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August '14



Szenen einer Ehe: Syntax

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Bernd und Mela unterhalten sich über die MLPD, ihre Jugendorganisation Rebell und deren gespaltenes Verhältnis zu Amerika und Coca Cola.

Bernd: "Das muss ich beschlagnehmen."

Mela: Hä?

Bernd: "Das muß ich beschlagnehmen." Ha! Du weißt nicht woher das Zitat ist?

Mela: Wie?

Bernd: Es ist aus "Eins, Zwei, Drei"

Mela: Sagte er da nicht "beschlagnahmen"?

Bernd: *grillenzirpen*Niederstarren des Todes*

Mela: Wenn du den falschen Syntax verwendest, kannst du nicht erwarten, dass ich es korrekt parse.

Bernd: *grillenrockkonzert*Niederstarren des Weltuntergangs*

Mela: Was denn?



Posted by Mela Eckenfels

03/06/2011 at 01:50:31

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Sense of impatience

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Sitze grade in den 15. Karlsruher Gesprächen rund um Google und Social Media. Ian Rowlands redet über den "Sense of Impatience" und dass heute 'junge Leute' Fach-E-Books nicht mehr lesen, sondern nur noch durchblättern und die Kapitelzusammenfassungen lesen.

Zynischer Gedanke:

Liegt vielleicht daran, dass man den Inhalt locker in Abstracts zusammenfassen kann und der Rest nur aus füllenden Worten besteht. Wie dieser Vortrag. Kann ich bitte den Abstract haben?

*Gähn*

Posted by Mela Eckenfels

02/12/2011 at 10:46:23

Posted in Internet, Karlsruhe

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Wie Kulturschaffende Geld verdienen

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Wie bereits mehrmals erwähnt, sind Kulturschaffende in der überwiegenden Mehrheit freiberufliche Unternehmer. Als solche unterliegen sie den Gesetzen des Marktes und der ist im Kulturbereich weniger vorhersagbar als beispielsweise im Bereich der IT-Beratung. Manche Kulturarbeiter produzieren fassbare Werke, wie Skulpuren oder Gemälde, manche weniger fassbare, weil kopierbare, Werke wie Bücher, Zeichnungen oder Musik.

Ein Autor, der von seinen Tantiemen leben möchte, muss wie am Fließband schreiben. Entweder für den Bereich der Heftromane, die am Bahnhofskiosk verkauft und ebenso nebenbei konsumiert werden wie die BILD, oder indem er sich schon einen Namen gemacht hat und durch Marketing und Ruf eine gewisse Lesergemeinde erworben hat.

Nicht jeder Autor ist Willens oder in der Lage dieses Tempo durchzuhalten. Beim Heftroman ist das ein Ausstoß von einem Roman in 3-4 Wochen. Also heißt für den durchschnittlichen Kulturschaffenden das Zauberwort: Mischkalkulation.

Wie in den Kommentaren zu diesem Artikel schon erwähnt, bedeutet es, dass ein Produzent einerseits "freie Werke" schafft, die von Anfang bis Ende seine Kopfgeburten sind, dass er aber zusätzlich Auftragsarbeiten annimmt. Ich will das hier mal "Pflicht" für Auftragsarbeiten und "Kür" für die 'freien Werke' nennen.

Konkret sieht es dann so aus, dass beispielsweise Petra A. Bauer die eigentlich Krimi- und Jugendbuchautorin ist, dann auch mal eine Kinderbroschüre zum Thema Solarenergie betextet oder Kolumnen für Magazine schreibt. Beim Comiczeichner Flix wären die "Heldentage" die Kür und Firmenmaskottchen oder Illustrationen für kommerzielle Publikationen die Pflicht.

Die Pflicht macht es vielen Kulturschaffenden erst möglich, sich zu professionalisieren und den Beruf eben nicht als Hobby zu betreiben. Sie ermöglicht den grundlegenden Selbsterhalt, Fortbildung, finanziert die Recherche für die Kür oder das Atelier. Damit die Mischkalkulation aber aufgehen kann, muß auch die Kür früher oder später zum gesamten Lebensunterhalt beitragen. Je weniger die Kür abwirft um so mehr muß ein Kulturschaffender auf der Pflicht-Seite hinzuverdienen.

Auf die Pflicht ganz zu verzichten, schaffen nur die 'Oberen Zehntausend'. Also die Kunstarbeiter, die über ihre Kunst durchaus zu Wohlstand oder Reichtum kommen können. Wer es 'schafft' und wer damit reich wird, hängt von vielen Faktoren ab und ein Großer nennt sich Zeitgeist.

Jeder Kulturschaffende, den ich näher kenne, liegt ständig im Kampf damit Pflicht und Kür ausbalanciert zu halten. Die Pflicht mit ihren engen Terminen, anspruchsvollen Auftraggebern und hohen Anforderungen, raubt zu oft der Kür die Zeit und Energie. Zumal die Kür dann ja irgendwie geschoben werden kann und die Pflicht eben nicht.

Künstler die es nicht 'geschafft' haben, müssen der Pflicht einfach zum Selbsterhalt einen größeren Spielraum einräumen, als ihnen selbst lieb ist - oder für ihr inneres Wohl gut ist.

Denn eigentlich will jeder Künstler das herauslassen, was in ihm schlummert und an die Oberfläche drängt. Das klingt nun melodramatisch, aber die Nicht-Kulturschaffenden die diesen Artikel lesen, müssen mir hier einfach mal glauben. Das ist so, und dieses innere Drängen kann manchmal verdammt weh tun.

Die Pflicht ist aber noch etwas anderes als 'lästige Pflicht' zum Erwerb des lebensnotwendigen Minimums:

Die Pflicht ist gesteuerte und kontrollierte Kultur.

Nehmen wir zum Beispiel einen Bildhauer. Auch ein Bildhauer würde sicherlich am Liebsten ständig an den Skulpturen arbeiten, die in hoch-inspirativen Momenten vor seinem inneren Auge entstehen. Eine wichtige Einkommensstütze für Bildhauer, sind aber die 5%, die beim Bau jedes neuen öffentlichen Gebäudes für Kunst ausgegeben werden müssen. Nun wird ein Bildhauer, der den Auftrag bekommt ein Bildnis für den Neubau des Finanzamtes zu schaffen, keine Statue schaffen können, die den Bürger im Würgegriff der Behörde darstellt.

Auch ein Künstler, der angestellt wird eines der bekannten, protzigen Gebilde zu erschaffen mit denen große Bankhäuser gerne den Vorgarten schmücken, wird kaum das Milliardengrab der Bankenrettung thematisieren können.

Auch öffentliche Gelder der Kulturförderung wurden schon oft genug zurückgezogen, wenn Kunstwerke Regierenden oder anderen einflußreichen Personen ein Dorn im Auge waren. Die damalige Regierung versuchte zum Beispiel gegen einen Literaturpreis für den Jugendroman "Die Wolke" zu intervenieren, weil er der Atompolitik in die Quere kam.

Auch wenn viele 'offene Kunstfreunde' gerne versuchen einen anderen Eindruck zu erwecken. Auftragswerke müssen immer auch dem Geschmack des Auftraggebers entsprechen und dürfen ihm nicht vor die Füße pinkeln. Man beisst nicht die Hand, die einen füttert.

Richtungsänderungen in der Kultur, sind nur durch freie Werke möglich, die ihre Chance haben müssen auf dem freien Markt ihre Liebhaber zu finden. Egal wie lange es dauert.

Die radikal neue Form der Malerei, mit der die Impressionisten dem damaligen Kunstverständnis mit offener Hand ins Gesicht schlugen, wäre nicht mit Auftragswerken erreicht worden.



Jeder der an den Möglichkeiten sägt freie Kunst unbehindert zu monetarisieren, muss sich bewusst sein, dass seine eigentliche Forderung lautet:

Ich will mehr kontrollierte, subventionierte und finanz-gesteuerte Kultur.

Posted by Mela Eckenfels

02/11/2011 at 18:25:24

Posted in Gesellschaft, Piratenpartei

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Last modified on 2011-02-14 17:47


Butter bei die Fische ...

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... nur wer den Kulturmarkt kennt, kann auch darüber diskutieren.


Die ganze Urheberrechtsdebatte krankt daran, dass sie maßgeblich von zwei Seiten befeuert wird: Die Seite der Content-Großindustrie, die sowohl die Bodenhaftung als auch den Kundenkontakt vor Jahrzehnten verloren hat und die die eigentlichen Kulturschaffenden als gesichtslose, austauschbare Horde von Melkkühen sieht. Und der Seite der Konsumenten, die - von der Content-Industrie pauschal kriminalisiert wird, die sich als Kunden schon lange nicht mehr ernst genommen fühlen und gelegendlich das Gefühl haben, dass sie ausgenommen werden sollen. Kommentar, wie die eines Bosses einer großen Kino-Kette, dass Kinofilme noch viiiel zu billig seien, liefern diesem Eindruck neues Brennmaterial. Oder die Forderung, dass E-Book-Preise immer dem Preis eines Hardcovers entsprechen müssen.

Dazwischen stehen die Produzenten. Sie führen eine Schlacht an zwei Fronten. Einmal müssen sie, als freiberufliche Unternehmer, ihre Forderungen immer gegen die Verwerter durchsetzen und dort kämpfen einige mit ziemlich schmutzigen Tricks um möglichst wenig vom Kuchen an die eigentlichen Produzenten abgeben zu müssen. Schon die Forderung nach einem Prozent mehr Autorenbeteiligung beim nächsten Buch - in einer Reihe die sich wie geschnitten Brot verkaufte - führte in einem mir bekannten Fall dazu, dass der Verlag sich doch lieber einen anderen Autoren ins Haus holte. Ein Prozent mehr Autorenbeteiligung bedeutet selten mehr als ein paar Cent pro Buch.

An der anderen Front kämpfen zu viele Produzenten gegen die Konsumenten - die eigentlich ihre Freunde sein sollten. Einige Produzenten lassen sich von der Content-Industrie vor den Karren spannen, wie beispielsweise Metallica, die ein sehr restriktive Politik gegen Filesharer befürworten oder Madonna die reichlich übertrieben mit einem Staubsauger dagegen protestierte, dass ihre Videos auf Youtube gepostet werden. Einen ähnlichen Effekt hatte die Heidelberger Erklärung für den Buchbereich.

Dadurch wird die Position der Produzenten bei den Konsumenten nicht besser. Diese übertragen das Gefühl des Übervorteilt-Werdens von der Content-Großindustrie auch nahtlos auf alle Produzenten. Dazu kommt ein gerütteltes Maß an Legendenbildung über die neuen Möglichkeiten des Internets die alle(!) alten Vertriebswege überflüssig machen sollten und - wie man den Kommentaren zu meinem Artikel unschwer entnehmen kann - auch ein nicht geringes Maß an Ignoranz und Arroganz dem Produzenten gegenüber.

An diesem Punkt unterscheidet sich die Content-Großindustrie erstaunlicherweise nicht vom Konsumenten mit Extremansichten. Beide halten den Produzenten für das Mitglied einer gesichtslosen Masse, dessen Produkte von zweifelhafter Qualität sind, die sowieso überbezahlt sind und sich mit dem hart erarbeiteten Geld des Konsumenten ein Schloß auf Ibiza kaufen.

Zur Verteidigung der Konsumenten führe ich an, dass ihnen im Allgemeinen nur die großen Namen wirklich bekannt sind. Sei es J.K. Rowling, die Gerüchten zufolge inzwischen reicher als die Queen von England ist, sei es ein "Spice Girls"-Sternchen, dass sich mal eben ein Schloß zulegt oder Elvis mit Graceland.

Die große Masse der Produzenten wird nicht reich, kann sich aber selbst erhalten. Hier geht es nicht darum Luxus zu finanzieren, sondern auch Kulturarbeitern menschenwürdige Bezahlung für ihre Arbeit zuzugestehen ohne gleich alles krampfhaft zu subventionieren, dass sich Kultur nennt.


Das große Problem in der Diskussion zum Urheberrecht, beziehungsweise dessen Umbau, ist dass die drei beteiligten Gruppen nicht miteiander reden.

Die Content-Großindustrie ist es gewohnt Preise diktieren zu können und dass das Geschäft auch ohne Austausch mit dem Konsumenten läuft. Sie ist gewohnt, das Spiel über den Mangel zu diktieren. Auf eine Zeit ohne Mangel sind sie nicht eingestellt und derzeit sehen viele von ihnen den Weg der Justiz als gangbar um die 'alte Ordnung' wiederherzustellen.

Die Produzenten waren es gewohnt vor sich hinzuwurschteln. Konsumentenkontakt gab es ehemals höchstens durch Fanpost und schon Interviews geben oder Live-Konzerte galt als Beziehung. Alles meist gefiltert durch die Industrie als Zwischenglied und Vermittler. Viele Produzenten bemerken jetzt erst so langsam, dass sie auch direkt mit ihren Lesern oder Hörern sprechen können und gehen damit noch unbeholfen um. Zudem übersehen sie oft die eigene zweite Rolle. Produzenten sind immer auch Konsumenten und können nicht selten erstaunlich schnell und unreflektiert von einer Rolle in die nächste umschalten. Da passiert es durchaus, dass sich ein Textarbeiter, der sich wenige Sekunden zuvor über Urheberrechtsverletzungen an eigenen Texten ereiferte, im nächsten Moment darüber beschwert dass ein Fotograf für das online genutzte Promofoto auf einmal zusätzlich bezahlt werden will, wenn das Foto den Klappentext eines Buches zieren soll.

Die Konsumenten leben in einer Welt, die durchdrungen ist mit Kultur. Dass ein Radiosender um Mitternacht das Programm abschaltet und man dann auf die Musik angewiesen ist, die man zuhause hat - sei es auf Schallplatte oder 'illegal' im Radio mitgeschnitten, das ist heute unbekannt. Nahezu jegliches Gut populärer Kultur kann rund um die Uhr ohne Hindernisse besorgt und konsumiert werden. Radioprogramme senden rund um die Uhr, das Fernsehen ebenso. Es gibt nicht nur Videotheken mit Öffnungszeiten, sondern Online-Videotheken und Bücher die noch nicht als E-Book verkauft werden, finden sich ziemlich wahrscheinlich im Torrent. Das Musik, Filme und Bücher aber ebensowenig aus dem Torrent kommen, wie Strom aus der Steckdose oder Milch aus dem Kaufladen, machen sich die wenigsten bewusst. Ebensowenig, dass auch die theoretische Verfügbarkeit einer Armee von Hobbymusikern, -Filmern und -Autoren diese Durchdringung des Alltags mit Kultur, die wir heute als selbstverständlich empfinden, nicht garantiert.


Bevor das Urheberrecht gerecht umgestaltet werden kann, müssen sich alle beteiligten Parteien über mehrere Dinge klar werden:


  • Kein Glied der Kette ist überflüssig. Weder die Kunden, noch die Produzenten noch die Verwerter werden überflüssig werden. Allem freien Internet und allen Visionen zum Trotz.

  • Die Verwerter würden sich mit dem Gedanken anfreunden müssen, gut zu verdienen aber nicht in obszönen Margen. (Wobei es nur ein kleiner Teil der Verwertungsindustrie ist, der wirklich obszön viel verdient. Für kleine Labels, kleine Verlage, kleine Filmfirmen gilt was für den durchschnittlichen Produzenten gilt. Sie verdienen nicht mehr und nicht weniger als der Durchschnitt im unteren Mittelfeld.) Sie wird sich auch damit abfinden müssen, das Kultur eben kein 'Geschäft wie jedes andere' ist, sondern eine gewisse Verantwortung der Gesellschaft gegenüber damit verbunden ist.

  • Die Produzenten müssen sich mit dem Gedanken anfreunden, dass ihr Leben auch in Zukunft kein Ponyhof sein wird. Der Markt wird vermutlich noch fragmentierter sein, als es jetzt schon ist. Neue Möglichkeiten bringen immer auch neue Schwierigkeiten mit sich. Sie werden sich auch daran gewöhnen müssen, möglicherweise nur noch von den Konsumenten bezahlt zu werden, die ihre Produkte auch tatsächlich konsumieren und mögen. (Buchverkäufe z.B. bilden nicht ab, welche Bücher tatsächlich gelesen werden. Noch weniger Downloadraten bei E-Books, Filmen oder Musik. Vieles wird in Hamsterlaune heruntergeladen und führt dann ein vergessenes Dasein in staubigen Ecken einer Festplatte.)

  • Die Konsumenten werden sich mit dem Gedanken abfinden müssen, dass Kunst und Kultur vielleicht frei sein soll, Künstler und andere Wissensarbeiter aber eben doch nicht von Luft, Liebe und Applaus leben, sondern vom Brot für das sie beim Bäcker nicht weniger bezahlen müssen als alle anderen auch.
    Das zur Produktion von Kultur mehr gehört als 100 Affen vor hundert Schreibmaschinen zu setzen, ein paar Tasten am Synthie zu drücken oder etwas Farbe auf eine Leinwand zu klatschen. Das Wege gefunden werden müssen wie Künstler von ihrem Tun weiterhin leben können und dass das Wikipedia-Modell nur eine Ausnahme sein kann, aber nicht die Regel.



Schon seit Jahren versuche ich meinen Teil beizutragen, diese Gespräche in Gang zu bringen. Kollegen von Überreaktionen abzuhalten und ihnen zu versichern, dass die Konsumenten sie eigentlich gar nicht ausräubern wollen. Dank den Kommentaren in diesem Artikel, ist meine Überzeugung selbst ins Wanken geraten. Dennoch versuche ich damit weiterzumachen. In alle Richtungen. Weil ich kann.

Und hier geht es demnächst weiter:


Posted by Mela Eckenfels

02/10/2011 at 21:01:25

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Last modified on 2011-02-11 18:43


Argumente

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"Die Erde gehört uns allen. Wenn du dir auf einem Stück davon ein Haus baust, musst du aber auch andere die Zimmer darin vermieten lassen. Du hast dann ja immer noch den Keller in dem du wohnen kannst.!"


"Also sie arbeiten für uns, aber ich mag sie nicht bezahlen. Dafür schraube ich ihr Namensschild neben die Tür. Dann werden ganz sicher andere ihren Namen googeln, sehen was sie so alles Tolles machen und sie verdienen dann noch viel, viel mehr!"


"Haben sie wirklich geglaubt, sie könnten einen Wert bei uns anlegen und dann ein Leben lang Zinsen kassieren? Finden sie das nicht ganz schön dreist?"


Posted by Mela Eckenfels

02/10/2011 at 16:47:38

Posted in Annoyances, Internet, Piratenpartei

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Trolle

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Die EInstiegshürde für Kommentare in diesem Blog habe ich wegen der aktuellen Trollflut etwas erhöht. Ich bitte die Umstände zu entschuldigen.

Wer extreme Meinungen vertritt - oder meine Lebenszeit und die der anderen Blogleser mit immer neuen, an den Haaren herbeigezogenen Vergleichen verbrät, die noch weniger zutreffend sind als die vorherigen - der möge bitte dazu stehen oder es lassen.

Ende der Durchsage.

Posted by Mela Eckenfels

02/09/2011 at 00:48:43

Posted in Annoyances

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Last modified on 2011-02-11 17:47


Long Tail

with 6 Comments

Als eine Errungenschaft des Internets gilt ja, dass es den Long Tail möglich gemacht hat. Also, den unproblematischen Absatz von Gütern die nur für eine kleine Zielgruppe von Interesse sind. Bei denen es sich daher für reguläre Anbieter nicht lohnt sie ins Programm zu nehmen, weil sie nicht in kurzer Zeit in großer Menge verkauft werden können. Weil sich die Investition nicht schnell genug amortisiert oder zuviel wertvoller Platz durch sprichwörtliche Ladenhüter blockiert wird.

Das Internet ermöglicht es aber, direkt den Hersteller von Aronia-Maracuja-Zimt-Marmelade in Hinter-Unter-Ohio zu erreichen, obwohl sie niemals im Edeka um die Ecke stehen würde. Es ermöglicht auch Autoren von Bücher für eine absolute Mini-Zielgruppe, diese an den Mann zu bringen. Die Investition amortisiert sich nicht auf kurze Sicht, aber auf lange Sicht reihen sich kleine Einnahmen zu einem größeren ganzen zusammen. Oder durch die größere Käuferschicht, die der Köchin fragwürdiger Marmeladenzusammenstellungen auf einmal offen steht.

10 Jahre Urheberrecht? Long Tail, my ass.

Es wird sich einfach nicht mehr lohnen, Bücher für eine Mini-Zielgruppe zu schreiben. Wer hat gewonnen, wenn das Kulturgut, dass gefälligst einverleibt und weiterverarbeitet werden soll erst gar nicht entsteht?

Posted by Mela Eckenfels

02/08/2011 at 20:44:05

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Last modified on 2014-08-21 18:01


Das Geschenk der Piratenpartei an die Verwerter

with 100 Comments

Dieser Artikel war längst fällig. Er war schon kurz nach dem Bundesparteitag in Chemnitz 2010 fällig. Er wurde aus einem einfachen Grund nicht geschrieben:

Kurz nach Chemnitz war ich nicht in der Lage unflätige Beschimpfungen zu vermeiden. Auch jetzt, Monate später, bin ich das nicht. Und ich möchte am liebsten fragen, welche ************ *********** in Chemnitz ihre Karten für das Positionspapier zum Urheberrecht gehoben haben.

Wie andere auch habe ich nach Chemnitz erst mal mit dem Gedanken an einen sofortigen Austritt gespielt. Auch und obwohl ich andere Austritte übertrieben und Drama-Queen-verdächtig empfand. Kurz vor dem BPT durfte ich einer Sitzung 'meiner' Gewerkschaft beiwohnen, die mir und meinen Interessen in den Rücken fällt und den Verwertern das Leistungsschutzrecht schenken möchte.

Kurz drauf fällt meine Partei mir zusätzlich in den Rücken und möchte meine Leistung nach 10 Jahren gleich ganz den Verwertern schenken.

Ja, danke auch!

Mit dem Bücherschreiben verdient man nichts. Jedenfalls nicht genug, dass es zum Leben reicht. Meine Bücher sind vor nun fünf und sechs Jahren erschienen. An jedem habe ich ziemlich genau ein Jahr gearbeitet. Nicht eingerechnet, die Zeit, die ich hinterher mit Marketing verbracht habe.

Wenn ich das mal so überschlage und meine Ausgaben abziehe, dann habe ich in den Jahren, die ich an meinen Büchern gearbeitet habe, ein Monatseinkommen von rund 70€ erwirtschaftet. Ihr seht also: Bücherschreiben ist schon eine Tätigkeit, die mit viel Idealismus und persönlicher Liebhaberei zu tun hat. Mit etwas Glück, bin ich nach dem Ablauf der Zehnjahresfrist bei 100€ pro Buch und Arbeitsmonat. Wunderbar.

Daraus nun abzuleiten, es wäre voll toll und innovativ den Produzenten die Werke nach 10 Jahren gleich ganz aus den Händen zu nehmen ... weil wegen ... wieso überhaupt?

Kurzsichtig, nixblickend, dämlich, hirnverbrannt, respektlos ... die Liste passender Adjektive für diese strunzdoofe Idee ist lang.


Und da ich es nun mal kann, erkläre ich auch gerne, wie die Auswirkungen des Positionspapiers im Buch-Bereich aussähen:

Hans Müller hat eine super Idee. Der neue Thriller. Innovativ. So gerissen wurde noch nie erzählt. So viele spannende Wendungen hatte kaum ein Buch. Damit wendet er sich an einen Verlag denn:

Verlage haben eine Menge Angestellte, die das Buch lektorieren, korrigieren, setzen und in den Buchhandlungen landauf landab anpreisen wie sauer Bier. Das kostet, ist aber ziemlich effektiv. Ein allein kämpfender Autor im Selbstverlag kann nicht auf diese gewachsenen Strukturen im Marketing zurückgreifen. Und glaubt es mir oder glaubt es mir nicht: Das macht beim Buchabsatz einen riesigen Unterschied.

Wenn das Buch dann endlich verkauft werden kann - und schon viel Geld investiert wurde - dann will der Autor auch noch Geld. Hier bekleckert sich nicht gerade jeder Verlag mit Ruhm. Manche versuchen die Ausgaben für Marketing komplett auf die Autoren umzulegen und so die Tantiemenzahlungen (über den Vorschuss, so es einen gab, zu vermeiden). Autoren sind oft eben doch nur die lästigen Content-Produzenten. Machen Arbeit, Stress, verpassen Abgabetermine und wollen auch noch ein Stück vom Kuchen ab. Ein System ohne Autoren ... für den einen oder anderen Verlag sicher eine reizvolle Vorstellung.

Und dann kommt da die Piratenpartei und bietet an, den Produzenten nach 10 Jahren alle Rechte wegzunehmen.

Die erste Reaktion dürfte blankes Entsetzen sein. Nach zehn Jahren kann ihnen jemand ihre mühsam verlegten Werke wegnehmen! Schlimm schlimm. Aber dann dürfte diese Reaktion nach Außen beibehalten werden, während man sich innerlich schon auf ein anderes System umstellt. Das bewährte "Andere arbeiten lassen."

Dann kündigt man erst mal dem Großteil der Lektoren und stellt dafür ein paar Leute ein, die den Markt selbstverlegter Bücher beobachten.

Was passiert mit Hans Müllers Manuskript?

Lieber Autor, leider passt dein Buch nicht ins Programm, dein Thema verkauft sich nicht gut oder unserer Verlagssekretärin gefiel dein Font nicht. Aber da gibt es doch die tollen neuen Selbstverlags-Möglichkeiten. Wäre das nichts für dich?

Da Autoren dummerweise einfach nicht anders können als zu schreiben und auch gelesen werden zu wollen, arbeitete sich der Autor eben neben dem Brotjob durch 300 Seiten Story (okay, das ist auch heute schon/noch Autorenrealität), sucht sich danach einen Lektor, den er aus eigener Tasche bezahlt (vierstellig), sucht sich einen Korrektor (Geld ist bereits alle, also macht's der Hund oder die Nachbarin), trägt das Manuskript zu einem Books on Demand-Anbieter und lässt es drucken und bietet es zusätzlich per E-Book an.

Dann kommt die lange, mühsame Phase des Marketings. Twitter, Facebook, Buchforen, persönlich Buchhandlungen der Gegend abgrasen und nach einer Lesung betteln (unbezahlt klar - Bittsteller bekommen nicht auch noch Geld) und auf eigene Kosten werden allen möglichen Medien Belegexemplare geschickt. Neben dem Brotjob und den Stunden Marketing will man ja auch noch das nächste Buch schreiben. Wer braucht schon Schlaf?

Dann ... kommt der Erfolg. Das Buch wird in ein paar Blogs super besprochen, es verkauft sich gar ein paar Mal. Der Adelsschlag, dass ein Youtube-Fan-Filmchen gedreht wird ... Aber das ist schnell vorbei. Die Verkäufe bleiben stabil auf vielleicht ein paar 100 Stück pro Jahr. Aber immerhin, es kommt etwas Geld herein und Hans Müller hatte Freude an der Arbeit.

Dann kommt Jahr Zehn. Das Urheberrecht verfällt.

Eine Verlagsheuschrecke, die das Buch schon lange im Auge behalten hatte, nimmt es lässt noch mal den letzten fest angestellten Lektor drübergehen, schreibt "John Grisham" darüber - denn es sind ja alle Rechte weggefallen - und rührt die Marketingtrommel. Das Buch wird millionenfach verkauft. Die etablierte Presse (wie sie in 10 Jahren auch aussehen mag) berichtet darüber, es gibt Kino- und TV-Spots und Großplakate. Die Menschen stehen Schlange an den Buchläden und der E-Book-Server bricht durch die massenhaften Downloads zusammen. Das Buch schießt auf die obersten Plätze der Verkaufszahlen. Und ein paar kleinere Blogs erwähnen, dass man doch bitte bei Hans Müller, dem Originalautor kaufen soll, statt die Ausgabe von 'John Grisham'. Dadurch steigen Hans Müllers Verkaufszahlen auf mehrere Tausend im Jahr, aber die Verlagsheuschrecke hat Gewinne in Millionenhöhe.

Es wird natürlich auch Verlage geben, die nicht dabei mitmachen. Die ihre Autoren weiterhin schätzen und sie respektieren. Aber sie werden sich noch mehr als bislang auf schnelllebige Bücher konzentrieren, wie Sachbücher, die schon nach wenigen Jahren veraltet sind. Jede Investition darüber hinaus wäre einfach sinnlos.

Das Positionspapier von Chemnitz hat nichts mehr mit Augenhöhe zwischen Konsument und Produzent zu tun. Er ist einfach eine Unverschämtheit, die eine große Respektlosigkeit der Konsumenten gegenüber den Produzenten ausdrücken. Und es ist ein Geschenk einiger Nixblicker an eine Industrie, die es nicht kratzt, wenn sie ein bisschen warten muss, bis die Inhalte für sie auch kostenlos sind.

Ob ein Produzent aus seiner Produktion Geld machen will, oder daraus ein kostenloses Angebot aufbaut muss immer die Entscheidung des Produzenten bleiben. Manche umfangreichen Projekte sind einfach nur dann zu realisieren, wenn es auch eine Vermarktungsmöglichkeit gibt. Wird selbst die potenzielle Vermarktungsmöglichkeit von vorneherein durch einen Umbau des Urheberrechts ausgeschlossen - der sich rühmen darf noch kurzsichtiger zu sein, als die der Verwertungsindustrie - nimmt man dem Produzenten nicht nur das schwammige 'geistige Eigentum' weg, sondern ein Werk, in das er jahrlang Arbeitszeit und Herzblut investiert hat. Man nimmt ihm keine Idee weg, sondern sein Werkzeug, mit dem er sich Lebensunterhalt erwirtschaftet und neue Werke schafft.

Ich würde es mir jedenfalls schwer überlegen, ob ich mir den Stress eines Jahres Testkochen, Schreiben, Selbstzweifel und Abgabepanik nochmal antun wollen würde, wissend dass nach 10 Jahren dann ein anderer ein Geschäft mit meiner Leistung macht.

Bei diesem Thema haben auch die Mitglieder der Piratenpartei bewiesen, dass auch sie wenigstens eine Meinung haben können, wenn sie schon keine Ahnung haben. Dann ist der Weg zur politischen Elite ja nicht mehr weit.


Posted by Mela Eckenfels

02/06/2011 at 17:44:11

Posted in Piratenpartei

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Last modified on 2011-02-12 11:05


Che Merkel

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Und dass man Facebook und Twitter überall auf der Welt hat, dass es zunehmend schwer wird, das zu sperren, ob es in China ist, in Ägypten, in Tunesien oder sonstwo auf der Welt, das ist auch ein kleines bisschen unser Verdienst.



Quelle: Augen geradeaus!


Liebe Frau Merkel,

sie waren also auch unter den 130.000 Unterzeichnern gegen Frau Dr. Leyens Netzsperrengesetz? Ja, hätten sie doch früher mal was gesagt.
Ach und waren sie nicht gerade dabei das Gesetz zu überprüfen und zu entscheiden ob es endgültig abgeschafft werden soll oder doch noch in Kraft tritt?

Sie wissen jetzt ja was zu tun ist.



Posted by Mela Eckenfels

02/05/2011 at 19:20:51

Posted in Gesellschaft

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Last modified on 2011-02-05 19:27


Die suppa-duppa China-Erziehung

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Da schreibt eine chinesische EInwanderin ein Buch darüber welch tolle Noten ihre Kinder durch Drill erreicht haben und Deutschlands Chefreaktionär findet das natürlich voll super. Aber auch andere Leute fangen sofort damit an die westliche kumpelhafte Wischiwaschi-Erziehung in Frage zu stellen.

Was nutzt es schon, wenn das Kind Spaß hat, dafür aber nicht unter den Top-Harvard-Absolventen ist?

Meiner Ansicht nach, sind es die Krämer- und Beamtenseelen (wie Sarrazin eben) die ernsthaft solchen Gedankengängen nachhängen. Leute die immer noch der Ansicht sind, man müsse den NC beim Medizinstudium nur hoch genug ansetzen, dann würden hinten nahezu automatisch gute Ärzte rausplöppen.

Zu chinesischen Methoden kann ich nur eines sagen: Ja, vielleicht kommen dabei Harvard-Studenten mit einem Summa Cum Laude-Master in Jura heraus oder hochtalentierte Musiker.

Aber China ist das Land des Ideendiebstahls, nicht das Land der kreativen Einfälle und Innovationen. Chinesische Musiker messen sich an Bach und Beethoven und sie verstehen unter einem guten Musiker, einen Musiker der durch die Akkorde hetzen kann wie Schuhmacher durch Haarnadelkurven, mit der Seelenlosigkeit einer Maschine.

Wir brauchen die chinesische Erziehung so dringend, wie wir ein Volk aus Juristen und Telefondesinfizierern brauchen.


Posted by Mela Eckenfels

01/29/2011 at 18:20:49

Posted in Gesellschaft

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