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July '14



Notmyhumanism

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2. Kranke und Behinderte sollten mit allen Mitteln gefördert werden – Krankheit und Behinderung jedoch nicht! Ich halte diese Differenzierung nicht für „behindertenfeindlich“, sondern, ganz im Gegenteil, für „behindertenfreundlich“.

Quelle: Giordano Bruno Stiftung: Zur Debatte um Peter Singer



Heißt übersetzt: Eigentlich finden wir es total scheiße, dass es euch gibt. Aber wenn ihr schon mal da seid finden wir es humaner es euch ein bisschen netter zu machen. Lebenswert? Ach jetzt werdet aber nicht albern.


Giordano Bruno Stiftung #notmyhumanism



Noch ein Schmankerl gefällig?



Es ist völlig inakzeptabel (und behindertenfeindlich!), die Opfer dieses Massenmords mit ausselektierten Embryonen gleichzusetzen, die zu keinerlei Empfindungen fähig sind! Gerade diejenigen, die sich für die Rechte schwerstkranker oder behinderter Menschen einsetzen, sollten sich gegen derartige Vergleiche in aller Deutlichkeit zur Wehr setzen!

Quelle: Ist die Giordano-Bruno-Stiftung „behindertenfeindlich“?



Ausselektiert. Na dann.


(man ableism)

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Last modified on 2011-06-02 19:15


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10 Comments to Notmyhumanism

  1. Das ist eine recht eigenwillige Interpretation. Gemeint ist, soweit ich viele Aussagen von MSS und anderen Mitgliedern der GBS verstanden habe: "Es ist beklagenswert, dass immer noch viele Menschen durch Krankheit und Behinderung leiden. Deshalb ist es gesellschaftliche Pflicht, ihnen trotzdem ein möglichst leidarmes Leben zu ermöglichen. Gleichzeitig ist es ebenso gesellschaftliche Pflicht, voraussehbares Leid rechtzeitig zu verhindern." Ich füge hinzu: Nicht aus ökonomischen Gründen, sondern aus Mitgefühl mit den späteren Betroffenen.

    Jaddy

    02 Jun 11 at 15:59

    Reply

  2. Worin unterscheidet es sich von meiner Aussage? Im Gegenteil. Du machst die Arroganz und den Patronismus noch deutlicher. Da entscheidet jemand von oben herab, das jemand leidet und ist so großherzig Mitgefühl zu empfinden.. Beziehungsweise entscheidet das Behinderung grundsätzlich Leiden bedeutet und deswegen verhindert werden sollte.

    Mela Eckenfels

    02 Jun 11 at 16:12

    Reply

  3. Da muss ich jetzt Mela beipflichten: "Leiden" ist sicher der falsche Ausdruck bei vielen Formen von Behinderungen. Die eigentlichen Nachteile könnten durch entsprechende Barrierearmut bzw. Interaktionsvielfalt minimiert werden und entstehen so erst durch eine "passive Diskrimination" der restlichen Gesellschaft.

    Es gibt aber auch Krankheiten und Behinderungen, die tatsächlich zwingend mit physischem Leidenn verbunden sind. Auf diese bezieht sich Peter Singer vor allem. Es ist überhaupt fraglich, ob man hier überhaupt den Begriff "Behinderung" anwenden sollte. Von dem, was wir uns klassisch vorstellen, wenn wir von Behinderung sprechen, redet Singer ja gar nicht.

    Diese Übertragung findet meist erst durch seine Kritiker statt.

    NineBerry

    02 Jun 11 at 17:32

    Reply

  4. Nunja. Die Wortwahl u.a. der Giordana Bruno Stiftung, MSS etc. lässt da schon tief blicken wie getickt wird. Nix mit Übertragung durch Kritiker.

    Mela

    02 Jun 11 at 18:43

    Reply

  5. Du stellst die Position falsch dar. Es ist nicht gemeint "Eigentlich finden wir es total scheiße, dass es euch gibt." sondern "Wir finden es total scheiße (für euch), dass ihr Einschränkungen habt".

    Zitat "Weder Singer noch die Giordano-Bruno-Stiftung hätten dabei aber jemals – wie Markus Kurth unterstellte – behauptet, dass Krankheit und Behinderung „automatisch“ bedeuteten, dass die Betroffenen kein lebenswertes Leben führen würden: „Eine solche Aussage wäre doch auch völlig absurd! Jeder von uns kennt Menschen, die trotz schwerer Behinderungen oder Krankheiten ihr Leben nicht nur genießen, sondern in bewundernswerter Weise meistern. An dem, was sie leisten, können sich viele ‚gesunde Menschen‘ ein Beispiel nehmen.“"

    Es ist doch aber völlig klar, dass es erstrebenswert ist, das Auftreten von Behinderungen zu vermeiden. Viele Behinderungen sind ja auch nicht die Folge einer erblichen Veranlagung, sondern von Unfällen. Es ist natürlich sinnvoll, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um das Auftreten von solchen Unfällen zu verhindern oder die Folgen abzumildern.

    Wenn jemand z.B. einen Unfall hatte und die Wirbelsäule dabei verletzt wurde, dann wird das ärztliche Bemühen und das Hoffen des Patienten, dass es zu keiner dauernden Querschnittslähmung kommt, wohl kaum als behindertenfeindlich gewertet werden können.

    Ich habe meinen Zivildienst im Bereich der Schwerstbehindertenbetreuung durchgeführt und dabei einen Tetraspastiker betreut. Seine Behinderung ging zurück auf einen Sauerstoffmangel während der Geburt, der auftrat, weil Arzt und Hebamme nicht schnell genug reagierten. Der Versuch, so etwas zu verhindern, kann ja nicht als behindertenfeindlich interpretiert werden. Es ist klar, dass jedes einzelne Individuum es vorziehen würde, nicht von einer Behinderung betroffen zu sein.

    Im Falle einer Selektion vor der Geburt muss man klare Grenzen ziehen, was sinnvoll ist und was nicht. Wenn man beispielsweise Eltern, die wissen, dass sie die Anlagen zu einer schweren Krankheit oder Behinderung besitzen, die Möglichkeit gibt, bei der Fortpflanzung diese Krankheits- oder Behinderungsgene auszuschließen, so kann ich daran nichts schlechtes erkennen. Es handelt sich nicht um eine Herabwürdigung der lebenden (oder zukünftig geborenen) Menschen, die von der Krankheit oder Behinderung betroffen sind, genauso wie es nicht eine Herabwürdigung von Querschnittsgelähmten darstellt, wenn Ärzte versuchen, Querschnittslähmung als Folge von Unfällen zu vermeiden.

    Sinnvoll ist hier aber nur der Einsatz in Fällen, wo es um einzelne Probleme geht, deren Auftreten im voraus bekannt ist. Ein massenweises Aussortieren oder Vorsortieren von Embryonen im Allgemeinen ist nicht sinnvoll. Viele Krankheiten oder Behinderungen lassen sich im voraus nicht eindeutig vorhersagen und ein gezieltes "Züchten" von Menschen hat andere biologische Nachteile, die man bei von Menschen gezüchteten Pflanzen- und Tierarten deutlich sieht: Die schädlichen Erbmerkmale, die nicht im Fokus der Zucht liegen, werden verstärkt.

    Sinnvoll ist es auch, hier zwischen der Art von Krankheit oder Behinderung zu unterscheiden. Eine Krankheit oder Behinderung, die tatsächlich nur eine "Behinderung" darstellt, die durch technische oder administrative Mittel kompensiert werden kann, ist sicher anders zu bewerten als eine Krankheit oder Behinderung, die tatsächlich zu ständigen Schmerzen, zu einem leidvollen oder extrem kurzen Leben führt.

    Natürlich darf eine Selektion auch nie zum Zwang werden. Wenn Eltern sich dazu entscheiden, ein Kind zu bekommen, obwohl sie wissen, dass es sicher oder mit einiger Wahrscheinlichkeit krank oder behindert sein wird, dann ist das ihr gutes Recht.

    Deswegen und weil Behinderungen eben nicht sicher vorhersagbar sind und weil Behinderungen eben auch aufgrund von Unfällen oder Krankheiten auftreten, wird es auch in Zukunft weiterhin immer Menschen mit den unterschiedlichsten Formen von Behinderungen geben.

    Ganz unabhängig wie groß ihre Zahl ist, muss es immer Aufgabe der Gesellschaft sein, ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die entsprechenden Maßnahmen zur Herstellung von Barrierearmut sind deswegen immer notwendig. Und die GBS bekennt sich ja eindeutig dazu.

    NineBerry

    02 Jun 11 at 16:03

    Reply

  6. "Es ist klar, dass jedes einzelne Individuum es vorziehen würde, nicht von einer Behinderung betroffen zu sein."

    Ach?

    Mela Eckenfels

    02 Jun 11 at 16:06

    Reply

  7. Kommt natürlich auch darauf an, wie weit du Behinderung definierst. Wenn die Behinderung aus der Abwesenheit einer bestimmten Funktion besteht, dann bin ich sicher, dass meine Aussage auf 99,9% der Menschen zutrifft. Wenn nur um eine Abweichung geht, sicher nicht.

    Wichtig ist, dass Peter Singer, wenn er von Sterbehilfe und Embryonalselektion spricht, sich nur auf solche Krankheiten und Behinderungen bezieht, die tatsächlich mit physischem Leiden für die Betroffenen verbunden sind. Singer würde nie argumentieren, dass es sinnvoll sei, wenn ein Taubstummer oder Spastiker Sterbehilfe in Anspruch nimmt. Wenn sich aber jemand z.B. im Endstadium einer nicht heilbaren Krebserkrankung befindet, wo er permanent unter heftigen Schmerzen leidet, so muss ihm diese Option offenstehen.

    NineBerry

    02 Jun 11 at 16:28

    Reply

  8. Vielleicht solltest du deine Ansichten überprüfen bevor du sie aufstellst? Nur so ein Vorschlag.

    Mela

    02 Jun 11 at 16:51

    Reply

  9. Also, ich bin mir ziemlich sicher: Wenn man alle Menschen fragt, ob sie gern fliegen können würden, werden sicher 99,9% nicht nein sagen. Und dabei bleibe ich auch ohne irgendwelche Studien ;-)

    NineBerry

    02 Jun 11 at 17:12

    Reply

  10. *hüstel*

    @NineBerry: Mich wundert es nicht, dass du das Wort "taubstumm" benützt, da es einfach zum Weltbild von den Singer-Fans passt.

    Korrekt wäre nämlich der Begriff "gehörlos" oder "schwerhörig", wenn es um Menschen geht, deren Ohren etwas oder ganz außer Betrieb sind.

    Ich werde sicherlich noch zu Singer etwas bloggen, weil ich seine Ausführungen ungeheuer perfide finde, wenn man mal bedenkt, wofür sich Great Ape sich eigentlich einsetzt und ich spreche den großen Menschenaffen wie dem Rest der Tierwelt garantiert nicht das Recht auf einen humanen Umgang ab.

    EinAugenschmaus

    02 Jun 11 at 18:16

    Reply

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