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May '13



Szenen einer Ehe: Datenschutz

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Posted by Mela Eckenfels

06/04/2011 at 10:35:57

Posted in Szenen einer Ehe

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Unausgegorenes zur Spackeria

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(Post-Privacy ist bei mir ja mehr so gelebte [und oft um Unverständnis betrachtet oder kritisierte] Tatsache. Mich theoretisch mit Post-Privacy zu beschäftigen, gehört aber generell weniger zu meinen Interessen, deswegen ist das hier unausgegoren und nicht in Tagen fundierten Grübelns entstanden.)

Die Spackeria entstand aus dem natürlich guten Grund, dass da eine Ecke der Diskussion, alleine die Aufnahme der Diskussion abwertete. Wer über Post-Privacy öffentlich redet, begeht quasi Verrat an der wahren Sache, also dem Kampf um die Herrschaft über die privaten Informationen. Ein, wie ich finde, guter und wichtiger Kampf, denn gerade Behörden sind datenhungrig und wenden die zur Verfügung stehenden Daten sehr gerne zum Nachteil der Bürger an. (Ich hatte da sehr früh ein privates Erlebnis, auf das ich aber hier nicht näher eingehen möchte, da es nichts zur Sache beiträgt. Es hat aber dazu beigetragen, dass ich mir immer sicher war, dass meine Daten ohnehin Freiwild sind und ich würde mich nie auf die Verschwiegenheit einer Behörde oder die Anwendung geltende Gesetze verlassen.)

Datenschutz umgekehrt, kann zu einem scharfen Schwert der Kontrolle werden. Der Link dokumentiert nur ein Beispiel - da gäbe es noch mehr und noch stichhaltigere Vorkommnisse oder Politiker-Aussagen. Es gibt also durchaus gute Gründe Datenschutz kritisch zu sehen und über eine Reformierung nachzudenken.

Datenschutz als Götze oder Dogma nutzt niemandem.

Eine zu große Offenheit, erst recht wenn sie durch Gesetze oder auch nur gesellschaftliche Konventionen erzwungen wird, ist für nicht wenige Menschen eine unglaublich beklemmende Vorstellung. Gedanken an 1984 kommen schnell auf, wenn Daten gesammelt und zusammengefasst werden. Wenn sie eine kleine, mächtige Einheit in die Lage versetzt koordiniert zu agieren - egal ob es sich dabei um Polizei oder Geheimdienste handelt, Unternehmen oder Privatleute. Und hier ist es auch gleichgültig ob die Informationen öffentlich vorliegen, also freiwillig preisgegeben wurden oder ob sie erzwungen werden.
Erst gebündelte Informationen sind 'scharfgemacht'. Die Datenvariante von "Die Dosis macht das Gift".

Zudem - und nun kommen wir erst zur Spackeria - kann der Ruck zur neuen Offenheit genau diese Ängste entweder auslösen, oder verstärken. Unter anderem die Angst, dass die wichtige Arbeit, Staat und Wirtschaft vom übermächtigen Schnüffeln abzuhalten ausgehöhlt oder ganz beendet wird. Auch die Vorstellung, dass Privatleute in der Lage sind öffentliche Daten zusammenzuführen und so eine Art Privat-Indect zu betreiben, hat selbst dann nichts Lustiges an sich wenn man nicht von Stalking betroffen ist oder war. Und auch die Angst, dass das Torschlagargument "Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten" zur alltäglichen Realität wird. Das jemand, der sich in seinem höchst-persönlichen Lebensbereich bedroht fühlt unkontrolliert um sich beisst, ist ein schlichter Überlebensreflex.

Wenn nun technophile, junge Menschen (wie sie die Angehörigen der Spackeria nun mal sind) ihre alltäglich-banalen technischen Möglichkeiten nutzen um über ihr ureigenes Thema auf dem Laufenden zu bleiben und dann (scheinbar) wie eine Einheit reagieren, so ist das verständlich und nicht weiter verwunderlich.

Das man damit keinesfalls den Diplomatie-Nobelpreis gewinnt, ist ebenso wenig verwunderlich.

Unsere Gesellschaft ist nicht ideal und sie wird es auch noch lange nicht sein. Es muss immer erst Menschen geben, die sich in die Öffentlichkeit wagen (dort manchmal sogar Leib und Leben riskieren) um ein umstrittenes Thema zur gesamtgesellschaftlichen Normalität werden zu lassen. Den Prozess kann man nicht erzwingen. Man kann niemanden zur unfreiwilligen Offenheit zwingen. Zwang hat auch immer etwas Totalitäres.

Es geht hier um nicht weniger, als um pure, reale, ehrliche Existenzängste.

Daher wäre es vielleicht sinnvoll, die Menschen, die Angst vor der gesetzlich verankerten oder gesellschaftlich geforderten Offenheit haben, nicht als Paranoiker abzutun und ihre Ängste somit noch zu bestätigen. Sie, und ihre Bedenken an die Hand zu nehmen, statt sie auszulachen ... das wäre Größe.

Nur mal so als Anregung.


Posted by Mela Eckenfels

03/29/2011 at 00:23:40

Posted in Gesellschaft

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