Dumme Gedanken zur GEMA-Tarifreform
Nur so ein dummer Gedanke zur GEMA-Tarifreform, den ich hier einfach kurz abkippe, weil ich nicht weiß wohin damit sonst.
Die Tarifreform führt ja möglicherweise dazu, dass Preise in Clubs angehoben werden müssen oder generell weniger Musik gespielt wird. Werden die Preise in den Clubs angehoben, müssen die Clubbetreiber darauf achten, trotz höherer Preise das Publikum in ihre Läden zu locken. Das bedeutet, sie werden vermutlich weniger Experimente bezüglich der Musikkultur zulassen. Gespielt wird was gefällt und was gefällt ist im Allgemeinen der Mainstream, der auch tagsüber die Hitparaden im Radio herauf- und heruntergenudelt wird.
Betreiber alternativer Clubs müssen eventuell zumachen, vor allem wenn ihre Stammklientel nicht beliebig erweiterbar ist - z.B. die Goth-Szene einer mittelgroßen Stadt ist ja meist überschaubar, selbst wenn man den ländlichen Umkreis dazuzählt.
Viele Alternativ-Veranstaltungen finden möglicherweise gar nicht erst statt, weil das finanzielle Risiko für die Veranstalter sich enorm vergrößert.
Dadurch wird es schwerer für alternative Bands ihr Publikum ausserhalb des Internets zu finden und vielleicht schwindende Einnahmen für Tonträger und MP3s durch Konzerte auszugleichen. Das würde Allgemein die Bedingungen für Musiker jenseits des Mainstreams erschweren und den Mainstream bzw. bereits etablierte Stile und Künstler konsolidieren.
Kann man also die Gebührenanhebung der GEMA als Schlag des Establishments gegen die alternative Kultur und ihre Demokratisierung durch das Internet sehen?
Die Tarifreform führt ja möglicherweise dazu, dass Preise in Clubs angehoben werden müssen oder generell weniger Musik gespielt wird. Werden die Preise in den Clubs angehoben, müssen die Clubbetreiber darauf achten, trotz höherer Preise das Publikum in ihre Läden zu locken. Das bedeutet, sie werden vermutlich weniger Experimente bezüglich der Musikkultur zulassen. Gespielt wird was gefällt und was gefällt ist im Allgemeinen der Mainstream, der auch tagsüber die Hitparaden im Radio herauf- und heruntergenudelt wird.
Betreiber alternativer Clubs müssen eventuell zumachen, vor allem wenn ihre Stammklientel nicht beliebig erweiterbar ist - z.B. die Goth-Szene einer mittelgroßen Stadt ist ja meist überschaubar, selbst wenn man den ländlichen Umkreis dazuzählt.
Viele Alternativ-Veranstaltungen finden möglicherweise gar nicht erst statt, weil das finanzielle Risiko für die Veranstalter sich enorm vergrößert.
Dadurch wird es schwerer für alternative Bands ihr Publikum ausserhalb des Internets zu finden und vielleicht schwindende Einnahmen für Tonträger und MP3s durch Konzerte auszugleichen. Das würde Allgemein die Bedingungen für Musiker jenseits des Mainstreams erschweren und den Mainstream bzw. bereits etablierte Stile und Künstler konsolidieren.
Kann man also die Gebührenanhebung der GEMA als Schlag des Establishments gegen die alternative Kultur und ihre Demokratisierung durch das Internet sehen?
Der Untergang des parlamentarischen Abendlandes
Viel wurde in den letzten Wochen und Monaten geschrieben, wie die Tyrannei der Masse/der Piratenpartei mit ihrer liquiden Demokratie - eine Idee scheinbar direkt aus den Niederungen der Hölle - den Untergang der parlamentarischen Demokratie einleiten würden.
Gute, demokratisch legitimierte Parlamente, sollten angeblich immer in der Lage sein die Auswüchse des entfesselten Volkswillens zu bremsen und würden dadurch unsere Grundwerte bewahren.
Warum lese ich nicht die gleichen Autoren und Wortführer, wenn der Europäische Rettungsschirm hinter den Rücken des Parlaments beschlossen wird, oder man in Berlin mal wieder das Tafelsilber verscheuert?
Da wird die parlamentarische Demokratie ihrer Legitimation beraubt.
Gute, demokratisch legitimierte Parlamente, sollten angeblich immer in der Lage sein die Auswüchse des entfesselten Volkswillens zu bremsen und würden dadurch unsere Grundwerte bewahren.
Warum lese ich nicht die gleichen Autoren und Wortführer, wenn der Europäische Rettungsschirm hinter den Rücken des Parlaments beschlossen wird, oder man in Berlin mal wieder das Tafelsilber verscheuert?
Da wird die parlamentarische Demokratie ihrer Legitimation beraubt.
Urheberrechtsdebatte: Es geht nicht nur um Geld
Wer glaubt, in der aktuellen Urheberrechtsdiskussion ginge es nur um Geld, der irrt. Niki Stein - ein Mann, der gerade mal 10 Jahre älter ist als ich, aber argumentiert wie ein unbeweglicher Greis - gibt die Stoßrichtung vor:
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/tatort-regisseur-niki-stein-unter-piraten-11723444.html
Also ein Blog ist schon mal gar keine persönliche, geistige Schöpfung, das Gedicht eines Studienrats aber schon. Qualität egal. Gleich mehrere entlarvende Punkte verstecken sich in diesem Zitat.
Derzeit droht sich das Verständnis des kulturellen Kanons auf neue Kulturformen auszuweiten. Blogs gelten jetzt, ausser bei Niki Stein, jetzt schon nicht mehr als Schmuddelkinder. Journalisten bloggen, Autoren bloggen, Musiker bloggen, Schauspieler bloggen und spätestens seit anerkannte Autoritäten dieses Medium für sich entdeckt haben, wird auch der gemeine Blogger von den Medien, der Wirtschaft und später auch von den kulturellen Meinungsführern wahr und ernst genommen. Die Gleichsetzung von Blogs mit Meinungsführermedien wie Zeitungen ist weit entfernt am Horizont schon erkennbar.
Heute werden ehemalige "Schundgenre" wie Science Fiction und Fantasy nicht nur als äusserst ertragreich wahrgenommen. Tolkien, Philip Pullman oder J.K. Rowling haben längst den Einzug in die Schulbücher und -Lektüre geschafft und werden nicht mal nur in schmuddeligen Aussenseiterstudiengängen besprochen, sondern zählen ganz selbstverständlich zum Kulturerbe.
Die Gefahr, dass demokratischere Kulturformen, die noch am stärksten durch das alte Urheberrecht blockiert werden, wie die z.B. Mashup- und Remixkultur, einen ähnlichen Weg gehen könnten, besteht zumindest.
Mit anderen Worten: Beim Kampf um das Urheberrecht, und gerade der heute öffentlich gemachten Aktion, geht es nicht nur um Geld. Es geht um Definitionsmacht wer ein Urheber sein darf, welche Kulturformen man hochkommen läßt und welche man kleinzuhalten versucht. Es geht darum die Konkurrenz fern zu halten und den Urheber-Pool rein und unverwässert durch Hobbyisten, Dilettanten und Laien. Es geht darum, wer in Zukunft von Medien und Autoritäten umschmeichelt, wer auf ein Podest gestellt und wessen Hintern geküsst wird.
Ein Werk ist nach Paragraph 2 Urheberrechtsgesetz eine persönliche geistige Schöpfung. Auch eine tolle Software kann das sein, ein Blog wohl eher nicht, aber sicher das Gedicht, das ein pensionierter Studienrat ins Netz stellt.
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/tatort-regisseur-niki-stein-unter-piraten-11723444.html
Also ein Blog ist schon mal gar keine persönliche, geistige Schöpfung, das Gedicht eines Studienrats aber schon. Qualität egal. Gleich mehrere entlarvende Punkte verstecken sich in diesem Zitat.
- Neuere Kulturformen sind mit Mißtrauen und Zweifel zu betrachten.
- Demokratische Kulturformen sind per se erst mal keine Schöpfung, da nicht durch durch den aktuell gültigen kulturellen Kanon gedeckt.
- Wer seine Schöpfung als Kultur definieren dürfen will, braucht eine Legitimation, die in Form eines anerkannten Berufsbildes oder aus der Definition des kulturellen Kanons entspringen kann.
Derzeit droht sich das Verständnis des kulturellen Kanons auf neue Kulturformen auszuweiten. Blogs gelten jetzt, ausser bei Niki Stein, jetzt schon nicht mehr als Schmuddelkinder. Journalisten bloggen, Autoren bloggen, Musiker bloggen, Schauspieler bloggen und spätestens seit anerkannte Autoritäten dieses Medium für sich entdeckt haben, wird auch der gemeine Blogger von den Medien, der Wirtschaft und später auch von den kulturellen Meinungsführern wahr und ernst genommen. Die Gleichsetzung von Blogs mit Meinungsführermedien wie Zeitungen ist weit entfernt am Horizont schon erkennbar.
Heute werden ehemalige "Schundgenre" wie Science Fiction und Fantasy nicht nur als äusserst ertragreich wahrgenommen. Tolkien, Philip Pullman oder J.K. Rowling haben längst den Einzug in die Schulbücher und -Lektüre geschafft und werden nicht mal nur in schmuddeligen Aussenseiterstudiengängen besprochen, sondern zählen ganz selbstverständlich zum Kulturerbe.
Die Gefahr, dass demokratischere Kulturformen, die noch am stärksten durch das alte Urheberrecht blockiert werden, wie die z.B. Mashup- und Remixkultur, einen ähnlichen Weg gehen könnten, besteht zumindest.
Mit anderen Worten: Beim Kampf um das Urheberrecht, und gerade der heute öffentlich gemachten Aktion, geht es nicht nur um Geld. Es geht um Definitionsmacht wer ein Urheber sein darf, welche Kulturformen man hochkommen läßt und welche man kleinzuhalten versucht. Es geht darum die Konkurrenz fern zu halten und den Urheber-Pool rein und unverwässert durch Hobbyisten, Dilettanten und Laien. Es geht darum, wer in Zukunft von Medien und Autoritäten umschmeichelt, wer auf ein Podest gestellt und wessen Hintern geküsst wird.
Was ich Kurt Beck gerne fragen würde
Vor Kurzem lieferte sich Herr Beck, seines Zeichens Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und stolz drauf bereits 5 Mal wiedergewählt worden zu sein, mit Christopher Lauer einen Schlagabtausch. Darin behauptete er, durch das Schicksal der Schlecker-Mitarbeiter, also deren bevorstehenden 'Freistellung', ganz furchtbar betroffen zu sein.
Nun stelle ich mir folgende Frage: Rheinland-Pfalz ist immer noch das Bundesland, welches bei der schulischen Inklusion von Legasthenikern das bedauerliche Schlußlicht gibt. Hilfen, Nachteilsausgleich und Notenschutz sucht man in Sekundarstufe I+II vergebens. Fähige Schüler, die aber eine isolierte Lernstörung besitzen, werden so frühzeitig aus dem Bildungssystem gedrängt und müssen ungelernt mit schlechtbezahlten Jobs vorlieb nehmen. Wieviele der 'Schlecker-Frauen' wie Herr Beck sie so schön nennt, sind in diesem Sackgassen-Job gelandet, weil ihnen das Rheinland-Pfälzische Schulsystem keine andere Wahl ließ? Wie oft weint sich Herr Beck wegen den Menschen in den Schlaf, denen er gleich gar keine Chance verschaffte überhaupt einen sinnvollen Beruf zu lernen? Oder wird das erst akut wenn man keinen Job mehr hat anstatt von vorneherein gar keinen zu bekommen?
Auf die FDP kann Herr Beck diese Mißstände jedenfalls nicht schieben. Für eine angeblich soziale Partei ist dieser Mangel an sozialem Gewissen und tätiger Inklusion abstossend.
P.S.:
Nein, dass ist kein Hörensagen. Ein Mitglied meiner Familie konnte die Ausbildung zur Erzieherin in Rheinland-Pfalz wegen fehlender gesetzlicher Regelungen zum Nachteilsausgleich nicht abschließen und die Schule wollte keine Präzedenzfälle schaffen. Da wäre zumindest eine Person wegen der sich Herr Beck rechtmässig Nachts die Augen ausweinen darf. Und wenn ich dann lese, dass der Ausbau der Kinderbetreuung stockt, weil nicht genug Kindergärtnerinnen ausgebildet werden (siehe 1. Kommentar) ... hausgemachte Probleme.
Nun stelle ich mir folgende Frage: Rheinland-Pfalz ist immer noch das Bundesland, welches bei der schulischen Inklusion von Legasthenikern das bedauerliche Schlußlicht gibt. Hilfen, Nachteilsausgleich und Notenschutz sucht man in Sekundarstufe I+II vergebens. Fähige Schüler, die aber eine isolierte Lernstörung besitzen, werden so frühzeitig aus dem Bildungssystem gedrängt und müssen ungelernt mit schlechtbezahlten Jobs vorlieb nehmen. Wieviele der 'Schlecker-Frauen' wie Herr Beck sie so schön nennt, sind in diesem Sackgassen-Job gelandet, weil ihnen das Rheinland-Pfälzische Schulsystem keine andere Wahl ließ? Wie oft weint sich Herr Beck wegen den Menschen in den Schlaf, denen er gleich gar keine Chance verschaffte überhaupt einen sinnvollen Beruf zu lernen? Oder wird das erst akut wenn man keinen Job mehr hat anstatt von vorneherein gar keinen zu bekommen?
Auf die FDP kann Herr Beck diese Mißstände jedenfalls nicht schieben. Für eine angeblich soziale Partei ist dieser Mangel an sozialem Gewissen und tätiger Inklusion abstossend.
P.S.:
Nein, dass ist kein Hörensagen. Ein Mitglied meiner Familie konnte die Ausbildung zur Erzieherin in Rheinland-Pfalz wegen fehlender gesetzlicher Regelungen zum Nachteilsausgleich nicht abschließen und die Schule wollte keine Präzedenzfälle schaffen. Da wäre zumindest eine Person wegen der sich Herr Beck rechtmässig Nachts die Augen ausweinen darf. Und wenn ich dann lese, dass der Ausbau der Kinderbetreuung stockt, weil nicht genug Kindergärtnerinnen ausgebildet werden (siehe 1. Kommentar) ... hausgemachte Probleme.
Karlsruher Veranstaltungen für Piraten Frühjahr/Sommer 2012
In den kommenden Wochen gibt es einige Veranstaltungen, die für Karlsruher Piraten interessant sind. Daher hier ein kleines Serviceposting mit Terminen zum Urheberrecht, Mashupkultur, Regionalwährungen und Tauschringen.
Jahreshauptversammlung Tauschring Karlsruhe
When: Wed Apr 18, 2012 7:30pm to 8:30pm CEST
Where: Jochen-Klepper-Heim Hardtstr. 53,Karlsruhe, Germany
Ausstellung: Die Kunst der Wiederholung von Dürer bis YouTube
When: Sat Apr 21, 2012 to Sun Aug 5, 2012
Where: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, 76133 Karlsruhe, Germany
Doppelführung "Déjà-vu? Die Kunst der Wiederholung von Dürer bis Youtube / Hirschfaktor. Die Kunst des Zitierens
When: Sun Apr 22, 2012 2pm to 3pm CEST
When: Sun Apr 22, 2012 4pm to 5pm
When: Sun Apr 29, 2012 2pm to 3pm
When: Sun Apr 29, 2012 4pm to 5pm
Where: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, 76133 Karlsruhe, Germany
„Altes und neues Geld“
When: Fri May 11, 2012 7:30pm to 8:30pm CEST
Where: Umweltzentrum (BUZO), Kronenstr. 9, Karlsruhe, Germany
Da ihr ständig meine Ideen steht, behalte ich in Zukunft meine besten Gedanken für mich selbst - Prioritätenstreit als Kunstform
When: Wed May 30, 2012 7pm to 8pm CEST
Where: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, 76133 Karlsruhe, Germany
Urheberrecht im Zeitalter von „Copy & Paste“
When: Wed Jun 20, 2012 7pm to 8pm CEST
Where: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, 76133 Karlsruhe, Germany
Originalität in der Nachahmung
When: Wed Jul 4, 2012 7pm to 8pm CEST
Where: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, 76133 Karlsruhe, Germany
Ausserdem hier die Google-Kalender-URL und die ICal-Datei.
Jahreshauptversammlung Tauschring Karlsruhe
When: Wed Apr 18, 2012 7:30pm to 8:30pm CEST
Where: Jochen-Klepper-Heim Hardtstr. 53,Karlsruhe, Germany
Ausstellung: Die Kunst der Wiederholung von Dürer bis YouTube
When: Sat Apr 21, 2012 to Sun Aug 5, 2012
Where: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, 76133 Karlsruhe, Germany
Doppelführung "Déjà-vu? Die Kunst der Wiederholung von Dürer bis Youtube / Hirschfaktor. Die Kunst des Zitierens
When: Sun Apr 22, 2012 2pm to 3pm CEST
When: Sun Apr 22, 2012 4pm to 5pm
When: Sun Apr 29, 2012 2pm to 3pm
When: Sun Apr 29, 2012 4pm to 5pm
Where: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, 76133 Karlsruhe, Germany
„Altes und neues Geld“
When: Fri May 11, 2012 7:30pm to 8:30pm CEST
Where: Umweltzentrum (BUZO), Kronenstr. 9, Karlsruhe, Germany
Da ihr ständig meine Ideen steht, behalte ich in Zukunft meine besten Gedanken für mich selbst - Prioritätenstreit als Kunstform
When: Wed May 30, 2012 7pm to 8pm CEST
Where: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, 76133 Karlsruhe, Germany
Urheberrecht im Zeitalter von „Copy & Paste“
When: Wed Jun 20, 2012 7pm to 8pm CEST
Where: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, 76133 Karlsruhe, Germany
Originalität in der Nachahmung
When: Wed Jul 4, 2012 7pm to 8pm CEST
Where: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, 76133 Karlsruhe, Germany
Ausserdem hier die Google-Kalender-URL und die ICal-Datei.
Toxische Kräfte
Jaja, die toxischen Kräfte.
Marktwirtschaft ist ja was Feines. Also, solange man den Markt kontrolliert. Kommen da auf einmal neue Ideen und neue Modelle her, dann hatten die Mitbewerber mitnichten tolle Konzepte ... nein, es sind "toxische Kräfte".
"Den Markt kontrollieren" - Besonders für Unternehmen die in Deutschland tätig sind und deutsche Unternehmen bedeutet das: Bloß nicht den Wünschen der Kunden zuhören und diesen oder ihren Bedürfnissen nachgeben.
Nein, es bedeutet sich eine wohldurchdachte Verwertungskette aufzubauen. Also erst mal den Film ins Kino zu schicken. Danach müssen die Kunden, die nicht schnell genug waren ihn auf der großen Leinwand zu sehen mal ein paar Monate warten bis sie ihn auf DVD sehen dürfen und wenn das DVD-Budget schmal ist, noch ein paar Monate bis er im TV läuft. Und natürlich bekommt man ihn - ausser in ausgewählten Kinos - nur synchronisiert zu sehen. Manchmal in OmU, fast nie in O ohne U. Zwangsuntertitel auf der DVD mit Originalton ... will doch jeder! Audiodiskription für Blinde oder Untertitel für Gehörlose spart man sich aber lieber. Von der LP werden erst mal ein paar Singles ausgekoppelt und den Rest bekommt man später nur im Bundle. Des Gesamtkunstwerks wegen. Auch Bücher erscheinen erst mal als klobiges Hardcover, bevor sie auch im, für den S-Bahn-Leser praktischen, Taschenbuchformat erscheinen. Von Ebooks reden wir erst gar nicht.
Auch Serien gibt es für den deutschen Kunden nur synchronisiert und das schlecht. Schließlich musste man ein paar Frischlings-Übersetzer-Praktikanten ausbeuten. Und weil sonst die deutschen Unternehmen über die entgangenen Einnahmen jaulen, errichten Video-Portale wie Hulu Mauern um die Zuschauer draussen zu halten, die man in Deutschland meint nicht mehr bedienen zu müssen, weil es ja ohnehin nicht so viele wären. Wagt sich dochmal ein Unternehmen in dieses Internet, gibt es ausgewählte Inhalte nur in Formaten die man unter Windows und allenfalls auf dem Mac nutzen kann und das enthaltene DRM zwingt die Nutzer bei Vollmond eine schwarze Katze zu vergraben oder andere sinnlose Rituale zu befolgen und schön überall ihre Daten zu hinterlassen. Möglichkeiten für zielgruppengerechte Werbung lässt man sich schließlich nicht entgehen.
Doch dann kommt da auf einmal Youtube und Google und tut genau das. Sie hört den Kunden zu und lässt eigene Kreative ans Werk, die ja auch irgendwie Kunden waren und sind. Und schon kommen Produkte auf den Markt die die Kunden wollen.
Sie scannen Bücher, die für Verlage wirtschaftlich nicht mehr interessant waren, die interessierte Kunden aber selbst bei Abebooks nicht mehr zu zivilen Preisen auftreiben konnten und für deren Digitalisierung bei deutschen Bibliotheken kein Budget vorhanden ist. Lieber kloppt man die alten Schwarten, die nur noch einmal in zwei Jahren ausgeliehen wurden, auf die Halde und bis hier zentrale Strukturen für ein solches Vorhaben entwickelt würden und alle Lizenzfragen sowohl mit den Verwertern als auch den ewig bremsenden Verwertungsgesellschaften durchgefochten wären, vergingen locker mal ein oder zwei Jahrzehnte. Dann würde ein solches System von Siemens und T-Systems umgesetzt und wäre in der Folge unbenutzbar, nur unter Windows überhaupt in Gang zu bekommen und mit DRM bis obenhin zugekleistert.
Über Youtube brechen Konsumenten aus den künstlichen Landesbarrieren aus, versorgen Zuschauer aus aller Welt wahlweise mit Untertiteln und machen aktuelle Popsongs sogar für Gehörlose hörbar, zertrümmern den Zwang Serien oder Filme totsynchronisiert, mit einer großen, zeitlichen Distanz oder nach landestypischem Geschmack kastriert anzusehen.
Google News bietet, wie Anno dazumal das Kiosk, die Headlines der Zeitungen und leitete die User zu den Blättern weiter, die diese lesen wollen. Nicht jene drei, die vom örtlichen Austräger zugestellt werden und auch nicht nur zur BILD, dem einzigen Blatt, dass es schließlich bei fast allen Bäckern gibt.
Und schon ist das Geschrei da. Nein, nicht dass man jahrzehntelang die Hände über die Ohren geklappt und laut gesummt hat ist schuld, dass die Kunden nun in Scharen zu Google und Konkurrenz rennen. Natürlich sind die 'toxischen Kräfte' schuld. Wie konnten die sich auch wagen zuzuhören und eine Lücke im Angebot zu füllen? Wie konnten sie sich wagen, sich nicht an das Gesetz zu halten, dass man dem Kunden nie, aber auch ja nie das geben darf was er will oder zu brauchen glaubt? Wie konnten sie es sich wagen, einfach gut zu sein? Wie konnten sie es wagen, Dienste zu schaffen, die jenen die dagegen wettern auch noch nutzen? Ungefragt?
Früher mussten die Teenager sich untereinander noch den Kopfhörer des Walkmans ins Ohr stecken, um ein Lied zu empfehlen und Hilde musste ihren Strickfreundinnen versuchen die tolle Pulliidee aus dem Strickheft mit umständlichen Worten zu beschreiben. Heute schicken Teenager den Youtube-Link und Hilde teilt das Bild des Pullis über Pinterest. Und schon jaulen Künstler und Verwerter, dass sie vorher ja nicht gefragt wurden. Weil die Empfehlungen heute auf einmal visuell weitergegeben werden. Und weil Jaulen so viel weniger anstrengend ist, als zu überlegen wie man mit den neuen Aufmerksamkeitsströmen umgeht oder sich mit Google einig zu werden. Wieviele Hotelbesitzer und Kneipiers pflaumen so am Tag eigentlich Taxifahrer an, die neue Kunden vor ihren Türen absetzen? Und wie gut leben die damit?
Nein, Google ist der Untergang und das Böse. Weil sie die Ideen hatten, die man nicht haben darf. Weil sie - shocking - das Ganze nicht aus Nächstenliebe tun, sondern mit Gewinninteresse. Weil man lieber den Boten erschießt, der davon berichtet, dass man im 19. Jahrhundert hängen geblieben ist, als die überbrachte Nachricht zu nutzen. Weil nicht sein darf was nicht sein kann. Und das ist in Deutschland nun mal: Kundenfreundlichkeit.
Kommunikation heute ist visuell, bewegt, interaktiv, international und frei von Landesgrenzen. Auch deutsche Menschen sehen amerikanische Serien im Original und lesen chilenische Zeitungen.
Schimpft ruhig weiter auf Google und stellt fest, dass ihr selbst bestimmen wollt wie wo wann und wer eure Inhalte konsumieren darf und welche Bedürfnisse ihr lieber ignorieren wollt. Aber bitte sterbt leiser.
RANT ENDE.
Marktwirtschaft ist ja was Feines. Also, solange man den Markt kontrolliert. Kommen da auf einmal neue Ideen und neue Modelle her, dann hatten die Mitbewerber mitnichten tolle Konzepte ... nein, es sind "toxische Kräfte".
"Den Markt kontrollieren" - Besonders für Unternehmen die in Deutschland tätig sind und deutsche Unternehmen bedeutet das: Bloß nicht den Wünschen der Kunden zuhören und diesen oder ihren Bedürfnissen nachgeben.
Nein, es bedeutet sich eine wohldurchdachte Verwertungskette aufzubauen. Also erst mal den Film ins Kino zu schicken. Danach müssen die Kunden, die nicht schnell genug waren ihn auf der großen Leinwand zu sehen mal ein paar Monate warten bis sie ihn auf DVD sehen dürfen und wenn das DVD-Budget schmal ist, noch ein paar Monate bis er im TV läuft. Und natürlich bekommt man ihn - ausser in ausgewählten Kinos - nur synchronisiert zu sehen. Manchmal in OmU, fast nie in O ohne U. Zwangsuntertitel auf der DVD mit Originalton ... will doch jeder! Audiodiskription für Blinde oder Untertitel für Gehörlose spart man sich aber lieber. Von der LP werden erst mal ein paar Singles ausgekoppelt und den Rest bekommt man später nur im Bundle. Des Gesamtkunstwerks wegen. Auch Bücher erscheinen erst mal als klobiges Hardcover, bevor sie auch im, für den S-Bahn-Leser praktischen, Taschenbuchformat erscheinen. Von Ebooks reden wir erst gar nicht.
Auch Serien gibt es für den deutschen Kunden nur synchronisiert und das schlecht. Schließlich musste man ein paar Frischlings-Übersetzer-Praktikanten ausbeuten. Und weil sonst die deutschen Unternehmen über die entgangenen Einnahmen jaulen, errichten Video-Portale wie Hulu Mauern um die Zuschauer draussen zu halten, die man in Deutschland meint nicht mehr bedienen zu müssen, weil es ja ohnehin nicht so viele wären. Wagt sich dochmal ein Unternehmen in dieses Internet, gibt es ausgewählte Inhalte nur in Formaten die man unter Windows und allenfalls auf dem Mac nutzen kann und das enthaltene DRM zwingt die Nutzer bei Vollmond eine schwarze Katze zu vergraben oder andere sinnlose Rituale zu befolgen und schön überall ihre Daten zu hinterlassen. Möglichkeiten für zielgruppengerechte Werbung lässt man sich schließlich nicht entgehen.
Doch dann kommt da auf einmal Youtube und Google und tut genau das. Sie hört den Kunden zu und lässt eigene Kreative ans Werk, die ja auch irgendwie Kunden waren und sind. Und schon kommen Produkte auf den Markt die die Kunden wollen.
Sie scannen Bücher, die für Verlage wirtschaftlich nicht mehr interessant waren, die interessierte Kunden aber selbst bei Abebooks nicht mehr zu zivilen Preisen auftreiben konnten und für deren Digitalisierung bei deutschen Bibliotheken kein Budget vorhanden ist. Lieber kloppt man die alten Schwarten, die nur noch einmal in zwei Jahren ausgeliehen wurden, auf die Halde und bis hier zentrale Strukturen für ein solches Vorhaben entwickelt würden und alle Lizenzfragen sowohl mit den Verwertern als auch den ewig bremsenden Verwertungsgesellschaften durchgefochten wären, vergingen locker mal ein oder zwei Jahrzehnte. Dann würde ein solches System von Siemens und T-Systems umgesetzt und wäre in der Folge unbenutzbar, nur unter Windows überhaupt in Gang zu bekommen und mit DRM bis obenhin zugekleistert.
Über Youtube brechen Konsumenten aus den künstlichen Landesbarrieren aus, versorgen Zuschauer aus aller Welt wahlweise mit Untertiteln und machen aktuelle Popsongs sogar für Gehörlose hörbar, zertrümmern den Zwang Serien oder Filme totsynchronisiert, mit einer großen, zeitlichen Distanz oder nach landestypischem Geschmack kastriert anzusehen.
Google News bietet, wie Anno dazumal das Kiosk, die Headlines der Zeitungen und leitete die User zu den Blättern weiter, die diese lesen wollen. Nicht jene drei, die vom örtlichen Austräger zugestellt werden und auch nicht nur zur BILD, dem einzigen Blatt, dass es schließlich bei fast allen Bäckern gibt.
Und schon ist das Geschrei da. Nein, nicht dass man jahrzehntelang die Hände über die Ohren geklappt und laut gesummt hat ist schuld, dass die Kunden nun in Scharen zu Google und Konkurrenz rennen. Natürlich sind die 'toxischen Kräfte' schuld. Wie konnten die sich auch wagen zuzuhören und eine Lücke im Angebot zu füllen? Wie konnten sie sich wagen, sich nicht an das Gesetz zu halten, dass man dem Kunden nie, aber auch ja nie das geben darf was er will oder zu brauchen glaubt? Wie konnten sie es sich wagen, einfach gut zu sein? Wie konnten sie es wagen, Dienste zu schaffen, die jenen die dagegen wettern auch noch nutzen? Ungefragt?
Früher mussten die Teenager sich untereinander noch den Kopfhörer des Walkmans ins Ohr stecken, um ein Lied zu empfehlen und Hilde musste ihren Strickfreundinnen versuchen die tolle Pulliidee aus dem Strickheft mit umständlichen Worten zu beschreiben. Heute schicken Teenager den Youtube-Link und Hilde teilt das Bild des Pullis über Pinterest. Und schon jaulen Künstler und Verwerter, dass sie vorher ja nicht gefragt wurden. Weil die Empfehlungen heute auf einmal visuell weitergegeben werden. Und weil Jaulen so viel weniger anstrengend ist, als zu überlegen wie man mit den neuen Aufmerksamkeitsströmen umgeht oder sich mit Google einig zu werden. Wieviele Hotelbesitzer und Kneipiers pflaumen so am Tag eigentlich Taxifahrer an, die neue Kunden vor ihren Türen absetzen? Und wie gut leben die damit?
Nein, Google ist der Untergang und das Böse. Weil sie die Ideen hatten, die man nicht haben darf. Weil sie - shocking - das Ganze nicht aus Nächstenliebe tun, sondern mit Gewinninteresse. Weil man lieber den Boten erschießt, der davon berichtet, dass man im 19. Jahrhundert hängen geblieben ist, als die überbrachte Nachricht zu nutzen. Weil nicht sein darf was nicht sein kann. Und das ist in Deutschland nun mal: Kundenfreundlichkeit.
Kommunikation heute ist visuell, bewegt, interaktiv, international und frei von Landesgrenzen. Auch deutsche Menschen sehen amerikanische Serien im Original und lesen chilenische Zeitungen.
Schimpft ruhig weiter auf Google und stellt fest, dass ihr selbst bestimmen wollt wie wo wann und wer eure Inhalte konsumieren darf und welche Bedürfnisse ihr lieber ignorieren wollt. Aber bitte sterbt leiser.
RANT ENDE.
Urheberrecht Nr. 34756901
Es geht nicht - und ging nie - um die Allimentierung von Künstlern, Kulturarbeitern oder solchen die sich dafür halten. Es geht a) um gerechte Entlohnung, für in Anspruch genommene Werke¹ und b) dass Produzenten gegenüber Verwertern & Industrie nicht noch schlechter gestellt werden als ohnehin schon.
Und ja, es geht und ging immer auch um Respekt.
(1) Sofern sie mit Gewinnabsichten hergestellt und verbreitet werden.
Und ja, es geht und ging immer auch um Respekt.
(1) Sofern sie mit Gewinnabsichten hergestellt und verbreitet werden.
Urheberrecht, again. Regener-Aufreger ff
Vorweg. Ich bin nicht glücklich über die Häme und oft auch Arroganz, die sich mit Macht aus dem Nutzerlager und auch aus der Piratenpartei heraus über hauptberufliche Urheber ergießt. Aber könnten nicht bitte mal beide Seiten über ihre Argumente nachdenken?
Heute so im Freitag:
Ja, natürlich ohne zu bezahlen. Schuhe und Hosen probiere ich doch auch erst an, um zu sehen ob sie mir passen.
Ich weiß, es kommt uns allen vor als wäre es vor einem Jahrtausend gewesen. Aber erinnert ihr euch noch an diese alten Plattenläden? Wo man Vinylscheiben erwerben konnte und später dann auch CDs? Erinnert ihr euch an die Wand mit den Kopfhörern? Erinnert ihr euch daran, wie ihr euch, je nach Technisierungsgrad des Ladens, Platten auflegen ließt oder mit dem vorbereiteten Angebot vorlieb nahmt? Erinnert ihr euch, wie ihr darauf gewartet habt, dass endlich ein Platz frei wird? Dass ihr ganze Nachmittage dort verbracht habt?
Wieviel habt ihr pro gehörtem Song bezahlt und wieviele der Platten dann auch gekauft?
Eben.
Heute so im Freitag:
Natürlich würde man auch für Musik bezahlen, so eines der häufigesten Argumente – aber nur, wenn man den Künstler gut finde und natürlich nachdem man seine Musik erstmal kostenlos gehört hat. Ehrlich! Versteht sich, dass man einen Sven Regener nun nicht mehr so gut findet, weil er genau das scheiße findet.
Ja, natürlich ohne zu bezahlen. Schuhe und Hosen probiere ich doch auch erst an, um zu sehen ob sie mir passen.
Ich weiß, es kommt uns allen vor als wäre es vor einem Jahrtausend gewesen. Aber erinnert ihr euch noch an diese alten Plattenläden? Wo man Vinylscheiben erwerben konnte und später dann auch CDs? Erinnert ihr euch an die Wand mit den Kopfhörern? Erinnert ihr euch daran, wie ihr euch, je nach Technisierungsgrad des Ladens, Platten auflegen ließt oder mit dem vorbereiteten Angebot vorlieb nahmt? Erinnert ihr euch, wie ihr darauf gewartet habt, dass endlich ein Platz frei wird? Dass ihr ganze Nachmittage dort verbracht habt?
Wieviel habt ihr pro gehörtem Song bezahlt und wieviele der Platten dann auch gekauft?
Eben.
Szenen einer Ehe: Qualifiziert
Bernd bucht Bingsbahn und Hotel für die Eckenfelsche Teilnahme am Bundesparteitag 2012.1. Währenddessen erzählt Mela dies und das und neckt Bernd mit der Ankündigung sich für den Bundestag aufstellen zu lassen.
Etwas später:
Bernd: Die Listen werden wohl beim zweiten LPT aufgestellt.
Mela: Listen? Äh, für die Bundestagswahl?
Bernd: Jupp.
Mela: Äh. Ich werde mich NICHT aufstellen lassen!
Bernd: Warum nicht? Du bist qualifiziert.
Mela: Bin ich nicht.
Bernd: Doch, du bist eine Frau!
*Grillenzirpen*
Bernd: Naja, es ist nicht deine einzige Qualifikation.
*Grillenzirpen*
Bernd: Du hast die deutsche Staatsbürgerschaft.
*Niederstarren*
Bernd: Du bist volljährig.
*Niederstarren des Todes*
Bernd: Du sprichst deutsch.
*Niederstarren des Weltuntergangs*
Bernd: kleinlauter ... und so.
Etwas später:
Bernd: Die Listen werden wohl beim zweiten LPT aufgestellt.
Mela: Listen? Äh, für die Bundestagswahl?
Bernd: Jupp.
Mela: Äh. Ich werde mich NICHT aufstellen lassen!
Bernd: Warum nicht? Du bist qualifiziert.
Mela: Bin ich nicht.
Bernd: Doch, du bist eine Frau!
*Grillenzirpen*
Bernd: Naja, es ist nicht deine einzige Qualifikation.
*Grillenzirpen*
Bernd: Du hast die deutsche Staatsbürgerschaft.
*Niederstarren*
Bernd: Du bist volljährig.
*Niederstarren des Todes*
Bernd: Du sprichst deutsch.
*Niederstarren des Weltuntergangs*
Bernd: kleinlauter ... und so.
Frauen zu den Grünen ...
... oder: Gelebte Minderwertigkeitskomplexe
Die Welt fasste es 2009 zusammen: Mitglieder politischer Parteien sind alt und männlich. Die Grünen muß es gepiekt haben, dass trotz ihres Männer-übervorteilenden Systems nicht einmal 40% der Mitglieder weiblich sind. Da wird es bei einer konsequenten 50%-Quote sicherlich manchmal eng, wenn es darum geht, Posten zu besetzen.
Und obwohl Fukushima noch einmal kräftig Neumitglieder in die Partei geschwemmt hat, gibt es ja noch die unliebsame Konkurrenz, der junge Mitglieder gerade scharenweise zulaufen. Und obwohl sich die Medien redlich Mühe geben, das Bild der technikverliebten Männerpartei aufrechtzuerhalten, zeigen Vorbilder wie Marina Weisband, Julia Schramm oder die Versammlungsleiterin der Berliner Landesmitgliederversammlung Miriam aka _noujoum - um diese Drei stellvertretend für eine steigende Zahl sehr aktiver Piraten zu nennen - dass nicht alle Frauen in der Piratenpartei prototypischen Nerds entsprechen, noch überhaupt aus der Technik-Ecke kommen müssen. Die Gefahr, dass die Piraten damit auch für feminin orientierte Frauen interessant werden, die sich im Öko-Latzhosen-Emanzen-Image nicht wiederfinden, welches die Grünen lange Zeit umwehte, ist damit gegeben.

Scheinbar höchste Zeit für den Angriff nach vorne. Mit der Kampagne "Projekt Fifty-Fifty". Untertitel: Besser du als irgendein Kerl.
An diesem Slogan, der mit Hilfe launiger Plakate präsentiert wird, ist so Vieles falsch, dass man die gesamte Aktion mit einem dicken "Fail" so stehen lassen könnte. Ein paar Worte verliere ich dennoch.
Der erste Fail ist, dass Männer zur gesichtslosen "irgendein Kerl"-Masse degradiert, während Frauen als Persönlichkeit, nämlich als "Du" wahrgenommen werden. Der Zweite ist wohl die Botschaft "Neumitglieder ja bitte, aber eben weibliche". Wäre ich ein Mann, würde ich mir jetzt ganz genau überlegen, ob ich meinen Mitgliedsantrag nicht doch lieber zerreissen würde. Irgend so einen Kerl wollen sie schließlich nicht.
Der sicherlich größte Fail ist aber die Botschaft, die an Frauen gesendet wird, und die sehr vielschichtig vermurkst ist. Frauen sind, vordergründig, also die besseren Grünen. Man stellt sie heraus und umwirbt sie. Auf den zweiten Blick entsteht die Anerkennung nur durch die Abwertung einer anderen Gruppe - der Männer.
Die Kampagne verpasst es, Frauen aufgrund ihrer Stärken anzusprechen. Statt dessen stellt sie sie in direkte Konkurrenz mit einem anderen Geschlecht, als könnten Frauen alleine betrachtet nicht glänzen, sondern nur, wenn man ihnen quasi das hässliche Entlein an die Seite stellt. Ein Schelm, wer hier Parallelen zur Quote sieht. Der Glaube, Frauen könnten ohne Quote, also ohne fremde Hilfe, keine Vorstandsämter gewinnen, ist so fest verwurzelt, dass er auch in dieser Kampagne durchblitzt. Männer müssen als Masse abqualifiziert und verkleinert werden, damit auch Frauen sich trauen, Parteipolitik zu gestalten.
Die Frage, an welche Art Frauen sich diese Kampagne wendet, muß ebenfalls gestellt werden. Spricht sie die mutigen, selbstbewussten Frauen an? Eher nicht. Spricht sie die Frauen an, die mit anderen Parteimitgliedern an einem Strang ziehen und gemeinsame Ziele erreichen möchten? Auch das eher nicht. Spricht sie in sich ruhende Persönlichkeiten an? Nö.
Spricht sie den Typ Frau an, der die eigenen Minderwertigkeitskomplexe dadurch abmildert und das eigene Selbstbewusstsein boosted, indem er andere niedermacht und verkleinert? Frauen, die der besten Freundin ins Gesicht sagen, dass sie sie hässlich und fett finden. Frauen, die ihre Position in der Arbeitswelt durch "hintenrum schlecht reden" und Mobbing festigen? Eher ja. Beide Typen gibt es auch in der Geschmacksrichtung männlich, aber da in der Erziehung von Mädchen Selbstbewusstsein leider immer noch eine deutlich untergeordnete Rolle spielt nach "brav sein" und "fleissig sein", galten diese Verhaltensweisen in der Vergangenheit häufig als "weiblich".
Ein Vorurteil, das sich bei den Grünen offensichtlich gehalten hat. Der eigentliche Skandal der Kampagne ist damit nicht das abwertende Männerbild, sondern das durch die Kampagne transportierte Frauenbild.
Denn die kommen scheinbar nur, wenn sie kräftig gegen die Kerle stänkern und sie aus dem Weg schubsen dürfen.
Motive, die schon mal dazu aufrufen, an Jürgen Trittins Stuhl zu sägen, verstärken den Eindruck noch weiter.
Sie zeichnen das Bild einer Partei, in der Mobbing und Grabenkämpfe nicht nur an der Tagesordnung sind, sondern zu den weithin akzeptierten Umgangsformen gehören und sieht man die aktuelle Presseberichte an, scheint sich das zu bestätigen.
Vordergründig mögen die Grünen die Partei der Gleichberechtigung sein. Was zwischen den Zeilen steht ist biblischer Sexismus - Frauen - das sündiges Geschlecht - bester Qualität.
P.S.
Einen hab ich noch. Von den Befürwortern wird diese Kampagne als "frisch" und "pfiffig" beschrieben. Meiner Ansicht nach riecht sie nach dem Geschlechterkampf-Mief der 70er Jahre. Und der ist im 21. Jahrhundert nun mal weder frisch und auch längst nicht pfiffig.
Die Welt fasste es 2009 zusammen: Mitglieder politischer Parteien sind alt und männlich. Die Grünen muß es gepiekt haben, dass trotz ihres Männer-übervorteilenden Systems nicht einmal 40% der Mitglieder weiblich sind. Da wird es bei einer konsequenten 50%-Quote sicherlich manchmal eng, wenn es darum geht, Posten zu besetzen.
Und obwohl Fukushima noch einmal kräftig Neumitglieder in die Partei geschwemmt hat, gibt es ja noch die unliebsame Konkurrenz, der junge Mitglieder gerade scharenweise zulaufen. Und obwohl sich die Medien redlich Mühe geben, das Bild der technikverliebten Männerpartei aufrechtzuerhalten, zeigen Vorbilder wie Marina Weisband, Julia Schramm oder die Versammlungsleiterin der Berliner Landesmitgliederversammlung Miriam aka _noujoum - um diese Drei stellvertretend für eine steigende Zahl sehr aktiver Piraten zu nennen - dass nicht alle Frauen in der Piratenpartei prototypischen Nerds entsprechen, noch überhaupt aus der Technik-Ecke kommen müssen. Die Gefahr, dass die Piraten damit auch für feminin orientierte Frauen interessant werden, die sich im Öko-Latzhosen-Emanzen-Image nicht wiederfinden, welches die Grünen lange Zeit umwehte, ist damit gegeben.
Scheinbar höchste Zeit für den Angriff nach vorne. Mit der Kampagne "Projekt Fifty-Fifty". Untertitel: Besser du als irgendein Kerl.
An diesem Slogan, der mit Hilfe launiger Plakate präsentiert wird, ist so Vieles falsch, dass man die gesamte Aktion mit einem dicken "Fail" so stehen lassen könnte. Ein paar Worte verliere ich dennoch.
Der erste Fail ist, dass Männer zur gesichtslosen "irgendein Kerl"-Masse degradiert, während Frauen als Persönlichkeit, nämlich als "Du" wahrgenommen werden. Der Zweite ist wohl die Botschaft "Neumitglieder ja bitte, aber eben weibliche". Wäre ich ein Mann, würde ich mir jetzt ganz genau überlegen, ob ich meinen Mitgliedsantrag nicht doch lieber zerreissen würde. Irgend so einen Kerl wollen sie schließlich nicht.
Der sicherlich größte Fail ist aber die Botschaft, die an Frauen gesendet wird, und die sehr vielschichtig vermurkst ist. Frauen sind, vordergründig, also die besseren Grünen. Man stellt sie heraus und umwirbt sie. Auf den zweiten Blick entsteht die Anerkennung nur durch die Abwertung einer anderen Gruppe - der Männer.
Die Kampagne verpasst es, Frauen aufgrund ihrer Stärken anzusprechen. Statt dessen stellt sie sie in direkte Konkurrenz mit einem anderen Geschlecht, als könnten Frauen alleine betrachtet nicht glänzen, sondern nur, wenn man ihnen quasi das hässliche Entlein an die Seite stellt. Ein Schelm, wer hier Parallelen zur Quote sieht. Der Glaube, Frauen könnten ohne Quote, also ohne fremde Hilfe, keine Vorstandsämter gewinnen, ist so fest verwurzelt, dass er auch in dieser Kampagne durchblitzt. Männer müssen als Masse abqualifiziert und verkleinert werden, damit auch Frauen sich trauen, Parteipolitik zu gestalten.
Die Frage, an welche Art Frauen sich diese Kampagne wendet, muß ebenfalls gestellt werden. Spricht sie die mutigen, selbstbewussten Frauen an? Eher nicht. Spricht sie die Frauen an, die mit anderen Parteimitgliedern an einem Strang ziehen und gemeinsame Ziele erreichen möchten? Auch das eher nicht. Spricht sie in sich ruhende Persönlichkeiten an? Nö.
Spricht sie den Typ Frau an, der die eigenen Minderwertigkeitskomplexe dadurch abmildert und das eigene Selbstbewusstsein boosted, indem er andere niedermacht und verkleinert? Frauen, die der besten Freundin ins Gesicht sagen, dass sie sie hässlich und fett finden. Frauen, die ihre Position in der Arbeitswelt durch "hintenrum schlecht reden" und Mobbing festigen? Eher ja. Beide Typen gibt es auch in der Geschmacksrichtung männlich, aber da in der Erziehung von Mädchen Selbstbewusstsein leider immer noch eine deutlich untergeordnete Rolle spielt nach "brav sein" und "fleissig sein", galten diese Verhaltensweisen in der Vergangenheit häufig als "weiblich".
Ein Vorurteil, das sich bei den Grünen offensichtlich gehalten hat. Der eigentliche Skandal der Kampagne ist damit nicht das abwertende Männerbild, sondern das durch die Kampagne transportierte Frauenbild.
Denn die kommen scheinbar nur, wenn sie kräftig gegen die Kerle stänkern und sie aus dem Weg schubsen dürfen.
Motive, die schon mal dazu aufrufen, an Jürgen Trittins Stuhl zu sägen, verstärken den Eindruck noch weiter.
Sie zeichnen das Bild einer Partei, in der Mobbing und Grabenkämpfe nicht nur an der Tagesordnung sind, sondern zu den weithin akzeptierten Umgangsformen gehören und sieht man die aktuelle Presseberichte an, scheint sich das zu bestätigen.
Vordergründig mögen die Grünen die Partei der Gleichberechtigung sein. Was zwischen den Zeilen steht ist biblischer Sexismus - Frauen - das sündiges Geschlecht - bester Qualität.
P.S.
Einen hab ich noch. Von den Befürwortern wird diese Kampagne als "frisch" und "pfiffig" beschrieben. Meiner Ansicht nach riecht sie nach dem Geschlechterkampf-Mief der 70er Jahre. Und der ist im 21. Jahrhundert nun mal weder frisch und auch längst nicht pfiffig.





