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June '13



Broken by Design: Handytickets für den öffentlichen Nahverkehr

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In Deutschland, dem angeblichen Land der Tüftler und Erfinder, tut man sich schwer mit diesen neuen .. Dings .. Bumms ... na diesem Internetkram eben, zu dem dieser Smartphone-Mobil-Kram ja auch irgendwie gehört. Besonders sichtbar wird es beim leidigen Thema "Handyticket".



Es könnte so schön einfach sein. Der Berufsreisende läd sich eine App auf sein Smartphone, die ist an einen Micro-Payment-Service geflanscht, er sucht sich vor Ort die benötigte Fahrkarte aus und fährt mit den Öffentlichen statt mit dem Taxi, selbst wenn er gerade kein Kleingeld in der Tasche hat oder sich die Schlange vorm Automaten dreimal um den Block wickelt.

Denkste. Nicht wenige Städte haben zwar ein Handyticket eingeführt, aber scheinbar hat eine Firma (deren Namen hier nicht genannt werden soll, aber einfach mal im Store nach "KVV" suchen) sogar Metropolen wie Frankfurt eingewickelt und ihnen ein Stück Software angedreht, dass mit Schrott noch freundlich bezeichnet ist. Zum Beispiel die KVV-App will mit dem Interface scheinbar 'modern' sein ... modern war die Bedienung im Stil eines einarmigen Banditen aber nur im Las Vegas der 70er Jahre.

Und wer erwartet, wenigstens alle Fahrkartentypen für das gesamte Netz des KVV erwerben zu dürfen, der kann im Off das Hohngelächter der Verantwortlichen hören. Das gesamte Angebot gibt es eben nur am Automat. Warum? Kundenunfreundlichkeit mußte in Deutschland ja noch nie begründet werden. Immerhin erfahren wir auch nicht, warum man beim Handyticket der Deutschen Bahn über die App zwar Plätze im Großraumabteil reservieren kann, die Option "mit Tisch" aber nur auf dem Webinterface zur Verfügung steht.

Ebenfalls ausgelacht wird, wer glaubt, dass er eine App dieser Firma installieren könnte um damit in allen von ihnen betreuten Netzen fahren zu können. Nein. Es gibt natürlich für jede Stadt eine andere App. Vielreisende sollten auf genug App-Space auf dem Smartphone achten. Und auf jeglichen anderen Schnickschnack verzichten.

Auf dem Holzweg ist, wer glaubt sich die App herunterläd könnte dann auch gleich eine Karte kaufen. Nö. Natürlich muß zuerst über das Webinterface der jeweiligen Verkehrsbetriebe ein Account angelegt und die Zahlungsinformationen hinterlegt werden. Und ja, obwohl alles aus einer Softwareschmiede stammt ... für jede App und den dazugehörigen Verkehrsbetrieben ein mal bitte Account anlegen. Der Versuch das mit dem Browser vom Smartphone aus zu erledigen, ist ungefähr so erfolgreich wie die Mühen eines gewissen Tantalos.

Einen winzigen Lichtblick bringen unter anderem die Verkehrsbetriebe aus Hamburg, dem Rhein-Ruhr-Gebiet oder Südbaden. Sie haben sich zur Initiative "Handyticket" zusammengeschlossen. Auch für deren Handyticket muß man immer noch einen Account über ein Webinterface anlegen, aber es bleibt immerhin bei einer App und einem Account für insgesamt 19 Verkehrsbetriebe.

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Last modified on 2012-06-12 07:41


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  1. vvv.koehntopp.de

    12 Jun 12 at 07:41

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