Die Nerdcore-Affäre
Eine, gelinde gesagt als klagefreudig bekannte, Firma pfändet die Domain eines der beliebtesten deutschen Blogs und seitdem brodelt die Gerüchteküche und die Geister streiten sich, ob das nun der PR-Coup des Jahres war oder das eigentorigste aller Eigentore.
Für mich ist die Botschaft von Euroweb an die Blogsphäre klar und meiner Ansicht nach lautet sie wie folgt:
Wenn ihr unsere Kreise stört, haben wir die juristische Macht euch in die Suppe zu spucken. Und da euch Abmahnungen nicht genug kratzen, packen wir euch dort wo es wirklich weh tut: Wir nehmen euch die Spielwiese weg. WIr haben diese Möglichkeit und scheuen uns nicht sie auch in Zukunft einzusetzen.
Meiner Ansicht nach haben die Gestalten hinter Euroweb die Hybris, sich der geballten Bloggergemeinschaft überlegen zu fühlen und fordern sie absichtlich zu einem Machtspiel heraus. In meinen Augen eine Form der Überheblichkeit, die man gemeinhin Bloggern nachsagt.
Da wünsche ich mir doch sie hätten sich stattdessen noch einen Porsche gekauft.
Für mich ist die Botschaft von Euroweb an die Blogsphäre klar und meiner Ansicht nach lautet sie wie folgt:
Wenn ihr unsere Kreise stört, haben wir die juristische Macht euch in die Suppe zu spucken. Und da euch Abmahnungen nicht genug kratzen, packen wir euch dort wo es wirklich weh tut: Wir nehmen euch die Spielwiese weg. WIr haben diese Möglichkeit und scheuen uns nicht sie auch in Zukunft einzusetzen.
Meiner Ansicht nach haben die Gestalten hinter Euroweb die Hybris, sich der geballten Bloggergemeinschaft überlegen zu fühlen und fordern sie absichtlich zu einem Machtspiel heraus. In meinen Augen eine Form der Überheblichkeit, die man gemeinhin Bloggern nachsagt.
Da wünsche ich mir doch sie hätten sich stattdessen noch einen Porsche gekauft.
Gehörlose in der Politik
Vor wenigen Tagen hatte ich das große Vergnügen ein Interview mit @EinAugenschmaus (Blog) führen zu dürfen.
Obwohl Julia einleuchtend erklärt, warum Gehörlose selten politisch engagiert sind, nagt dieser Fakt an mir. Ich habe 1 1/2 DGS-Kurse besucht, aber das macht mich nicht zu einer Expertin für eine Lebensweise die nicht meine ist. Es ist unglaublich schwer die richtige Politik für Gehörlose, Blinde, Rollstuhlfahrer etc. zu machen, ohne wirklich in ihren Schuhen zu stecken.
Unser Wahlprogramm enthält, meiner Ansicht nach, zwar viele vernünftige Punkte was Behindertenpolitik oder schulische Inklusion betrifft, aber es entstand (weitgehend) aus der Aussenansicht heraus, anstatt durch Insiderwissen.
Es ist, denke ich, mehr als an der Zeit auch für Gehörlose politisch aktiv und endlich wahrgenommen zu werden. Daher meine Bitte: Ihr könnt in der Piratenpartei mitarbeiten und dafür sorgen, dass wir vernünftige Politik machen, auch ohne Mitglied zu sein. Ihr müsst nicht einmal unsere anderen Ziele teilen. Ihr nutzt damit euch mehr als uns. Es ist oft der Fall, dass große Parteien sich die Inhalte kleiner Parteien zu eigen machen. Das hat auch schon mit der Umweltpolitik durch die Grünen funktioniert. Erst hielten es die großen Parteien auch für ein Thema, dass nur eine kleine Randgruppe interessiert, bevor sie merkten, dass es uns alle angeht.
Eine Gesellschaft zu sein, an der alle gleichberechtigt beteiligt sind, geht uns alle an. Bringen wir sie endlich auf den Weg.
Obwohl Julia einleuchtend erklärt, warum Gehörlose selten politisch engagiert sind, nagt dieser Fakt an mir. Ich habe 1 1/2 DGS-Kurse besucht, aber das macht mich nicht zu einer Expertin für eine Lebensweise die nicht meine ist. Es ist unglaublich schwer die richtige Politik für Gehörlose, Blinde, Rollstuhlfahrer etc. zu machen, ohne wirklich in ihren Schuhen zu stecken.
Unser Wahlprogramm enthält, meiner Ansicht nach, zwar viele vernünftige Punkte was Behindertenpolitik oder schulische Inklusion betrifft, aber es entstand (weitgehend) aus der Aussenansicht heraus, anstatt durch Insiderwissen.
Es ist, denke ich, mehr als an der Zeit auch für Gehörlose politisch aktiv und endlich wahrgenommen zu werden. Daher meine Bitte: Ihr könnt in der Piratenpartei mitarbeiten und dafür sorgen, dass wir vernünftige Politik machen, auch ohne Mitglied zu sein. Ihr müsst nicht einmal unsere anderen Ziele teilen. Ihr nutzt damit euch mehr als uns. Es ist oft der Fall, dass große Parteien sich die Inhalte kleiner Parteien zu eigen machen. Das hat auch schon mit der Umweltpolitik durch die Grünen funktioniert. Erst hielten es die großen Parteien auch für ein Thema, dass nur eine kleine Randgruppe interessiert, bevor sie merkten, dass es uns alle angeht.
Eine Gesellschaft zu sein, an der alle gleichberechtigt beteiligt sind, geht uns alle an. Bringen wir sie endlich auf den Weg.
Szenen einer Ehe: Al Borland
Der Winter ist kalt und die Eckenfels'sche Baumwoll-Satin- oder Leinen-Bettwäsche im Sommer ganz toll, bei niedrigeren Temperaturen aber furchtbar. Mela fällt daher in die Karlsruher Innenstadt ein um dem Mangel abzuhelfen.
Später zuhause:
Bernd: trocken Oh. Toll. Al Borland-Gedächtnisbettwäsche.
Später zuhause:
Bernd: trocken Oh. Toll. Al Borland-Gedächtnisbettwäsche.
Szenen einer Ehe: Tischtennis
Bernd und Mela schauen "Schlag den Raab (mit Links)":
Mela: Kannst du eigentlich Tischtennis spielen?
Bernd: Wie ein Profi! Man nannte mich auch den Geölten Blitz!
*grillenzirpen*
Mela: Du bist auch immer hinter dem Ball hergelaufen, oder?
Bernd: *seufzt*
*grillenzirpen*
Mela: Ja, mein Versuch mit dem Tischtennisverein war deswegen auch recht kurzlebig.
Bernd: Ich hab eine Tischtennis-Vereinsverwaltung geschrieben. Das muss reichen.
Mela: Kannst du eigentlich Tischtennis spielen?
Bernd: Wie ein Profi! Man nannte mich auch den Geölten Blitz!
*grillenzirpen*
Mela: Du bist auch immer hinter dem Ball hergelaufen, oder?
Bernd: *seufzt*
*grillenzirpen*
Mela: Ja, mein Versuch mit dem Tischtennisverein war deswegen auch recht kurzlebig.
Bernd: Ich hab eine Tischtennis-Vereinsverwaltung geschrieben. Das muss reichen.
Kinderarbeit
Letzte Woche ereilte mich ein Schicksal, das so unausweichlich ist wie der nächste Gang zum Klo und der Tod: Eine Zeugin Jehovas störte mich bei meinem Deadline-Zielsprint und wollte mit mir 'über die Bibel' reden.
Leider war ich zu sehr im Stress und akut zu sehr genervt, als dass mir eine der lustigeren oder schlagfertigeren Methoden eingefallen wäre, Zeugen Jehovas loszuwerden, daher habe ich sie recht unfreundlich rausgeworfen. Auch weil noch etwas meine Magensäure ansteigen ließ: Sie war in Begleitung eines Mädchens von gerade 6-7 Jahren.
Für mich steht dahinter ganz klar das Ziel, durch ein niedliches, kleines Mädchen a) eine Vertrauensbasis aufzubauen und b) vielleicht sogar über die Mitleidsschiene mit wohlwollenden Mitmenschen ins Gespräch zu kommen. Schließlich war es arschkalt. Wer weiß ein kleines Mädchen da nicht lieber am Küchentisch mit einem Glas heißer Schokolade im Warmen, als Klinken-putzend draußen in der Kälte?
Es gibt einige Internetseiten, die sich mit dem Vorgehen der Zeugen beschäftigen. In den meisten wird die gemäßigte Meinung vertreten, die Kinder würden nur deswegen ihre Eltern begleiten, weil Zeugen Jehovas zu so vielen Stunden Dienst für die Gemeinde verpflichtet wären, dass sie die Kinder unmöglich zu Hause unbeaufsichtigt alleine lassen könnten. Der Meinung kann ich mich nicht anschließen.
Mein letztes, erinnerungsswürdiges Erlebnis mit den Zeugen Jehovas liegt nun über zwei Jahrzehnte zurück. Damals besuchte ich noch das Gymnasium des Nachbardorfes und war alleine zu Hause, als eine Zeugin klingelte. Als ich öffnete, sah ich mich nicht nur ihr gegenüber, sondern auch einem bekannteren Gesicht. Ihrem Sohn, der die Klassenstufe unter mir an der gleichen Schule besuchte. Geschniegelt und gebügelt im Sonntagsschüler-Anzug stand er da vor mir und seinen Gesichtsausdruck, nachdem er mich erkannt hatte, kann man nur noch als "peinlich berührt" umschreiben. Er muss damals 14 oder 15 gewesen sein. Auf jeden Fall war er in einem Alter, in dem selbst die paranoidesten Eltern langsam einsehen, das ein Kind auch mal alleine zu Hause bleiben kann. Auch, dass er aufgebürstet war als ginge es gleich zur Weihnachtsmesse, sieht mir eher nach Plan, denn nach purer Notwendigkeit aus.
Wenn aber ein kleines Kind, mitten im Winter, quer durch die Stadt geschleift wird, um Werbung für eine Sekte zu machen und neue Mitglieder zu fangen - ist das nicht Kinderarbeit? Als juristischer Laie habe ich genau diese Frage der Internet-Wache der Polizei Baden-Württemberg gestellt. Noch am gleichen Tag wurde meine Mail zur Kripo Stuttgart weitergeleitet und vorgestern erhielt ich einen Anruf.
Nein, meinte der Polizist, sie hätten das geprüft, aber nach ihrer Ansicht läge keine Kinderarbeit vor, da es dabei keine Bezahlung gäbe. Dass die Kinder möglicherweise für die Ziele der Missionare benutzt würden und ob das Kind in einer anderen Form dafür belohnt würde, sei dahingestellt, aber dem geltenden Recht nach, sei es wohl keine Kinderarbeit.
Für mich bleiben da einige Fragen offen. Solange keine Gelder fließen, kann ich also Kinder arbeiten lassen ohne das es Kinderarbeit ist? Hm. Wäre dann die, in der Dritten Welt gerne angewendete, Masche die Schuld der Eltern auf die Kinder zu übertragen und sie von den Kindern abarbeiten zu lassen, auch keine Kinderarbeit? Oder doch? Weil in der Vergangenheit irgendwann mal Gelder geflossen sind, auch wenn die Kids längst nichts mehr davon abbekommen?
Ich zumindest finde es zutiefst unredlich, wenn Kinder genutzt werden, um einer zweifelhaften Organisation mehr Gelder in die Kassen zu spülen.
<zyn>Andererseits ... auf der Basis funktioniert ja auch Innocence in Danger.</zyn>
Leider war ich zu sehr im Stress und akut zu sehr genervt, als dass mir eine der lustigeren oder schlagfertigeren Methoden eingefallen wäre, Zeugen Jehovas loszuwerden, daher habe ich sie recht unfreundlich rausgeworfen. Auch weil noch etwas meine Magensäure ansteigen ließ: Sie war in Begleitung eines Mädchens von gerade 6-7 Jahren.
Für mich steht dahinter ganz klar das Ziel, durch ein niedliches, kleines Mädchen a) eine Vertrauensbasis aufzubauen und b) vielleicht sogar über die Mitleidsschiene mit wohlwollenden Mitmenschen ins Gespräch zu kommen. Schließlich war es arschkalt. Wer weiß ein kleines Mädchen da nicht lieber am Küchentisch mit einem Glas heißer Schokolade im Warmen, als Klinken-putzend draußen in der Kälte?
Es gibt einige Internetseiten, die sich mit dem Vorgehen der Zeugen beschäftigen. In den meisten wird die gemäßigte Meinung vertreten, die Kinder würden nur deswegen ihre Eltern begleiten, weil Zeugen Jehovas zu so vielen Stunden Dienst für die Gemeinde verpflichtet wären, dass sie die Kinder unmöglich zu Hause unbeaufsichtigt alleine lassen könnten. Der Meinung kann ich mich nicht anschließen.
Mein letztes, erinnerungsswürdiges Erlebnis mit den Zeugen Jehovas liegt nun über zwei Jahrzehnte zurück. Damals besuchte ich noch das Gymnasium des Nachbardorfes und war alleine zu Hause, als eine Zeugin klingelte. Als ich öffnete, sah ich mich nicht nur ihr gegenüber, sondern auch einem bekannteren Gesicht. Ihrem Sohn, der die Klassenstufe unter mir an der gleichen Schule besuchte. Geschniegelt und gebügelt im Sonntagsschüler-Anzug stand er da vor mir und seinen Gesichtsausdruck, nachdem er mich erkannt hatte, kann man nur noch als "peinlich berührt" umschreiben. Er muss damals 14 oder 15 gewesen sein. Auf jeden Fall war er in einem Alter, in dem selbst die paranoidesten Eltern langsam einsehen, das ein Kind auch mal alleine zu Hause bleiben kann. Auch, dass er aufgebürstet war als ginge es gleich zur Weihnachtsmesse, sieht mir eher nach Plan, denn nach purer Notwendigkeit aus.
Wenn aber ein kleines Kind, mitten im Winter, quer durch die Stadt geschleift wird, um Werbung für eine Sekte zu machen und neue Mitglieder zu fangen - ist das nicht Kinderarbeit? Als juristischer Laie habe ich genau diese Frage der Internet-Wache der Polizei Baden-Württemberg gestellt. Noch am gleichen Tag wurde meine Mail zur Kripo Stuttgart weitergeleitet und vorgestern erhielt ich einen Anruf.
Nein, meinte der Polizist, sie hätten das geprüft, aber nach ihrer Ansicht läge keine Kinderarbeit vor, da es dabei keine Bezahlung gäbe. Dass die Kinder möglicherweise für die Ziele der Missionare benutzt würden und ob das Kind in einer anderen Form dafür belohnt würde, sei dahingestellt, aber dem geltenden Recht nach, sei es wohl keine Kinderarbeit.
Für mich bleiben da einige Fragen offen. Solange keine Gelder fließen, kann ich also Kinder arbeiten lassen ohne das es Kinderarbeit ist? Hm. Wäre dann die, in der Dritten Welt gerne angewendete, Masche die Schuld der Eltern auf die Kinder zu übertragen und sie von den Kindern abarbeiten zu lassen, auch keine Kinderarbeit? Oder doch? Weil in der Vergangenheit irgendwann mal Gelder geflossen sind, auch wenn die Kids längst nichts mehr davon abbekommen?
Ich zumindest finde es zutiefst unredlich, wenn Kinder genutzt werden, um einer zweifelhaften Organisation mehr Gelder in die Kassen zu spülen.
<zyn>Andererseits ... auf der Basis funktioniert ja auch Innocence in Danger.</zyn>
Qualitätsretourkutsche Wikileaks
Liebe westliche Regierungen, liebe INDECT-Initiatoren, liebe Zensus 2011-Durchführer, liebe Echolon-Betreiber. Es folgt eine Qualitätsretourkutsche:
Wer nichts zu verbergen hat, braucht auch keine Angst vor Wikileaks zu haben!
Satanische Dokumente
Mal ganz abgesehen von dem Verdacht Assange könne sich der Vergewaltigung schuldig gemacht haben:
Fällt irgend jemandem ausser mir auf, dass sich das Vokabular diverser US-Politiker dem Vokabular fanatischer Islamisten annähert, die zum Mord an Salman Rushdie aufriefen? Damals gab es einen Aufschrei in dem Teil der Welt, der sich selbst gerne als aufgeklärt und fortschrittlich sieht. Aber kaum tratscht jemand die Spitznamen der oberen Zehntausend herum, ist die Todesstrafe grade mal gut genug.
Fällt irgend jemandem ausser mir auf, dass sich das Vokabular diverser US-Politiker dem Vokabular fanatischer Islamisten annähert, die zum Mord an Salman Rushdie aufriefen? Damals gab es einen Aufschrei in dem Teil der Welt, der sich selbst gerne als aufgeklärt und fortschrittlich sieht. Aber kaum tratscht jemand die Spitznamen der oberen Zehntausend herum, ist die Todesstrafe grade mal gut genug.
JMStV-Quiz
Im Moment überschlagen sich ja die Blogartikel der Juristen, die den Wirbel um den neuen JMStV beschwichtigen wollen. Denen wird dann gleich immer von anderen Fachleuten widersprochen. Es bleibt also alles in der Schwebe.
Das Problem, welches ich immer noch sehe, ist einfach die Schwammigkeit der Formulierung "Inhalte die Jugendliche in ihrer Entwicklung beeinträchtigen". Das kann alles und nichts sein. Das andere Problem ist, dass immer nur von 'normalen' Blogs gesprochen wird. In meinem Artikel gestern (Deutschland, einig Hinterland)
hatte ich es schon angesprochen. Es gibt Themen die sich im Graubereich bewegen. Die zwar weder pornographisch sind, noch gewaltverherrlichend, noch sonstwas, sich aber mit expliziten Dingen beschäftigen. Einen Teil habe ich gestern schon angesprochen.
Kurz nachdem das Kunstprojekt Heroin Kids ein Bußgeld aufgedrückt bekam, halte ich Beschwichtigungen auch für nahezu fahrlässig. Genau solche Episoden zeigen nämlich, wie sehr wir uns im Minenfeld bewegen und das es alle treffen kann.
Deswegen bitte ich nun zum JMStV-Quiz. Mich würden Eure Einschätzungen zu zwei Seiten interessieren. Zum einen, zu meinem Artikel über eine Shadowrun-Runde. Da ist alles drin, wenn auch nicht sehr deutlich beschrieben. Vergewaltigung, Menschenhandel und (Waffen-)Gewalt. Verpackt als munteres Wochenendspielchen. Shadowrun, oder .... Zum anderen zum Blog eines Freudenmädchens: Neues vom Streetgirl. Wenn schon die Heroin Kids problematisch sind, was ist das dann?
Also, mit eurer laienhaften (oder fachkundigen) Einschätzung: Wie würden diese Seiten nach eurer Ansicht vom neuen JMStV betroffen sein?
Ich freue mich auf eure Meinungen im Kommentarbereich.
Das Problem, welches ich immer noch sehe, ist einfach die Schwammigkeit der Formulierung "Inhalte die Jugendliche in ihrer Entwicklung beeinträchtigen". Das kann alles und nichts sein. Das andere Problem ist, dass immer nur von 'normalen' Blogs gesprochen wird. In meinem Artikel gestern (Deutschland, einig Hinterland)
hatte ich es schon angesprochen. Es gibt Themen die sich im Graubereich bewegen. Die zwar weder pornographisch sind, noch gewaltverherrlichend, noch sonstwas, sich aber mit expliziten Dingen beschäftigen. Einen Teil habe ich gestern schon angesprochen.
Kurz nachdem das Kunstprojekt Heroin Kids ein Bußgeld aufgedrückt bekam, halte ich Beschwichtigungen auch für nahezu fahrlässig. Genau solche Episoden zeigen nämlich, wie sehr wir uns im Minenfeld bewegen und das es alle treffen kann.
Deswegen bitte ich nun zum JMStV-Quiz. Mich würden Eure Einschätzungen zu zwei Seiten interessieren. Zum einen, zu meinem Artikel über eine Shadowrun-Runde. Da ist alles drin, wenn auch nicht sehr deutlich beschrieben. Vergewaltigung, Menschenhandel und (Waffen-)Gewalt. Verpackt als munteres Wochenendspielchen. Shadowrun, oder .... Zum anderen zum Blog eines Freudenmädchens: Neues vom Streetgirl. Wenn schon die Heroin Kids problematisch sind, was ist das dann?
Also, mit eurer laienhaften (oder fachkundigen) Einschätzung: Wie würden diese Seiten nach eurer Ansicht vom neuen JMStV betroffen sein?
Ich freue mich auf eure Meinungen im Kommentarbereich.
Deutschland, einig Hinterland
Der Jugendmedienschutzvertrag droht am Horizont. Die letzte Bastion, auf die Netzbewohner hofften, nämlich die frische Regierung in NRW, ist eingeknickt. Aus 'Fraktionszwängen'.
Seit des Zensursula-Desasters überschlagen sich die Parteien in ihren Versuchen sich als DIE Internet-Partei darzustellen. Gescheitert sind sie alle. Ihnen fehlt Expertise, Weitsicht und selbst dort, wo sie Fachwissen frei Haus angeboten bekommen, schlagen sie es ohne zweiten Gedanken in den Wind und machen weiter wie gehabt.
Die Internetpolitik unserer Regierung arbeitet wie ein A300 der aus Versehen vollbesetzt aber ohne Pilot und Co-Pilot abgehoben hat, in schweres Wetter gerät, durch die Stewardess gelandet werden soll, die dabei hinterrücks vom Airmarshal niedergeschlagen wird, der darauf das Gleiche versucht in dem er über eine gestörte Funkverbindung mit Boeing kommuniziert aber den Rat der Fluglotsen in den Wind schlägt.
Ich unternehme nun nicht den 10000. Versuch zu erklären wieso im Detail der JMStV schlecht fürs Internet ist. Dazu gibt es wahrlich genug Postings quer durchs Netz und man wird ohne Probleme mindestens bei Netzpolitik fündig. Fakt ist: Er schafft ein juristisches Minenfeld für jeden Anbieter eines Internetangebots.
Ein juristisches Minenfeld, bei dem nun jeder Einzelne die Überlegung anstellen muß, ob sein Webangebot in irgendeiner Form vom JmStV betroffen sein könnte oder nicht. Eine Frage die für den juristischen Laien nur schwer lösbar sein dürfte, selbst wenn Udo Vetter vom Lawblog zu Gelassenheit aufruft.
Ich schätze sein Engagement und seine Expertise und dennoch fehlt mir in dem Artikel ein wichtiger Teil. Was ist mit Webseiten, die keine Blogs sind? Was ist mit Webseiten, die Informationen oder sonstige Inhalte enthalten, die Sittenwächter als problematisch einstufen könnten. Wie kann ich sicher sein ohne kompetente juristische Beratung?
Zum Beispiel werden meine Blogs Feder & Herd und das ADS Blog bei dem undurchsichtigen Filteranbieter JusProg bereits als bedenklich gelistet. Kontaktversuche um Details zu erfahren, schlugen fehl. Auf meine Nachrichten bekam ich keine Antwort. Gut. Hier verwende ich öfter eine doch recht deftige Ausdrucksweise.. aber wenn ein Selbsthilfeblog schon problematisch ist? Was ist mit http://www.spassguerilla.de/ oder http://www.mela.de/bdsm-de/? Muß ich http://www.mela.de/RPG/ nun komplett durchgehen und auf explizite Szenen prüfen? Und gegebenenfalls mit der sinnnlosen Tag-Nacht-Schaltung versehen? Wird das LARP-Blog unbedenklich sein, wenn doch inzwischen manche LARP als gewaltverherrlichend und amoralisch ansehen? Kann ich es mir noch erlauben Angebote mit User-generated-Content wie http://www.tzw-wiki.de/ anzubieten, auch wenn es im Rollenspiel machmal brutal und erwachsen zugeht?
Als Journalistin bin ich versichert, aber die betreffenden Seiten sind Privatvergnügen. Und was liegt da noch so rum, aus über 12 Jahren ständig gewachsener Webangebote? Und die Zeit die es braucht kann und will ich mir nicht aus den Rippen schneiden.
Doch mal ab von meinen Seiten. Wie werden die Verpflichtungen für Angebote wie Datenschlag aussehen? Oder werden Rollenspielchats wie Ninchens noch betrieben werden können, ohne eine Datenschutzkatastrophe, die die Betreiber zwingt gesicherte Altersverifikation sicherzustellen, nur weil es im Separè manchmal weniger jugendfrei zugeht?
Solange das nicht geklärt ist, gibt es absolut keinen Grund Entwarnung auszurufen. Wenn ich mir beim Aufbau jedes Forums, jedes Wikis erst mal Gedanken über den Jugendschutz machen und juristischen Rat einholen muß, ist dies ein Dolchstoß mitten ins Herz der deutschen Internetgemeinde. Innovationen und neue Angebote werden so sicher behindert werden, wir die Medien jedes Jahr von einem vom Winter vollkommen überraschten Land berichten.
Das tragische daran ist: Es ist gewollt. Für die Verantwortlichen ist der JMStV sorgfältige Gärtnerarbeit im unkrautüberwucherten Internet und sie ignorieren, dass sie tatsächlich mit Agent Orange beladene Flugzeuge schicken. Wie immer, wenn eine politische Entscheidung ansteht, hat man sich für die Variante entschieden, die mehr Kontrolle, mehr Bürokratie und mehr Kosten für die Betroffenen bedeutet. Und dabei wäre die Lösung so einfach.
Wer ums Verrecken Jugendschutz anbieten will, der muß eben eine redaktionell betreute Positivliste anbieten. So einfach, so banal.
Statt dessen liefert man uns den Klops des Jahrhunderts und findet Sendezeiten im Internet allen Ernstes eine tolle Idee.
Ich mich Kris nur anschließen: Es macht keinen Spaß mehr. Man kann keine tollen Sachen im Internet machen, wenn man vor lauter Bürokratie nicht mehr zum Erschaffen kommt.
Deswegen finde ich es nicht doof Internetangebote und Blogs abzuschalten, sondern konsequent. Die Signalwirkung ist stärker, wenn es massenweise geschieht, statt nur punktuell. Über Ideen bin ich dennoch dankbar. Die Idee Blogs eine Stunde am Tag zu blockieren, ist ein Anfang.
Wie wäre es zusätzlich mit einer Woche "Dienst nach Vorschrift"? Eine Woche, in der Internetangebote - nicht nur Blogs, sondern auch Foren, Wikis, etc ..- nur zwischen 22 und 6 Uhr abgerufen werden können? Ja, das tut weh. Ja, das kostet vielleicht den Rang unter den Top 50-Blogs, ja.. wir werden als erste und am Meisten leiden. Aber damit schaffen wir Aufmerksamkeit und rütteln auch noch die Leute auf, denen der JMStV jetzt noch egal ist.
Seit des Zensursula-Desasters überschlagen sich die Parteien in ihren Versuchen sich als DIE Internet-Partei darzustellen. Gescheitert sind sie alle. Ihnen fehlt Expertise, Weitsicht und selbst dort, wo sie Fachwissen frei Haus angeboten bekommen, schlagen sie es ohne zweiten Gedanken in den Wind und machen weiter wie gehabt.
Die Internetpolitik unserer Regierung arbeitet wie ein A300 der aus Versehen vollbesetzt aber ohne Pilot und Co-Pilot abgehoben hat, in schweres Wetter gerät, durch die Stewardess gelandet werden soll, die dabei hinterrücks vom Airmarshal niedergeschlagen wird, der darauf das Gleiche versucht in dem er über eine gestörte Funkverbindung mit Boeing kommuniziert aber den Rat der Fluglotsen in den Wind schlägt.
Ich unternehme nun nicht den 10000. Versuch zu erklären wieso im Detail der JMStV schlecht fürs Internet ist. Dazu gibt es wahrlich genug Postings quer durchs Netz und man wird ohne Probleme mindestens bei Netzpolitik fündig. Fakt ist: Er schafft ein juristisches Minenfeld für jeden Anbieter eines Internetangebots.
Ein juristisches Minenfeld, bei dem nun jeder Einzelne die Überlegung anstellen muß, ob sein Webangebot in irgendeiner Form vom JmStV betroffen sein könnte oder nicht. Eine Frage die für den juristischen Laien nur schwer lösbar sein dürfte, selbst wenn Udo Vetter vom Lawblog zu Gelassenheit aufruft.
Ich schätze sein Engagement und seine Expertise und dennoch fehlt mir in dem Artikel ein wichtiger Teil. Was ist mit Webseiten, die keine Blogs sind? Was ist mit Webseiten, die Informationen oder sonstige Inhalte enthalten, die Sittenwächter als problematisch einstufen könnten. Wie kann ich sicher sein ohne kompetente juristische Beratung?
Zum Beispiel werden meine Blogs Feder & Herd und das ADS Blog bei dem undurchsichtigen Filteranbieter JusProg bereits als bedenklich gelistet. Kontaktversuche um Details zu erfahren, schlugen fehl. Auf meine Nachrichten bekam ich keine Antwort. Gut. Hier verwende ich öfter eine doch recht deftige Ausdrucksweise.. aber wenn ein Selbsthilfeblog schon problematisch ist? Was ist mit http://www.spassguerilla.de/ oder http://www.mela.de/bdsm-de/? Muß ich http://www.mela.de/RPG/ nun komplett durchgehen und auf explizite Szenen prüfen? Und gegebenenfalls mit der sinnnlosen Tag-Nacht-Schaltung versehen? Wird das LARP-Blog unbedenklich sein, wenn doch inzwischen manche LARP als gewaltverherrlichend und amoralisch ansehen? Kann ich es mir noch erlauben Angebote mit User-generated-Content wie http://www.tzw-wiki.de/ anzubieten, auch wenn es im Rollenspiel machmal brutal und erwachsen zugeht?
Als Journalistin bin ich versichert, aber die betreffenden Seiten sind Privatvergnügen. Und was liegt da noch so rum, aus über 12 Jahren ständig gewachsener Webangebote? Und die Zeit die es braucht kann und will ich mir nicht aus den Rippen schneiden.
Doch mal ab von meinen Seiten. Wie werden die Verpflichtungen für Angebote wie Datenschlag aussehen? Oder werden Rollenspielchats wie Ninchens noch betrieben werden können, ohne eine Datenschutzkatastrophe, die die Betreiber zwingt gesicherte Altersverifikation sicherzustellen, nur weil es im Separè manchmal weniger jugendfrei zugeht?
Solange das nicht geklärt ist, gibt es absolut keinen Grund Entwarnung auszurufen. Wenn ich mir beim Aufbau jedes Forums, jedes Wikis erst mal Gedanken über den Jugendschutz machen und juristischen Rat einholen muß, ist dies ein Dolchstoß mitten ins Herz der deutschen Internetgemeinde. Innovationen und neue Angebote werden so sicher behindert werden, wir die Medien jedes Jahr von einem vom Winter vollkommen überraschten Land berichten.
Das tragische daran ist: Es ist gewollt. Für die Verantwortlichen ist der JMStV sorgfältige Gärtnerarbeit im unkrautüberwucherten Internet und sie ignorieren, dass sie tatsächlich mit Agent Orange beladene Flugzeuge schicken. Wie immer, wenn eine politische Entscheidung ansteht, hat man sich für die Variante entschieden, die mehr Kontrolle, mehr Bürokratie und mehr Kosten für die Betroffenen bedeutet. Und dabei wäre die Lösung so einfach.
Wer ums Verrecken Jugendschutz anbieten will, der muß eben eine redaktionell betreute Positivliste anbieten. So einfach, so banal.
Statt dessen liefert man uns den Klops des Jahrhunderts und findet Sendezeiten im Internet allen Ernstes eine tolle Idee.
Ich mich Kris nur anschließen: Es macht keinen Spaß mehr. Man kann keine tollen Sachen im Internet machen, wenn man vor lauter Bürokratie nicht mehr zum Erschaffen kommt.
Deswegen finde ich es nicht doof Internetangebote und Blogs abzuschalten, sondern konsequent. Die Signalwirkung ist stärker, wenn es massenweise geschieht, statt nur punktuell. Über Ideen bin ich dennoch dankbar. Die Idee Blogs eine Stunde am Tag zu blockieren, ist ein Anfang.
Wie wäre es zusätzlich mit einer Woche "Dienst nach Vorschrift"? Eine Woche, in der Internetangebote - nicht nur Blogs, sondern auch Foren, Wikis, etc ..- nur zwischen 22 und 6 Uhr abgerufen werden können? Ja, das tut weh. Ja, das kostet vielleicht den Rang unter den Top 50-Blogs, ja.. wir werden als erste und am Meisten leiden. Aber damit schaffen wir Aufmerksamkeit und rütteln auch noch die Leute auf, denen der JMStV jetzt noch egal ist.
So dahin gedacht ...
Niemand hat das Recht so zu sein wie alle anderen auch. Nur Diversität sorgt für das Überleben einer Gesellschaft und für Fortschritt.
Aber jeder hat das Recht so akzeptiert zu werden wie er ist.
Aber jeder hat das Recht so akzeptiert zu werden wie er ist.



