Feder & Herd

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June '13



Frauen und die Technologiekritik

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Mich treibt da seit Tagen ein Gedanke um. Um genau zu sein, seit Spitzer mit seinem Machwerk zum Waldsterben beiträgt und die Talkshow-Maschine rollt.

Vorweg, ihr wisst ja, dass ich kein Freund von Frauenquoten bin ... yadda .. blablbla. Aber dennoch:

Ist es euch aufgefallen, dass nur Männer gegen Spitzer auf der Pro-Neue-Medien-Seite antreten dürfen?

Nicht, dass Johnny keine prima Wahl gewesen wäre oder dass Nilz nicht prima hätte das verbale LART schwingen können, wenn er denn gewollt hätte. Dennoch finde ich es erstaunlich wie selten Frauen in den deutschen Medien technikfreundliche Positionen vertreten dürfen.

Sicher, manchmal erinnert sich ein Redakteur, dass Kathrin Passig schon mal prima Dinge zur Technologiekritik gesagt hat. Aber schon auf Juli Zeh oder Rena Tangens greift man vor allem dann zurück, wenn sie zum Beispiel mangelnden Datenschutz kritisieren können. Wichtige Technologiekritik, aber eben doch Kritik.

Wenn Frauen zu Technologie und neuen Medien in Talkshows eingeladen werden, dann als Warner, Panikmacher, Bedenkenträger und Ewiggestrige. Dann dürfen sie kuhäugig in der Gegend herumschauen und Sätze sagen, für die ich sie liebend gerne eine Stunde lang hinter geschlossenen Türen einschreien würde. Einfach, weil sie das Klischee das Frauen keine Ahnung von Technik haben, ohne Not am Leben erhalten.

Es ist nur leider so, dass - meiner Ansicht nach - gerade die Frauenbewegung an dieser Entwicklung gerüttelt mitschuldig ist. Immer wieder wird behauptet, wie schwer Frauen es doch in technischen Berufen hätten und jeder Entwicklung wird erst mal kritisch gegenübergestanden. Denn Technik wird ja prinzipiell von Männern erfunden/entwickelt und ist alleine dadurch schon unweiblich und schlecht. Das gipfelte so um 1994/1995 sogar in Überlegungen doch ein eigenes Internet aufzubauen, weil das eigentliche Internet war ja von Männer entwickelt und deswegen für Frauen ... und so weiter. Deswegen wolle man dann lieber ein eigenes Netz erfinden, dass zwar quasi das Internet gewesen wäre, aber eben weiblich. Oder so.

Keine guten Vorraussetzungen also, dass Frauen endlich anders wahrgenommen werden, als als Bremser, Technologiefeinde oder technisch herausgefordert. Ihnen wird nur die Rolle als ewige Mahner zuerkannt.

Und das kotzt mich an.

Posted by Mela Eckenfels

08/31/2012 at 21:49:10

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Gedanken zur Quote

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(Frauen)Quoten sind das "Wir tun was"-Feigenblatt der Menschen, die die Atmosphäre in einer Organisation für weniger Bullshit-resistente Menschen unerträglich machen, aber an den Ursachen selbst nichts verändern wollen.


Posted by Mela Eckenfels

08/02/2012 at 10:12:24

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Frauen zu den Grünen ...

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... oder: Gelebte Minderwertigkeitskomplexe

Die Welt fasste es 2009 zusammen: Mitglieder politischer Parteien sind alt und männlich. Die Grünen muß es gepiekt haben, dass trotz ihres Männer-übervorteilenden Systems nicht einmal 40% der Mitglieder weiblich sind. Da wird es bei einer konsequenten 50%-Quote sicherlich manchmal eng, wenn es darum geht, Posten zu besetzen.
Und obwohl Fukushima noch einmal kräftig Neumitglieder in die Partei geschwemmt hat, gibt es ja noch die unliebsame Konkurrenz, der junge Mitglieder gerade scharenweise zulaufen. Und obwohl sich die Medien redlich Mühe geben, das Bild der technikverliebten Männerpartei aufrechtzuerhalten, zeigen Vorbilder wie Marina Weisband, Julia Schramm oder die Versammlungsleiterin der Berliner Landesmitgliederversammlung Miriam aka _noujoum - um diese Drei stellvertretend für eine steigende Zahl sehr aktiver Piraten zu nennen - dass nicht alle Frauen in der Piratenpartei prototypischen Nerds entsprechen, noch überhaupt aus der Technik-Ecke kommen müssen. Die Gefahr, dass die Piraten damit auch für feminin orientierte Frauen interessant werden, die sich im Öko-Latzhosen-Emanzen-Image nicht wiederfinden, welches die Grünen lange Zeit umwehte, ist damit gegeben.



Scheinbar höchste Zeit für den Angriff nach vorne. Mit der Kampagne "Projekt Fifty-Fifty". Untertitel: Besser du als irgendein Kerl.

Wer nervt mehr als Claudia? Besser Du als irgendein Kerl.


An diesem Slogan, der mit Hilfe launiger Plakate präsentiert wird, ist so Vieles falsch, dass man die gesamte Aktion mit einem dicken "Fail" so stehen lassen könnte. Ein paar Worte verliere ich dennoch.

Der erste Fail ist, dass Männer zur gesichtslosen "irgendein Kerl"-Masse degradiert, während Frauen als Persönlichkeit, nämlich als "Du" wahrgenommen werden. Der Zweite ist wohl die Botschaft "Neumitglieder ja bitte, aber eben weibliche". Wäre ich ein Mann, würde ich mir jetzt ganz genau überlegen, ob ich meinen Mitgliedsantrag nicht doch lieber zerreissen würde. Irgend so einen Kerl wollen sie schließlich nicht.

Der sicherlich größte Fail ist aber die Botschaft, die an Frauen gesendet wird, und die sehr vielschichtig vermurkst ist. Frauen sind, vordergründig, also die besseren Grünen. Man stellt sie heraus und umwirbt sie. Auf den zweiten Blick entsteht die Anerkennung nur durch die Abwertung einer anderen Gruppe - der Männer.

Die Kampagne verpasst es, Frauen aufgrund ihrer Stärken anzusprechen. Statt dessen stellt sie sie in direkte Konkurrenz mit einem anderen Geschlecht, als könnten Frauen alleine betrachtet nicht glänzen, sondern nur, wenn man ihnen quasi das hässliche Entlein an die Seite stellt. Ein Schelm, wer hier Parallelen zur Quote sieht. Der Glaube, Frauen könnten ohne Quote, also ohne fremde Hilfe, keine Vorstandsämter gewinnen, ist so fest verwurzelt, dass er auch in dieser Kampagne durchblitzt. Männer müssen als Masse abqualifiziert und verkleinert werden, damit auch Frauen sich trauen, Parteipolitik zu gestalten.

Die Frage, an welche Art Frauen sich diese Kampagne wendet, muß ebenfalls gestellt werden. Spricht sie die mutigen, selbstbewussten Frauen an? Eher nicht. Spricht sie die Frauen an, die mit anderen Parteimitgliedern an einem Strang ziehen und gemeinsame Ziele erreichen möchten? Auch das eher nicht. Spricht sie in sich ruhende Persönlichkeiten an? Nö.

Spricht sie den Typ Frau an, der die eigenen Minderwertigkeitskomplexe dadurch abmildert und das eigene Selbstbewusstsein boosted, indem er andere niedermacht und verkleinert? Frauen, die der besten Freundin ins Gesicht sagen, dass sie sie hässlich und fett finden. Frauen, die ihre Position in der Arbeitswelt durch "hintenrum schlecht reden" und Mobbing festigen? Eher ja. Beide Typen gibt es auch in der Geschmacksrichtung männlich, aber da in der Erziehung von Mädchen Selbstbewusstsein leider immer noch eine deutlich untergeordnete Rolle spielt nach "brav sein" und "fleissig sein", galten diese Verhaltensweisen in der Vergangenheit häufig als "weiblich".


Ein Vorurteil, das sich bei den Grünen offensichtlich gehalten hat. Der eigentliche Skandal der Kampagne ist damit nicht das abwertende Männerbild, sondern das durch die Kampagne transportierte Frauenbild.
Denn die kommen scheinbar nur, wenn sie kräftig gegen die Kerle stänkern und sie aus dem Weg schubsen dürfen.

Motive, die schon mal dazu aufrufen, an Jürgen Trittins Stuhl zu sägen, verstärken den Eindruck noch weiter.

Wer sägt an Jürgens Stuhl? Besser Du als irgendein Kerl.


Sie zeichnen das Bild einer Partei, in der Mobbing und Grabenkämpfe nicht nur an der Tagesordnung sind, sondern zu den weithin akzeptierten Umgangsformen gehören und sieht man die aktuelle Presseberichte an, scheint sich das zu bestätigen.

Vordergründig mögen die Grünen die Partei der Gleichberechtigung sein. Was zwischen den Zeilen steht ist biblischer Sexismus - Frauen - das sündiges Geschlecht - bester Qualität.


P.S.

Einen hab ich noch. Von den Befürwortern wird diese Kampagne als "frisch" und "pfiffig" beschrieben. Meiner Ansicht nach riecht sie nach dem Geschlechterkampf-Mief der 70er Jahre. Und der ist im 21. Jahrhundert nun mal weder frisch und auch längst nicht pfiffig.

Posted by Mela Eckenfels

03/12/2012 at 02:11:00

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Warum ich mich für kein Amt innerhalb der Piratenpartei zur Verfügung stellen werde

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Der Bundesparteitag (2010.1) der Piratenpartei neigt sich dem Ende zu. Der neue (teils alte) Vorstand wurde gewählt und im Gegensatz zum Vorjahr haben wir keine Frau im Vorstand. Die einzige Frau die sich zur Wahl gestellt hatte - Lena Simon - erhielt nicht die erforderliche Stimmenanzahl für den stellvertretenden Vorsitzenden. Sie hätte (so meine Einschätzung) eine gute Chance gehabt zur Beisitzerin gewählt zu werden, aber sie zog es vor nicht erneut anzutreten. Obwohl die Möglichkeit bestanden hätten. Begründung: Sie hätte sich am Vortag erkältet.



Dass Lena Simon nicht zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde, sehen Aussenstehende und die extreme interne Gender-Fraktion als Zeichen von Sexismus. Dem halte ich entgegen, dass Lena mit ihrer aggressiven Nicht-Kommunikation und tendenziell intrigantem Verhalten viel Porzellan zerschlagen hat. Es hätte sich kaum ein polarisierenderer Kandidat zur Wahl stellen können. Egal welchen Geschlechts. Allenfalls Bodo Thiesen oder Aaron König traue ich ähnliches Potenzial zu, die Partei zu spalten.

Aber wie auch immer. Die Piratenpartei hat nun keinen Minderheitsvertreter im Vorstand. Auch wenn ich die Norm Frauen als Minderheit zu bezeichnen, für eigenwillig sexistisch halte. Wir haben leider auch keinen (bekannt) Behinderten, keinen (bekannt) Transgender, keinen Ausländer und keinen (bekannt) Hartz IV-Empfänger im Vorstand. Ein Umstand der niemand weiter zu stören scheint. Auch und erst recht nicht die Genderfraktion.

Es fragt auch niemand, warum sich kein Behinderter, kein (offen) Transgender etc. zur Wahl gestellt hat. Es wird aber gefragt, warum sich ausser Lena keine weitere Frau für den Vorstand zur Verfügung gestellt hat. Als Grund wird offen der Sexismus der Piratenpartei vermutet. Angeblich würde sich keine Frau in diesen von unterschwelligen Frauenhassern durchsetzten Männerclub wagen.

Nun, ich weiss nicht warum sich die anderen anwesenden Frauen nicht zur Verfügung gestellt haben. Warum ich selbst mich für kein Vorstandsamt als Kandidatin angeboten habe und warum ich generell kein Parteiamt in der Piratenpartei übernehmen werde, möchte ich hier ein für alle Mal klären¹:

Ein Kandidat für ein Parteiamt sollte gewisse Vorraussetzungen mitbringen. Darunter: er ist idealerweise fachkompetent, er ist sozialkompetent, er beherrscht grundlegende Menschenführung und ist in der Lage sich selbst und andere zu organisieren.

Damit habe ich auch schon fast alle Fähigkeiten aufgezählt die ich selbst NICHT oder nicht im aussreichenden Maße besitze.
Als vom Asperger Syndrom betroffene, darf ich mich zwar direkt zu zwei 'Minderheiten' zählen, aber meine soziale Kompetenz ist in homöopathischen Dosen vorhanden und relativ schnell erschöpft. Dazu gesellt sich ausgeprägtes ADS, was es mir schwer macht mich selbst zu organisieren. Ans Organisieren von anderen Menschen oder kontinuierlicher Parteiarbeit ist da erst recht nicht zu denken.

Würde ich einen Posten in der Partei übernehmen wäre es schlecht für mich, da es meine persönlichen Energiereserven über Gebühr beanspruchen würde und es wäre schlecht für die Partei, denn die anfallenden Aufgaben würden nicht adäquat erledigt.

Ein Parteiamt benötigt einen Gärtner und keinen Bock.

Es gibt viele Gründe kein Amt in einer Partei zu übernehmen, selbst wenn man sich für Politik interessiert und etwas bewegen möchte. Leider werden die persönlichen Gründe der nicht-kandidierenden Frauen nie hinterfragt, sondern schlicht Kritiker-gefällig mit Sexismus erklärt.



¹) Leider werde ich immer wieder aufgefordert für ein Parteiamt zu kandidieren. Der Anspruch ich müsse gefälligst kandidieren weil ich eine Frau bin, wird nicht selten ausgesprochen und schwingt mindestens unausgesprochen mit. Die Aufforderung wird im Allgemeinen von Frauen - mal von Nicht-Mitgliedern aber auch von Mitgliederinnen der Piratenpartei selbst - vorbegbracht.
Wenn mir jemand sagt, ich muß einen Frauenberuf ergreifen weil ich eine Frau bin, so ist die Forderung sexistisch. Wenn mir jemand sagt, ich müsse ein Parteiamt ergreifen und meine einzige Qualifikation darin besteht weiblich zu sein, ist diese Forderung nicht im Mindesten weniger sexistisch.
Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass der Sexismus erst durch die angeblichen Streiter gegegen den Sexismus in die Partei getragen wird, denn nur sie sehen mich lediglich als Eierstöcke auf Beinen und als Erfüllungsgehilfin ihrer Ideologie.

Posted by Mela Eckenfels

05/16/2010 at 16:49:44

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Boobquake

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Am Sonntag berichtete ich über den Dummfug eines iranischen Geistlichen, der die unzüchtige Kleidung von Frauen, die wiederum von Männern angeblickt werden, in direkte Relation zur Häufung von Erdbeben setzte.

Ihr erinnert euch sicherlich an den Erdkunde-Unterricht und die Zeit vor mehreren Millionen Jahren, als die Erde jung und ihre Oberfläche in Bewegung war. Mann Mann Mann muß damals viele tief dekoltierter Urschlamm unterwegs gewesen sein und viele männlicher Urschlamm der ihnen ins Dekoltee gestarrt hat.

Gestern berichtete mir mein Göttergatte nun über die "Boobquake"-Initiative und heute fand ich beim Orden des Leibowitz eine Linkzusammenstellung.

Die Bloggerin Jen McCreight ruft darin auf, die Theorie des Geistlichen Hojatoleslam Kazem Sedighi zu überprüfen und am Montag den 26. April möglichst ungehörig gekleidet auf die Straße zu gehen.

Auch wenn ein paar humorbefreite Feministinnen schon wieder am Wettern sind ... vielleicht sollte ich das Korsett mal wieder ausmotten. Natürlich nur im Namen der Wissenschaft.




Posted by Mela Eckenfels

04/24/2010 at 13:06:53

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Daily WTF: Zügellosigkeit und Erdbeben

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Posted by Mela Eckenfels

04/19/2010 at 01:06:00

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Bloggende Frauen oder warum Feder & Herd nicht so populär ist wie Spreeblick

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Jedesmal wenn ich von einem Vortrag, Panel, einer Session höre oder einen Artikel lese, in dem es darum geht dass es mehr weibliche Blogger geben muß, fange ich an den Kopf zu schütteln.



Abgesehen davon, dass es sinnlos ist etwas derartiges zu fordern - es fängt doch niemand mit dem Bloggen an, nur weil sich da jemand hinstellt und sagt: Ihr müsst - geht es den Fordernden (meist weibliche Kunst- und/oder Medienmacher mit Soziologie-Einschlag) selten um die schiere Zahl bloggender Frauen.

Für meinen Teil habe ich 1997/98 kurzzeitig mit dem Bloggen begonnen, damals noch ohne den Begriff überhaupt zu kennen. Mein 'Blog' war eine Art Internet-Beziehungstagebuch, gemeinsam geführt mit meinem späteren Göttergatten, erst seit 2004 führte ich mein Asperger-Blog und seit 2005 dann dieses Blog. Feder & Herd.

Das sind inzwischen satte 5 Jahre und für die deutsche Blogsphäre war ich damit zumindest nicht spät dran.

Also hallo, hier gibt es eine bloggende Frau. Gibt es schon seit einiger Zeit. Allerdings bin ich wohl irgendwie nicht relevant. Hm. Ebenfalls selten bis nie in diesem Zusammenhang erwähnt finde Kathrin Passig, die mit der Riesenmaschine nicht zu den unbekanntesten Bloggerinnen Deutschlands gehört. Vielleicht bin ich ja blind und taub, aber sprechen die Fordernden in diesem Zusammenhang über das Akquiseblog, den PR-Doktor, den Behindertenparkplatz, Kollege Ich, Berufung Selbstständig, dyfustifications ... oder habe ich recht und auch diese Blogs eher so gar nicht erwähnt? Von Textelle oder Textzicke habe ich schon das eine oder andere Mal vernommen, dass sie als bloggende Frauen wahrgenommen werden und Kooptech darf sich gar einer kleinen Berühmtheit erfreuen. Leider immer noch mit dem Unterton 'Das was ihr da macht, Mädels, ist ein netter Anfang, reicht aber noch lange nicht' und wer "Bloggende Frau" nicht wie ein Banner vor sich herträgt, hat ohnehin gleich in diesem Spiel verloren.

Wieder: Hm.

Dann sind da die Foodblogs. Höre ich einmal, dass Foodfreak oder Küchenlatein unter den herausragenden deutschen Bloggerinnen erwähnt wird? Nein. Kochfrosch? Chili und Ciabatta mit knapp 1500 Subscribern alleine im Google Reader? Denkste. (Zum Vergleich: Selbst Carta hat im Google Reader lediglich knapp 1150 Subscriber. Der alte Sack unter den Bloggern Isotopp hat um die 1000 und selbst saschalobo.com - und er wird mir die Erwähnung in diesem Zusammenhang sicher nie verzeihen - blickt nur auf vergleichsweise schlappe 900+ Google-Subscriber.)

Aber halt! Foodbloggende Frauen. Da schnappt die Klischeefalle zu. Wie. können. die. das. nur. den. Frauen. antun! Heimchen am Herd-Alarm! Schlimmer sind ja nur die Strickbloggerinnen und die Bastelmamis! (Bei deren Subscriberzahlen, so mancher und an sich etablierte Blogger der deutschen Blogsphäre kleine Pfützchen auf der Zunge bekäme.)

Doch die einzig gültige Blog-Währung hierzulande, ist immer noch die Verlinkungshäufigkeit einzelner Artikel. Solange nicht also 100 Blogs auf das Rezept der Woche aufspringen und einen 'me too'-Artikel mit gesetzten Backlink bloggen, wird es wohl nichts mit den Ruhmeshallen für weibliche Foodbloggerinnen und Bastelmamis.

Wen nicht innerhalb der ersten 5 Sätze einen üblichen 'Wir brauchen mehr bloggende Frauen'-Artikels, das Gefühl befällt, dass es die richtigen und die falschen weiblichen Bloggerinnen gibt, der hat gar nicht erst soweit gelesen.

Ernstzunehmende(!) weibliche Bloggerinnen ...

... bloggen niemals nicht über die 'weiblichen' Sphären des Lebens. Verpöhnt sind also: Bastelblogs, Strickblocks, Nähblogs, Mamiblogs, Schwangerschaftsblogs, Schulproblemblogs und irgendwie auch Kochblogs. Frauen, die derartige Blogs betreiben, werden grundweg des Verrats an der ernsthafen(!) weiblichen Blogsphäre verdächtigt. Dies gilt nicht für von Männern betriebene Kochblogs. Die sind einfach nur so irrelevant.
... dürfen sich - um als weibliche Bloggerinnen wahrgenommen zu werden - nicht nur über kerlige Themen bloggen. Frauen, die lediglich über Technik und Politik bloggen, stehen im Verdacht sich nur bei den männlichen Bloggern anbiedern zu wollen. Zählen also nicht so wirklich als weibliche Blogger. Der regelmässige Hinweis eine Frau in einer Männerdomäne zu sein, darf auf keinen Fall fehlen. Am Besten beschäftigt man sich in regelmässigen Artikeln mit der weiblichen Blogsphäre wie das Don Alfonso mit dem Rest macht. Nur weiblich eben.
... kommen am Besten irgendwie aus den alten Medien. Denn dann sind sie besonders relevant.
... sollten hin und wieder dann doch zum großen Politikgeschehen das Wort ergreifen. Wegen der Relevanz. Dann aber gerne auch besonders zur Frauenpolitik.
... bloggen nicht gemeinsam mit Kerlen in Blogs die auch noch kommerziell erfolgreich sind.
... werden von irgendjemand anderem als relevant eingestuft. Am Besten von den herkömmlichen Medien.
... gewinnen Blogpreise.
... müssen gefälligst mindestens so oft gelesen werden, wie Spreeblick. (8582 Subscriber bei Google).

Ihr seht also, mit den Bloggerinnen ist das gar nicht so einfach. Denn tatsächlich schwingt eine Forderung unterschwellig immer mit: Es braucht nicht nur mehr weibliche Blogger, nein, die müssen dann gefälligst auch unter der Top 10 der Blogs zu finden sein.

Es muß also DIE RICHTIGE nur DAS RICHTIGE bloggen und dabei noch das Geheimnis eines erfolgreichen Blogs demystifizieren. Nichts einfacher als das. Vielleicht ist es aber auch der Aufruf, die Blogs DER RICHTIGEN unbedingt lesen zu müssen. Eine eingebaute Lesepflicht, der Geschlechtergerechtigkeit zuliebe.

Und wieder mal: Hm.

Also persönlich lese ich Blogs ja, weil sie mich interessieren. Und dabei ist es eher nachrangig ob sie von Johnny Haeusler geschrieben wurden, Sascha Lobo, Christiane Link oder doch einer Bastelmami. (Ja, ich habe tatsächlich Bastelmami-Blogs in meinem Feedreader und ich schäme mich derer nicht einmal.)

Es gibt verdammt viele Bloggerinnen. Es gibt gute Bloggerinnen. Es gibt vielgelesene Bloggerinnen. Berühmte Bloggerinnen die nur wenig gelesen werden und vielgelesene Bloggerinnen die niemand wirklich kennt. Aber die Behauptung ein Blog würde weniger gelesen, weil es von einer Frau geschrieben ist, wäre nun wirklich an den Haaren herbeigezogen.

Wir brauchen keinen Ruf nach mehr oder besseren weiblichen Bloggern. Es reicht einmal über den Tellerrand aus Ignoranz und Arroganz zu schauen um sie zu sehen.

Aber Anleitungen aus dem Elfenbeinturm zum richtigen Bloggen für Frauen ... die braucht keiner.

Das wars.

Wie da fehlt noch was?


Warum Feder & Herd nicht so populär wie Spreeblick ist? Na gut, hier die Kurzfassung:
- immer wieder Postingpausen - chaotischer Themenmix - mitunter unhippe Themen - Jammern auf hohem Niveau - Artikel sind schnell runtergehackt - selten hoher Rechercheaufwand - flappsige Sprache - Nachkorrektur optional - Keine Anwesenheit auf Barcamps/kein Konferenztourismus - Küchen- und Alltagskram - Werbung - kein konsistenter Aufbau der 'Marke' - mehrfach wechselnder Blogname - und last but not least ... ist es vielleicht einfach nicht so gut geschrieben. Nur mein Geschlecht ... das spielt ziemlich sicher keine Rolle.

Posted by Mela Eckenfels

03/23/2010 at 20:04:06

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Godwins Law der Feminismusdiskussionen

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Im Verlauf vieler hitziger Diskussionen im Internet, treten die immer-gleichen Abläufe zu Tage. Diese Abläufe wurden irgendwann in Form von Gesetzmässigkeiten festgehalten. Aus den Usenet-Laws wurden irgendwann die Internet-Gesetze.



Dabei ist Godwins Law sicherlich noch das Bekannteste.




Je länger eine Usenet-Diskussion andauert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß jemand mit einem unpassenden Nazi-Vergleich auftritt. Normalerweise wird dann die Diskussion für beendet erklärt und der Betreffende steckt tonnenweise *plonk*s ein.




Auch in Netz-Diskussionen zum Thema Feminismus gibt es gewisse Gesetzmäßigkeiten. Der Zeitpunkt sie schriftlich festzuhalten, ist deutlich erreicht, denn es ist unlustig dass derartige Totschlargumente doch immer wieder als 'Argumente' in die Diskussion eingeführt werden. Vorhin auf Twitter habe ich die Gesetze im ärgerlichen Überschwang "Lenas Gesetz" genannt, aber das war vermutlich voreilig. Eher könnte Alice Schwarzer als Namenspatronin der Gesetze genannt worden. Angeblich hatte sie, nach einem Überfall einer Lesbengruppe auf die EMMA-Redaktionsgruppe, den Vorfall mit "Das waren eigentlich Männer" kommentiert.

Und wie lauten nun die Gesetze?


Das Law: Jeder, der in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion behauptet, die den pro-feministischen Thesen und Forderungen widersprechenden Frauen seien unweiblich/gar keine richtigen Frauen/Mannweiber/eigentlich Männer, hat automatisch verloren.

Die erste Ergänzung: Jeder, der in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion behauptet, die den pro-feministischen Thesen und Forderungen widersprechenden Frauen stünden eigentlich nur unter dem männlichem Pantoffel/trauen sich nur nichts gegen die Männer zu sagen, hat ebenfalls verloren.

Die zweite Ergänzung: Jeder, der in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion behauptet, die den pro-feministischen Thesen und Forderungen widersprechenden Frauen würden sich in Wirklichkeit nur bei den männlichen Diskussionsteilnehmern anbiedern wollen, hat aber sowas von verloren.

Die dritte Ergänzung:
Jeder, der in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion behauptet, die den pro-feministischen Thesen und Forderungen widersprechenden Frauen litten eindeutig unter dem Stockholmsyndrom, hat unendlich verloren.


Wird das Law in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion erfüllt, kann die Diskussion sofort abgebrochen werden, da der Boden der Vernunft verlassen wurde.





Posted by Mela Eckenfels

03/04/2010 at 01:31:02

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Piratinnen: Der offene Brief - Vielfalt statt Grabenkämpfe

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Gemeinsam mit einigen anderen Piraten - jedweden Geschlechts - entstand folgender, offener Brief, der sich an die Initiatorinnen der Piratinnen-Initiative richtet:




Zahlreiche Piraten – jedweden Geschlechts – lehnen den Vorstoß der „Piratinnen“ aus Berlin entschieden ab. Wurde im Bundestagswahlkampf das Genderthema noch von außen an die Partei herangetragen, so ist es umso überraschender, dass diesmal in einer völlig unkoordinierten und intransparenten Initiative eine Genderdiskussion von den eigenen Leuten gezielt in die Medien gebracht wird. Die Initiatorinnen der Diskussion nehmen für sich in Anspruch, für die Mehrheit der Frauen innerhalb der Piratenpartei zu sprechen – ohne jemals vorher den Dialog gesucht zu haben. Es wäre zumindest angebracht gewesen, diese Idee für den Bundesparteitag vorzuschlagen.Vor allem die Herausgabe einer unautorisierten Pressemitteilung sorgte für einigen Unmut, denn diese Genderfrage ist höchst umstritten.

Geschlechterpolitik ist von Beginn an Thema innerhalb der Partei gewesen, jedoch scheint der Vorstoß der Initiatiorin Lena Simon ohne jede Rücksprache mit den entsprechenden Arbeitsgruppen stattgefunden zu haben. Außer der PM wurden auch direkte Interviews mit der TAZ und SpON geführt. Erst mit den Medien zu sprechen halten wir für den falschen Weg!



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Posted by Mela Eckenfels

03/04/2010 at 00:05:28

Posted in Piratenpartei

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Piratinnen: Gedanken zur Nacht

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Spassenshalber hab ich nun mal auf Piratinnen@Piratenwiki durchgeklickt. Die Mitglieder sind natürlich Frauen. Ganze vier Stück.. Hört hört... von denen sich eine schon wieder halb abgesetzt hat.

Die Sympathisanten sind aktuell (Mon Mar 1 02:30:34 CET 2010) komplett männlich. Keine einzige Frau hat sich hier eingetragen.

Bei den Gegnern allerdings, ist bereits der 3. Eintrag erkennbar weiblich. Einer schnellen Zählung nach, sind es deutlich über 10 Frauen, die sich gegen den Mimimimi-Vorstoß aus Berlin richten und ich habe nun (anders als bei den Sympathisanten) nicht in alle Profile reingesehen, um festzustellen ob hinter einem neutralen Nick vielleicht doch eine Frau steckt.


Ich frage mich ob die Sympathisanten vielleicht in die "Mann muß hilflose Frau beschützen"- und die "Nur wer für Feminismus ist, ist kein chauvinistisches Arschloch"-Falle getappt sind.

Haben die Frauen also ein Problem in der Piratenpartei? Und geht es uns besser wenn wir auf die Kerle hören und einige Prinzesschen die - abgesehen von diesem Vorstoß und dem Trällern eines Liedchens - noch nie durch exzessive Parteiarbeit aufgefallen sind?





Posted by Mela Eckenfels

03/01/2010 at 02:37:00

Posted in Piratenpartei

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