Szenen einer Ehe: Higgs-Boson
Mela kehrt vom Bäcker zurück. Bernd sieht vom Smartphone auf.
Bernd: Wir haben es! Endlich! Mit einer Standardabweichung von nur 4,9!
Mela: Schaut erst ratlos, dann Higgs-Boson?
Bernd: Ja, das Gottesteilchen.
Mela: ???
Bernd: "Gott sei dank haben wir es gefunden, weil sonst alle unsere Berechnungen falsch wären."
*Grillenzirpen*
Mela: Eine Standardabweichung von 4,9 ist aber doch ziemlich hoch, oder?
*Grillenzirpen*
Bernd: Du machst mir Angst.
Mela: Warum?
Bernd: Entweder du verstehst es nicht und tust nur so oder du verstehst es.
Mela: Ja und?
Bernd: Naja, ich verstehe es nicht.
Mela: Du solltest eigentlich wissen, was von Beidem zutrifft.
Bernd: Namedropping.
Mela: Jepp.
Bernd: Wir haben es! Endlich! Mit einer Standardabweichung von nur 4,9!
Mela: Schaut erst ratlos, dann Higgs-Boson?
Bernd: Ja, das Gottesteilchen.
Mela: ???
Bernd: "Gott sei dank haben wir es gefunden, weil sonst alle unsere Berechnungen falsch wären."
*Grillenzirpen*
Mela: Eine Standardabweichung von 4,9 ist aber doch ziemlich hoch, oder?
*Grillenzirpen*
Bernd: Du machst mir Angst.
Mela: Warum?
Bernd: Entweder du verstehst es nicht und tust nur so oder du verstehst es.
Mela: Ja und?
Bernd: Naja, ich verstehe es nicht.
Mela: Du solltest eigentlich wissen, was von Beidem zutrifft.
Bernd: Namedropping.
Mela: Jepp.
Dumme Gedanken zur GEMA-Tarifreform
Nur so ein dummer Gedanke zur GEMA-Tarifreform, den ich hier einfach kurz abkippe, weil ich nicht weiß wohin damit sonst.
Die Tarifreform führt ja möglicherweise dazu, dass Preise in Clubs angehoben werden müssen oder generell weniger Musik gespielt wird. Werden die Preise in den Clubs angehoben, müssen die Clubbetreiber darauf achten, trotz höherer Preise das Publikum in ihre Läden zu locken. Das bedeutet, sie werden vermutlich weniger Experimente bezüglich der Musikkultur zulassen. Gespielt wird was gefällt und was gefällt ist im Allgemeinen der Mainstream, der auch tagsüber die Hitparaden im Radio herauf- und heruntergenudelt wird.
Betreiber alternativer Clubs müssen eventuell zumachen, vor allem wenn ihre Stammklientel nicht beliebig erweiterbar ist - z.B. die Goth-Szene einer mittelgroßen Stadt ist ja meist überschaubar, selbst wenn man den ländlichen Umkreis dazuzählt.
Viele Alternativ-Veranstaltungen finden möglicherweise gar nicht erst statt, weil das finanzielle Risiko für die Veranstalter sich enorm vergrößert.
Dadurch wird es schwerer für alternative Bands ihr Publikum ausserhalb des Internets zu finden und vielleicht schwindende Einnahmen für Tonträger und MP3s durch Konzerte auszugleichen. Das würde Allgemein die Bedingungen für Musiker jenseits des Mainstreams erschweren und den Mainstream bzw. bereits etablierte Stile und Künstler konsolidieren.
Kann man also die Gebührenanhebung der GEMA als Schlag des Establishments gegen die alternative Kultur und ihre Demokratisierung durch das Internet sehen?
Die Tarifreform führt ja möglicherweise dazu, dass Preise in Clubs angehoben werden müssen oder generell weniger Musik gespielt wird. Werden die Preise in den Clubs angehoben, müssen die Clubbetreiber darauf achten, trotz höherer Preise das Publikum in ihre Läden zu locken. Das bedeutet, sie werden vermutlich weniger Experimente bezüglich der Musikkultur zulassen. Gespielt wird was gefällt und was gefällt ist im Allgemeinen der Mainstream, der auch tagsüber die Hitparaden im Radio herauf- und heruntergenudelt wird.
Betreiber alternativer Clubs müssen eventuell zumachen, vor allem wenn ihre Stammklientel nicht beliebig erweiterbar ist - z.B. die Goth-Szene einer mittelgroßen Stadt ist ja meist überschaubar, selbst wenn man den ländlichen Umkreis dazuzählt.
Viele Alternativ-Veranstaltungen finden möglicherweise gar nicht erst statt, weil das finanzielle Risiko für die Veranstalter sich enorm vergrößert.
Dadurch wird es schwerer für alternative Bands ihr Publikum ausserhalb des Internets zu finden und vielleicht schwindende Einnahmen für Tonträger und MP3s durch Konzerte auszugleichen. Das würde Allgemein die Bedingungen für Musiker jenseits des Mainstreams erschweren und den Mainstream bzw. bereits etablierte Stile und Künstler konsolidieren.
Kann man also die Gebührenanhebung der GEMA als Schlag des Establishments gegen die alternative Kultur und ihre Demokratisierung durch das Internet sehen?
Der Untergang des parlamentarischen Abendlandes
Viel wurde in den letzten Wochen und Monaten geschrieben, wie die Tyrannei der Masse/der Piratenpartei mit ihrer liquiden Demokratie - eine Idee scheinbar direkt aus den Niederungen der Hölle - den Untergang der parlamentarischen Demokratie einleiten würden.
Gute, demokratisch legitimierte Parlamente, sollten angeblich immer in der Lage sein die Auswüchse des entfesselten Volkswillens zu bremsen und würden dadurch unsere Grundwerte bewahren.
Warum lese ich nicht die gleichen Autoren und Wortführer, wenn der Europäische Rettungsschirm hinter den Rücken des Parlaments beschlossen wird, oder man in Berlin mal wieder das Tafelsilber verscheuert?
Da wird die parlamentarische Demokratie ihrer Legitimation beraubt.
Gute, demokratisch legitimierte Parlamente, sollten angeblich immer in der Lage sein die Auswüchse des entfesselten Volkswillens zu bremsen und würden dadurch unsere Grundwerte bewahren.
Warum lese ich nicht die gleichen Autoren und Wortführer, wenn der Europäische Rettungsschirm hinter den Rücken des Parlaments beschlossen wird, oder man in Berlin mal wieder das Tafelsilber verscheuert?
Da wird die parlamentarische Demokratie ihrer Legitimation beraubt.
Leistungsschutzrecht. It's magic.
Presseverlage so: "Wir wollen aber gefragt werden. Und gebeten. Und wir wollen mehr Geld!"
Die Netzgemeinde[tm] so: "Pah. Dann halt ohne euch."
Kulturstaatsminister so: **Jedi-Handbewegung** "Ohne klassische Medien wird das Web seinen Reiz verlieren! Verehrt die klassischen Medien!"
Die Netzgemeinde[tm] so: "Pah. Dann halt ohne euch."
Kulturstaatsminister so: **Jedi-Handbewegung** "Ohne klassische Medien wird das Web seinen Reiz verlieren! Verehrt die klassischen Medien!"
Broken by Design: Handytickets für den öffentlichen Nahverkehr
In Deutschland, dem angeblichen Land der Tüftler und Erfinder, tut man sich schwer mit diesen neuen .. Dings .. Bumms ... na diesem Internetkram eben, zu dem dieser Smartphone-Mobil-Kram ja auch irgendwie gehört. Besonders sichtbar wird es beim leidigen Thema "Handyticket".

Es könnte so schön einfach sein. Der Berufsreisende läd sich eine App auf sein Smartphone, die ist an einen Micro-Payment-Service geflanscht, er sucht sich vor Ort die benötigte Fahrkarte aus und fährt mit den Öffentlichen statt mit dem Taxi, selbst wenn er gerade kein Kleingeld in der Tasche hat oder sich die Schlange vorm Automaten dreimal um den Block wickelt.
Denkste. Nicht wenige Städte haben zwar ein Handyticket eingeführt, aber scheinbar hat eine Firma (deren Namen hier nicht genannt werden soll, aber einfach mal im Store nach "KVV" suchen) sogar Metropolen wie Frankfurt eingewickelt und ihnen ein Stück Software angedreht, dass mit Schrott noch freundlich bezeichnet ist. Zum Beispiel die KVV-App will mit dem Interface scheinbar 'modern' sein ... modern war die Bedienung im Stil eines einarmigen Banditen aber nur im Las Vegas der 70er Jahre.
Und wer erwartet, wenigstens alle Fahrkartentypen für das gesamte Netz des KVV erwerben zu dürfen, der kann im Off das Hohngelächter der Verantwortlichen hören. Das gesamte Angebot gibt es eben nur am Automat. Warum? Kundenunfreundlichkeit mußte in Deutschland ja noch nie begründet werden. Immerhin erfahren wir auch nicht, warum man beim Handyticket der Deutschen Bahn über die App zwar Plätze im Großraumabteil reservieren kann, die Option "mit Tisch" aber nur auf dem Webinterface zur Verfügung steht.
Ebenfalls ausgelacht wird, wer glaubt, dass er eine App dieser Firma installieren könnte um damit in allen von ihnen betreuten Netzen fahren zu können. Nein. Es gibt natürlich für jede Stadt eine andere App. Vielreisende sollten auf genug App-Space auf dem Smartphone achten. Und auf jeglichen anderen Schnickschnack verzichten.
Auf dem Holzweg ist, wer glaubt sich die App herunterläd könnte dann auch gleich eine Karte kaufen. Nö. Natürlich muß zuerst über das Webinterface der jeweiligen Verkehrsbetriebe ein Account angelegt und die Zahlungsinformationen hinterlegt werden. Und ja, obwohl alles aus einer Softwareschmiede stammt ... für jede App und den dazugehörigen Verkehrsbetrieben ein mal bitte Account anlegen. Der Versuch das mit dem Browser vom Smartphone aus zu erledigen, ist ungefähr so erfolgreich wie die Mühen eines gewissen Tantalos.
Einen winzigen Lichtblick bringen unter anderem die Verkehrsbetriebe aus Hamburg, dem Rhein-Ruhr-Gebiet oder Südbaden. Sie haben sich zur Initiative "Handyticket" zusammengeschlossen. Auch für deren Handyticket muß man immer noch einen Account über ein Webinterface anlegen, aber es bleibt immerhin bei einer App und einem Account für insgesamt 19 Verkehrsbetriebe.
Es könnte so schön einfach sein. Der Berufsreisende läd sich eine App auf sein Smartphone, die ist an einen Micro-Payment-Service geflanscht, er sucht sich vor Ort die benötigte Fahrkarte aus und fährt mit den Öffentlichen statt mit dem Taxi, selbst wenn er gerade kein Kleingeld in der Tasche hat oder sich die Schlange vorm Automaten dreimal um den Block wickelt.
Denkste. Nicht wenige Städte haben zwar ein Handyticket eingeführt, aber scheinbar hat eine Firma (deren Namen hier nicht genannt werden soll, aber einfach mal im Store nach "KVV" suchen) sogar Metropolen wie Frankfurt eingewickelt und ihnen ein Stück Software angedreht, dass mit Schrott noch freundlich bezeichnet ist. Zum Beispiel die KVV-App will mit dem Interface scheinbar 'modern' sein ... modern war die Bedienung im Stil eines einarmigen Banditen aber nur im Las Vegas der 70er Jahre.
Und wer erwartet, wenigstens alle Fahrkartentypen für das gesamte Netz des KVV erwerben zu dürfen, der kann im Off das Hohngelächter der Verantwortlichen hören. Das gesamte Angebot gibt es eben nur am Automat. Warum? Kundenunfreundlichkeit mußte in Deutschland ja noch nie begründet werden. Immerhin erfahren wir auch nicht, warum man beim Handyticket der Deutschen Bahn über die App zwar Plätze im Großraumabteil reservieren kann, die Option "mit Tisch" aber nur auf dem Webinterface zur Verfügung steht.
Ebenfalls ausgelacht wird, wer glaubt, dass er eine App dieser Firma installieren könnte um damit in allen von ihnen betreuten Netzen fahren zu können. Nein. Es gibt natürlich für jede Stadt eine andere App. Vielreisende sollten auf genug App-Space auf dem Smartphone achten. Und auf jeglichen anderen Schnickschnack verzichten.
Auf dem Holzweg ist, wer glaubt sich die App herunterläd könnte dann auch gleich eine Karte kaufen. Nö. Natürlich muß zuerst über das Webinterface der jeweiligen Verkehrsbetriebe ein Account angelegt und die Zahlungsinformationen hinterlegt werden. Und ja, obwohl alles aus einer Softwareschmiede stammt ... für jede App und den dazugehörigen Verkehrsbetrieben ein mal bitte Account anlegen. Der Versuch das mit dem Browser vom Smartphone aus zu erledigen, ist ungefähr so erfolgreich wie die Mühen eines gewissen Tantalos.
Einen winzigen Lichtblick bringen unter anderem die Verkehrsbetriebe aus Hamburg, dem Rhein-Ruhr-Gebiet oder Südbaden. Sie haben sich zur Initiative "Handyticket" zusammengeschlossen. Auch für deren Handyticket muß man immer noch einen Account über ein Webinterface anlegen, aber es bleibt immerhin bei einer App und einem Account für insgesamt 19 Verkehrsbetriebe.
Kochbuch für Geeks: Einkaufslistenhelfer
Im "Kochbuch für Geeks" haben Petra und ich damals einige Tools zusammengetragen mit denen man die Einkaufsliste on- und offline verwalten kann. 2006, als das Buch entstand, waren Smartphones noch nicht das was sie heute mal waren, deswegen war meine eigene Lösung auch noch eine Analoge.
Ab 2010 wurde meine analoge Whiteboard-Lösung durch Android und die App My Shopping List abgelöst, die trotz fragwürdigen Designs ein recht nützliches Feature bot. Schickte mir mein Göttergatte eine SMS, die am Beginn einen bestimmten String enthielt, wurde der Inhalt der SMS automatisch der EInkaufsliste hinzugefügt. Umgekehrt konnte ich die Einkaufsliste per SMS an ihn senden.
Da der Betriebssystemgraben schon immer quer durchs Haus Eckenfels lief (Bernd: früher Linux, heute Windows & iPhone - Mela: früher BSD, heute Linux & Android) schien es die einzig verfügbare Möglichkeit die Einkaufsliste sinnvoll zu teilen. Auf dauer war die Variante aber doch zu umständlich, so dass ich zwar MyShoppingList weiterhi als Einkaufslistenapp genutzt habe, aber das Sharing der Liste fand dann doch eher mündlich statt.
Nachdem ich nun mein neues Samsung Galaxy Note
habe, hatte mich der Rappel gepackt. EInmal wollte ich eine optisch ansprechendere App für meine Einkaufsliste, sie sollte sich handlicher pflegen lassen und ein besserer Sync-Mechanismus sollte es auch sein.
Nach frustriertem Rumtesten, installieren und deinstallieren und einigem Fluchen steht der neue 'Champion' nun fest. Our Groceries. Die App failt zwar grandios beim Wunsch nach einer hübschen Oberfläche und auch die Usability ist verbesserungsfähig, aber dafür synct sie problemlos und schnell im Hintergrund. Ideal für Haushalte mit heterogener Smartphone-Landschaft.
Jetzt dann bitte noch die Option sich bei Änderungen an den Einkaufslisten benachrichtigen zu lassen.
Ab 2010 wurde meine analoge Whiteboard-Lösung durch Android und die App My Shopping List abgelöst, die trotz fragwürdigen Designs ein recht nützliches Feature bot. Schickte mir mein Göttergatte eine SMS, die am Beginn einen bestimmten String enthielt, wurde der Inhalt der SMS automatisch der EInkaufsliste hinzugefügt. Umgekehrt konnte ich die Einkaufsliste per SMS an ihn senden.
Da der Betriebssystemgraben schon immer quer durchs Haus Eckenfels lief (Bernd: früher Linux, heute Windows & iPhone - Mela: früher BSD, heute Linux & Android) schien es die einzig verfügbare Möglichkeit die Einkaufsliste sinnvoll zu teilen. Auf dauer war die Variante aber doch zu umständlich, so dass ich zwar MyShoppingList weiterhi als Einkaufslistenapp genutzt habe, aber das Sharing der Liste fand dann doch eher mündlich statt.
Nachdem ich nun mein neues Samsung Galaxy Note
Nach frustriertem Rumtesten, installieren und deinstallieren und einigem Fluchen steht der neue 'Champion' nun fest. Our Groceries. Die App failt zwar grandios beim Wunsch nach einer hübschen Oberfläche und auch die Usability ist verbesserungsfähig, aber dafür synct sie problemlos und schnell im Hintergrund. Ideal für Haushalte mit heterogener Smartphone-Landschaft.
Jetzt dann bitte noch die Option sich bei Änderungen an den Einkaufslisten benachrichtigen zu lassen.
Koinzidenzen
Eine Frage kam mir gerade: Die Eltern, die der Ansicht sind, dass das Internet nichts mit dem wahren Leben zu tun hätte und Online-Freunde keine echten Freunde sind ... sind das die gleichen Eltern, die Kindergärten verbieten Essen mit Eiern zuzubereiten und sie nötigen an Ostern wegen potenziellen Salmonellen Plastikeier zu bemalen?
Objektklassifizierung
Wisst ihr, warum ich es so verdammt liebe auf der Open University zu studieren?
Zum Beispiel, weil usere Unterlagen zu den Grundlagen der Objektklassifizierung einen Dialog aus "High Fidelity" enthalten.
Zum Beispiel, weil usere Unterlagen zu den Grundlagen der Objektklassifizierung einen Dialog aus "High Fidelity" enthalten.
Urheberrechtsdebatte: Es geht nicht nur um Geld
Wer glaubt, in der aktuellen Urheberrechtsdiskussion ginge es nur um Geld, der irrt. Niki Stein - ein Mann, der gerade mal 10 Jahre älter ist als ich, aber argumentiert wie ein unbeweglicher Greis - gibt die Stoßrichtung vor:
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/tatort-regisseur-niki-stein-unter-piraten-11723444.html
Also ein Blog ist schon mal gar keine persönliche, geistige Schöpfung, das Gedicht eines Studienrats aber schon. Qualität egal. Gleich mehrere entlarvende Punkte verstecken sich in diesem Zitat.
Derzeit droht sich das Verständnis des kulturellen Kanons auf neue Kulturformen auszuweiten. Blogs gelten jetzt, ausser bei Niki Stein, jetzt schon nicht mehr als Schmuddelkinder. Journalisten bloggen, Autoren bloggen, Musiker bloggen, Schauspieler bloggen und spätestens seit anerkannte Autoritäten dieses Medium für sich entdeckt haben, wird auch der gemeine Blogger von den Medien, der Wirtschaft und später auch von den kulturellen Meinungsführern wahr und ernst genommen. Die Gleichsetzung von Blogs mit Meinungsführermedien wie Zeitungen ist weit entfernt am Horizont schon erkennbar.
Heute werden ehemalige "Schundgenre" wie Science Fiction und Fantasy nicht nur als äusserst ertragreich wahrgenommen. Tolkien, Philip Pullman oder J.K. Rowling haben längst den Einzug in die Schulbücher und -Lektüre geschafft und werden nicht mal nur in schmuddeligen Aussenseiterstudiengängen besprochen, sondern zählen ganz selbstverständlich zum Kulturerbe.
Die Gefahr, dass demokratischere Kulturformen, die noch am stärksten durch das alte Urheberrecht blockiert werden, wie die z.B. Mashup- und Remixkultur, einen ähnlichen Weg gehen könnten, besteht zumindest.
Mit anderen Worten: Beim Kampf um das Urheberrecht, und gerade der heute öffentlich gemachten Aktion, geht es nicht nur um Geld. Es geht um Definitionsmacht wer ein Urheber sein darf, welche Kulturformen man hochkommen läßt und welche man kleinzuhalten versucht. Es geht darum die Konkurrenz fern zu halten und den Urheber-Pool rein und unverwässert durch Hobbyisten, Dilettanten und Laien. Es geht darum, wer in Zukunft von Medien und Autoritäten umschmeichelt, wer auf ein Podest gestellt und wessen Hintern geküsst wird.
Ein Werk ist nach Paragraph 2 Urheberrechtsgesetz eine persönliche geistige Schöpfung. Auch eine tolle Software kann das sein, ein Blog wohl eher nicht, aber sicher das Gedicht, das ein pensionierter Studienrat ins Netz stellt.
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/tatort-regisseur-niki-stein-unter-piraten-11723444.html
Also ein Blog ist schon mal gar keine persönliche, geistige Schöpfung, das Gedicht eines Studienrats aber schon. Qualität egal. Gleich mehrere entlarvende Punkte verstecken sich in diesem Zitat.
- Neuere Kulturformen sind mit Mißtrauen und Zweifel zu betrachten.
- Demokratische Kulturformen sind per se erst mal keine Schöpfung, da nicht durch durch den aktuell gültigen kulturellen Kanon gedeckt.
- Wer seine Schöpfung als Kultur definieren dürfen will, braucht eine Legitimation, die in Form eines anerkannten Berufsbildes oder aus der Definition des kulturellen Kanons entspringen kann.
Derzeit droht sich das Verständnis des kulturellen Kanons auf neue Kulturformen auszuweiten. Blogs gelten jetzt, ausser bei Niki Stein, jetzt schon nicht mehr als Schmuddelkinder. Journalisten bloggen, Autoren bloggen, Musiker bloggen, Schauspieler bloggen und spätestens seit anerkannte Autoritäten dieses Medium für sich entdeckt haben, wird auch der gemeine Blogger von den Medien, der Wirtschaft und später auch von den kulturellen Meinungsführern wahr und ernst genommen. Die Gleichsetzung von Blogs mit Meinungsführermedien wie Zeitungen ist weit entfernt am Horizont schon erkennbar.
Heute werden ehemalige "Schundgenre" wie Science Fiction und Fantasy nicht nur als äusserst ertragreich wahrgenommen. Tolkien, Philip Pullman oder J.K. Rowling haben längst den Einzug in die Schulbücher und -Lektüre geschafft und werden nicht mal nur in schmuddeligen Aussenseiterstudiengängen besprochen, sondern zählen ganz selbstverständlich zum Kulturerbe.
Die Gefahr, dass demokratischere Kulturformen, die noch am stärksten durch das alte Urheberrecht blockiert werden, wie die z.B. Mashup- und Remixkultur, einen ähnlichen Weg gehen könnten, besteht zumindest.
Mit anderen Worten: Beim Kampf um das Urheberrecht, und gerade der heute öffentlich gemachten Aktion, geht es nicht nur um Geld. Es geht um Definitionsmacht wer ein Urheber sein darf, welche Kulturformen man hochkommen läßt und welche man kleinzuhalten versucht. Es geht darum die Konkurrenz fern zu halten und den Urheber-Pool rein und unverwässert durch Hobbyisten, Dilettanten und Laien. Es geht darum, wer in Zukunft von Medien und Autoritäten umschmeichelt, wer auf ein Podest gestellt und wessen Hintern geküsst wird.
Was ich Kurt Beck gerne fragen würde
Vor Kurzem lieferte sich Herr Beck, seines Zeichens Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und stolz drauf bereits 5 Mal wiedergewählt worden zu sein, mit Christopher Lauer einen Schlagabtausch. Darin behauptete er, durch das Schicksal der Schlecker-Mitarbeiter, also deren bevorstehenden 'Freistellung', ganz furchtbar betroffen zu sein.
Nun stelle ich mir folgende Frage: Rheinland-Pfalz ist immer noch das Bundesland, welches bei der schulischen Inklusion von Legasthenikern das bedauerliche Schlußlicht gibt. Hilfen, Nachteilsausgleich und Notenschutz sucht man in Sekundarstufe I+II vergebens. Fähige Schüler, die aber eine isolierte Lernstörung besitzen, werden so frühzeitig aus dem Bildungssystem gedrängt und müssen ungelernt mit schlechtbezahlten Jobs vorlieb nehmen. Wieviele der 'Schlecker-Frauen' wie Herr Beck sie so schön nennt, sind in diesem Sackgassen-Job gelandet, weil ihnen das Rheinland-Pfälzische Schulsystem keine andere Wahl ließ? Wie oft weint sich Herr Beck wegen den Menschen in den Schlaf, denen er gleich gar keine Chance verschaffte überhaupt einen sinnvollen Beruf zu lernen? Oder wird das erst akut wenn man keinen Job mehr hat anstatt von vorneherein gar keinen zu bekommen?
Auf die FDP kann Herr Beck diese Mißstände jedenfalls nicht schieben. Für eine angeblich soziale Partei ist dieser Mangel an sozialem Gewissen und tätiger Inklusion abstossend.
P.S.:
Nein, dass ist kein Hörensagen. Ein Mitglied meiner Familie konnte die Ausbildung zur Erzieherin in Rheinland-Pfalz wegen fehlender gesetzlicher Regelungen zum Nachteilsausgleich nicht abschließen und die Schule wollte keine Präzedenzfälle schaffen. Da wäre zumindest eine Person wegen der sich Herr Beck rechtmässig Nachts die Augen ausweinen darf. Und wenn ich dann lese, dass der Ausbau der Kinderbetreuung stockt, weil nicht genug Kindergärtnerinnen ausgebildet werden (siehe 1. Kommentar) ... hausgemachte Probleme.
Nun stelle ich mir folgende Frage: Rheinland-Pfalz ist immer noch das Bundesland, welches bei der schulischen Inklusion von Legasthenikern das bedauerliche Schlußlicht gibt. Hilfen, Nachteilsausgleich und Notenschutz sucht man in Sekundarstufe I+II vergebens. Fähige Schüler, die aber eine isolierte Lernstörung besitzen, werden so frühzeitig aus dem Bildungssystem gedrängt und müssen ungelernt mit schlechtbezahlten Jobs vorlieb nehmen. Wieviele der 'Schlecker-Frauen' wie Herr Beck sie so schön nennt, sind in diesem Sackgassen-Job gelandet, weil ihnen das Rheinland-Pfälzische Schulsystem keine andere Wahl ließ? Wie oft weint sich Herr Beck wegen den Menschen in den Schlaf, denen er gleich gar keine Chance verschaffte überhaupt einen sinnvollen Beruf zu lernen? Oder wird das erst akut wenn man keinen Job mehr hat anstatt von vorneherein gar keinen zu bekommen?
Auf die FDP kann Herr Beck diese Mißstände jedenfalls nicht schieben. Für eine angeblich soziale Partei ist dieser Mangel an sozialem Gewissen und tätiger Inklusion abstossend.
P.S.:
Nein, dass ist kein Hörensagen. Ein Mitglied meiner Familie konnte die Ausbildung zur Erzieherin in Rheinland-Pfalz wegen fehlender gesetzlicher Regelungen zum Nachteilsausgleich nicht abschließen und die Schule wollte keine Präzedenzfälle schaffen. Da wäre zumindest eine Person wegen der sich Herr Beck rechtmässig Nachts die Augen ausweinen darf. Und wenn ich dann lese, dass der Ausbau der Kinderbetreuung stockt, weil nicht genug Kindergärtnerinnen ausgebildet werden (siehe 1. Kommentar) ... hausgemachte Probleme.



