. Alles klar, done und verstanden.

    Heiner

    09 Feb 11 at 00:21

    Reply

  5. Vielen Dank für die nützlichen Tipps. Da habe ich genug Material für die nächsten Wochen ;-)

    jan

    25 Feb 11 at 00:33

    Reply

  6. Wohin darf ich die Rechnung für den Werbelink senden?

    Mela Eckenfels

    25 Feb 11 at 02:00

    Reply

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