Die protestantische Arbeitsethik lebt
Wenn es um Arbeit und den Lebensunterhalt geht, gibt es vor allem zwei Typen Menschen.
Die eine, weitaus größere, Gruppe, arbeitet um sich das Leben nach der Arbeit zu finanzieren. Das bedeutet, sie reissen die Arbeitszeit mehr oder weniger motiviert herunter, aber ihr eigentliches Ziel ist genug Geld zu haben um auszugehen, sich die Hobbies zu finanzieren oder eine schöne Zeit mit der Familie zu verbringen. Ihr Leben beginnt eigentlich erst, wenn sie die Bürotüre hinter sich schließen und den Job zurücklassen.
Eine kleinere Gruppe arbeitet aus Leidenschaft. Sie haben einen Beruf gewählt der in sich schon ziemlich spannend ist oder kreativ. Sie sind Grafiker, Schauspieler, Lektoren, Rennfahrer ... Sie können die Bürotür nicht hinter sich zumachen, weil die Arbeit ein Teil des Lebens ist. Weil sie auch Nachts und auf dem Klo weiter an ihren Ideen brüten. Wenn sie sich mit Anderen unterhalten, dann spielt die Arbeit meistens immer noch eine Rolle. Sie definiert sie. Erfüllt sie.
Und weil die Arbeit für diese Gruppe mehr ist als Arbeit - und daran meist nicht soviel Bedarf besteht, wie an Kassierern, Lokführerinnen oder Gärtnern, ist die Arbeit in den meisten Fällen ziemlich mager bezahlt und das persönliche Risiko hoch. Oft genug sind die Leidenschafts-Arbeiter gezwungen oder frei gewählt Freiberufler und verzichten auf alle Annehmlichkeiten eines festen Arbeitsplatzes, wie Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle, Weihnachtsgeld und vom Arbeitgeber finanzierte Krankenversicherung. Kurz: Sie verzichten auf jede finanzielle Sicherheit.
Während die zweite Gruppe der ersten Gruppe den Lohn durchaus gönnt - immerhin kümmern sie sich um den Kram den ja auch jemand machen muß, der aber nicht ganz so reizvoll ist wie bunte Männchen auf den Bildschirm zu malen - ist die erste Gruppe der Meinung, dass die zweite Gruppe ja eigentlich gar nicht arbeitet. Und wer nicht arbeitet soll auch nicht essen.
Es ist sowohl erstaunlich, wie auch erschreckend, dass Arbeit die aus intrinsischer Motivation übernommen wird, immer noch als minderwertige Arbeit angesehen ist.
Die alte luthersche bzw. calvinistische und damit zutiefst protestantische Arbeitsmoral hält auch jene immer noch in den Pranken, die sich selbst als liberal oder libertär und aufgeklärt betrachten.

Die eine, weitaus größere, Gruppe, arbeitet um sich das Leben nach der Arbeit zu finanzieren. Das bedeutet, sie reissen die Arbeitszeit mehr oder weniger motiviert herunter, aber ihr eigentliches Ziel ist genug Geld zu haben um auszugehen, sich die Hobbies zu finanzieren oder eine schöne Zeit mit der Familie zu verbringen. Ihr Leben beginnt eigentlich erst, wenn sie die Bürotüre hinter sich schließen und den Job zurücklassen.
Eine kleinere Gruppe arbeitet aus Leidenschaft. Sie haben einen Beruf gewählt der in sich schon ziemlich spannend ist oder kreativ. Sie sind Grafiker, Schauspieler, Lektoren, Rennfahrer ... Sie können die Bürotür nicht hinter sich zumachen, weil die Arbeit ein Teil des Lebens ist. Weil sie auch Nachts und auf dem Klo weiter an ihren Ideen brüten. Wenn sie sich mit Anderen unterhalten, dann spielt die Arbeit meistens immer noch eine Rolle. Sie definiert sie. Erfüllt sie.
Und weil die Arbeit für diese Gruppe mehr ist als Arbeit - und daran meist nicht soviel Bedarf besteht, wie an Kassierern, Lokführerinnen oder Gärtnern, ist die Arbeit in den meisten Fällen ziemlich mager bezahlt und das persönliche Risiko hoch. Oft genug sind die Leidenschafts-Arbeiter gezwungen oder frei gewählt Freiberufler und verzichten auf alle Annehmlichkeiten eines festen Arbeitsplatzes, wie Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle, Weihnachtsgeld und vom Arbeitgeber finanzierte Krankenversicherung. Kurz: Sie verzichten auf jede finanzielle Sicherheit.
Während die zweite Gruppe der ersten Gruppe den Lohn durchaus gönnt - immerhin kümmern sie sich um den Kram den ja auch jemand machen muß, der aber nicht ganz so reizvoll ist wie bunte Männchen auf den Bildschirm zu malen - ist die erste Gruppe der Meinung, dass die zweite Gruppe ja eigentlich gar nicht arbeitet. Und wer nicht arbeitet soll auch nicht essen.
Es ist sowohl erstaunlich, wie auch erschreckend, dass Arbeit die aus intrinsischer Motivation übernommen wird, immer noch als minderwertige Arbeit angesehen ist.
Die alte luthersche bzw. calvinistische und damit zutiefst protestantische Arbeitsmoral hält auch jene immer noch in den Pranken, die sich selbst als liberal oder libertär und aufgeklärt betrachten.
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8 Comments to Die protestantische Arbeitsethik lebt
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Es gibt allerdings auch Menschen die leidenschaftlich einen hochbezahlten Job machen. Man denke nur an die Information Workers.
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Es gibt hochbezahlte Menschen unter den Leidenschafts-Arbeitern. Nur sieht die Realität für die Mehrheit anders aus. Kaum einer, der mit hohem Gehalt in z.B. eine Werbeagentur einsteigt, auch wenn deren Chefs sich die Nase mit Gold pudern können. Und so weiter.
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Wobei, es ist schonb lustig. wenn irgendwo steht, dass du eine Lesung machst, stellen "alle" das ehrerbietig fest (von Minerwertigkeit keine Spur) - um dann nicht zu kommen. Der Eintritt war frei.
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Ich kann mich in keiner der beiden Gruppen zuordnen und könnte mir vorstellen, dass das vielen Leuten in sozialen Berufen so geht: Einen harten, schlecht bezahlten Job machen, aus Überzeugung. Auch wenn es nicht immer Spaß macht, bringt man vollen Einsatz, nimmt viele Einschränkungen hin (Schichtdienst, an Wochenenden und Feiertagen arbeiten) und bekommt dafür recht wenig Dankbarkeit und Anerkennung. Weil man davon überzeugt ist, dass die Arbeit sinnvoll und notwendig ist.
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Das ist ein Grund, aus dem Pflegeberufe so beschissen(sorry) bezahlt werden. Die intrinsische Motivation (Helfen wollen) wird vorrausgesetzt.
In diesem Sinne stehen Pflegeberufe tatsächlich eher auf der Seite der "Liebhaber"-Berufe als auf der Anderen. -
Was ich übrigens, auch angesichts der Verantwortung die Menschen in Pflegeberufen übernehmen, einen echten Skandal finde.
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Ist mir zu sehr Schubladendenken.
Man kann auch zur zweiten Gruppe gehören ohne einen vorrangig kreativen Beruf auszuüben. -
Und was kann man gegen diese offensichtliche Minderschätzung einer richtigen Berufswahl tun? Any ideas?



