Vom Beginn der europäischen Imperien bis zum Ende der Sklaverei in den britischen Territorien — Von der Rechtfertigung der Unterwerfung schwarzer Menschen bis zur Abwertung ihrer Arbeitskraft.

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🧵 Kolonialpropaganda:

Aktuell bekommt das Narrativ des „guten Sklavenhalters“ neues Futter, vor allem in den USA und tja, dann die Reaktion einiger Teile der deutschen Medien auf den Literaturnobelpreis. Daher werde ich dem Thema ein paar (vermutlich viele) Tweets widmen.

Was ist Propaganda?

Zuerst: Was ist Propaganda. Da hatte ich, glaube ich von @ardenthistorian eine griffige Zusammenfassung und mir so notiert:

Propaganda: Ein Kommunikationsform, die versucht, unter Nutzung von bestehenden (Vor-)Urteilen und gesellschaftlichen Normen, eine Verhaltensänderung zu bewirken.

Auch die Definition des Prozesses, statt eines alleinestehenden (medialen) Produkts, passt sehr gut:

Propaganda muss nicht negativ sein. Beispielsweise mein gestriger Artikel.

Habe ich bestehende (Vor-)Urteile und Normen genutzt um eine Verhaltensänderung zu bewirken.

Ich würde da mal einen Haken dran setzen.

War es deswegen negativ? Nun, da hat ein Querschwurbler sicherlich eine andere Meinung zu, als ich. Aber da damit weder (mein) Gewinn noch negative Folgen für eine dritte Partei beabsichtigt waren … urteilt selbst.

Für Kolonialpropaganda finde ich die Definition nicht ganz passend. Kolonialpropaganda war auch sehr stark darauf ausgerichtet, (Vor-)Urteile zu schaffen. Sie war auch nicht in erster Linie auf eine Verhaltensänderung hin ausgerichtet, sondern diente oft der Rechtfertigung.

Aber sie war definitiv ein Prozess. Ein Prozess mit mehreren Stadien, in dem sich die Form und Aussage der Propaganda dem Stadium anpasste, in dem sich die Kolonisation selbst befand.
Sie war aber immer darauf ausgerichtet, die öffentliche Meinung im Kern zu beeinflussen.

Was ist Kolonialismus

Okay, und an der Stelle merke ich, dass ich kurz definieren muss, was Kolonialismus eigentlich ist. Ich nehme die Definition aus:
Alexander J. Motyl (1997) ‘Thinking about empire’.
Damit etwas als Kolonialismus, bzw. Kolonie gilt, muss es einen Kern und die Peripherie geben.

Sowohl Kern als auch Peripherie sind geographisch begrenzte und definierte Gebiete. Es muss mindestens zwei dieser Gebiete jenseits des Kerns geben. Sowohl Kern, als auch die einzelnen Gebiete der Peripherie haben eine definierte eigene Kultur.

Der Kern besteht aus Organisationen, mit signifikanter Entscheidungsautoriät. Der Kern nimmt geographisch einen meist sehr viel geringeren Raum ein, als die Peripherie.

Puh, das war jetzt schwer vereinfacht. 😬
Um es etwas deutlicher zu machen:

Die Tschechoslowakei hätte die Definition einer Kolonie nicht geschafft. Großbritannien dagegen: bloody yes.

(Ich möchte oben ‚war immer darauf ausgerichtet‘ auf fast immer einschränken. Es gab natürlich auch Propaganda, die sich an die Bevölkerung der Peripherie richtet, aber um die gehts mir hier und heute nicht.)

Und was für uns heute viel, viel wichtiger ist: Kolonialpropaganda hat immer noch enorm viel Durchschlagskraft. Auch über ein halbes Jahrhundert nach dem offiziellen Ende der Ära des Kolonialismus. Sie hat ganz extrem mitbestimmt, wie wir Menschen im Rest der Welt sehen.

Alle unsere Vorurteile gegen arabischstämmige Menschen, gegen asiatische Menschen, gegen schwarze Menschen haben ihren Ursprung in Kolonialpropaganda.
Sogar einiges, das wir noch in der Schule als sicher geglaubtes Wissen erlernt haben, ist in Wirklichkeit das: Kolonialpropaganda

Die Reconquista und die Entdeckung der neuen Welt

So. Wir schreiben 1490. Die Portugiesen waren schon so ein bissl in Afrika – in der Region des heutigen Kongo. Und es gab auch schon Imperien. Das aztekische Imperium, das Inka-Imperium und das Ottomanische Reich.
Die Ausbreitung der europäischen Imperien beginnt in Kürze.

Und, naja, Kolonialpropaganda beginnt im Prinzip jetzt.

Denn nun beginnt die Rechtfertigung, nach Amerika zu suchen, es zu erkunden und im Endeffekt auch zu besiedeln. Warum?

In Spanien war gerade die Reconquista zu Ende gegangen. Das bedeutet, die Halbinsel war von Muslimen zurückerobert worden.
Die Reconquista wurde religös begründet und unterstützt und sie ging auch mit dem Erstarken des religiösen Bewusstseins in der Bevölkerung einher.

Man hatte extra das Grab eines Apostels in Santiago de Compostella ‚gefunden‘ (*HUSTHUSTHUST*) um deutlich zu machen, wie wichtig es ist, dass Spanien zurück an die Christenheit fällt.

Columbus hatte finanzielle Motive, aber nein es geht nicht ‚immer nur ums Geld‘. Columbus war auch der Ansicht, den göttlichen Auftrag zu haben. Damit wollte er das letzte Zeitalter einleiten, das zum „Second Coming“, also der Rückkehr Christus auf die Erde, führen würde.

Bei @ardenthistorian findet ihr eine kurze Erklärung, was damit gemeint ist, denn auch das spielt auch heute noch eine Rolle:

Um den Beginn etwas zusammenzudampfen:

Die Leute sind keine Christen. Wir müssen das Christentum Ü-Ber-All auf die Welt bringen.

Mit dem durch die Reconquista entzündeten und gestärkten Entitlement, dass die Christenheit eben genau diesen Auftrag hat.

Und wer noch nicht dazu gehört, wer noch kein Christ ist, den darf man durchaus auch – abschlachten, vergewaltigen, verhungern lassen, beim kleinsten Aufbegehren … hatten wir abschlachten schon?

Um mal kurz das Argument „das war eben die Zeit“ aufzugreifen. Es gab schon immer Menschen, die einen ganz okayen moralischen Kompaß hatten und ahnten, das es nicht so super ist, Mitmenschen zu töten, zu versklaven, etc etc.

Teilweise fand man die unter Kirchenmännern. Und genau deswegen musste früh immer wieder begründet wurden, warum etwas so lange okay ist, wie das Gegenüber nicht auch ein Christ ist. Später dann, warum es immer noch okay ist, auch wenn das Gegenüber konvertiert ist.

Da erweiterte sich das Narrativ „ist okay, weil es keine Christen sind“ dann langsam hin zu „naja, sind nun zwar christianisiert, aber weil sie eingeknickt sind, nachdem wir sie mit unseren Waffen in den Boden gestampf haben, ist Unterwerfung ihre natürliche Disposition“.

Auch jene, die dann für die theologische Begründung sorgten, warum die Exzesse der Conquistadoren legitim sind, fanden sich unter Kirchenleuten. Very fine people on both sides, sozusagen.

Was Seuchen mit Sklaverei zu tun haben

Und, weil wirklich sehr wenig in den der Geschichte geschieht, ohne dass es irgendwann das Thema Seuchen streift, ein kurzer Einschub. Was geschah noch in den Amerikas? Genau. Einheimische starben an eingeschleppten, europäischen Seuchen, wie Masern, Influenza, Pocken.

Das hat nichts mit dem Narrativ zu tun, dass moderne Nazis gerne aus der Schublade holen, nämlich, dass es an der Genetik der Einheimischen gelegen habe. Nein: In den Amerikas gab es keine Zoonosen.

Alle unsere großen Seuchen stammen im Endeffekt aus dem Tierreich und entstanden über Jahrhunderte bzw. Jahrtausende enges Zusammenleben mit Tieren. Der Stall ist mit in der Behausung? Ja, gute Idee für den Wärmehaushalt. Schlechte Idee in Sachen Geruch und Zoonosen.

In den Amerikas gab es domestizierte Tiere in Art und Umfang wie in Europa nicht, weil sich die Fauna nicht dazu eignete. Dementsprechend auch kein enges Zusammenleben. Domestizierte Tiere wie Schweine, Ziegen, Kühe, Pferde kamen mit den Eroberern und so auch die Krankheiten.

Der Organismus der Einheimischen hatte sowas literally noch nie gesehen. Ihr Immunsystem war fast völlig wehrlos.

(Zusätzlich zerstörten die mitgebrachten Schweine noch die Grundnahrungsmittel der Einheimischen und lösten Hungersnöte aus.)

Die Einwohner der Amerikas wurden so insgesamt zahlenmässig massiv dezimiert. Und einige Völker starben komplett aus.

Das bereitete den Boden für einen anderen Spin der Kolonialpropaganda vor.

Aber dazu gleich mehr.

Wie gesagt, wir hatten von Beginn an die Abwertung der Bevölkerung anderer Teile der Welt, weil sie keine Christen waren. Sondern Barbaren*. Von „keine Christen“ verschob sich das auch mit Christianisierungserfolgen immer ein bisschen mehr in Richtung von „keine Kultur“.

*)Genau deswegen solltet ihr euch überlegen, ob ihr den Begriff nicht lieber aus dem Sprachschatz streichen wollt.

Zumindest keine Hochkultur, so wie wir. Keine Bücher, keine langen Röcke und hohen Krägen, nicht mal immer die gute „christliche“ Rollenverteilung, keine Stä …

Oh, wait. Die Inka und die Azteken hatten ja Städte. Na gut. Aber in Zentralafrika hatten sie keine Städte!

Das zeigt doch schon ganz klar, wie kulturell unterlegen die sind. Und dann nehmen sie auch noch Sklaven wie barbarisch. Wait … hm. Schon irgendwie praktisch, oder? Aber darauf kommen wir gleich zurück.

Jedenfalls: Wann hat schon je ein Zentralafrikaner ein signifikantes Werk der Hochkultur geschaffen?!?!?

Kulturlose Barbaren!

Heute sind ganze Museen, wie das Britische Museum oder das Humbold-Forum in Deutschland mit den Zeugnissen der „Nicht-Hochkultur“ gefüllt. ¯\_(ツ)_/¯

Der Ursprung der Sklaverei in Afrika

Sklaverei war im Afrika der Atlantikküste, vor der Ankunft europäischer Kolonisatoren in die Gesellschaft integriert – und weil es ja um Kolonialpropaganda geht und will ich darauf hinweisen: Und so war es eine ganze Weile in Europa.

Tatsächlich kommt der Begriff „slave“ von den slavischen Völkern, die innereuropäisch … nicht die besten Karten hatten.

Hier Kontext:


Sklaverei war Bestandteil der Kultur(en) der Atlantikküste Afrikas und das spielt auch in der späteren Propaganda eine Rolle. Bzw. spielt es heute noch.

Ich hatte im Kopf, dass Sklaverei relativ häufig die Folge von Kriegen war, die mehr oder weniger ritualisiert ausgefochten wurden, mit anschließender Übergabe von Sklaven durch den Verlierer – ohne mit Blutvergießen geführt zu werden. Aber ich finde die Quelle gerade nicht.

Das müsste ich im Zusammenhang mit den Strafexpeditionen nach Benin gelesen haben, also … ich suche später nochmal und liefere es wenn dann nach.

Vergleichbar mit dem, was Europäer dann draus gemacht haben, war die afrikanische Sklaverei jedenfalls nicht – ohne sie beschönigen zu wollen. Teilweise wurden Sklaven aber auch dann nach und nach in die Familie integriert.

Der Status setzte sich also nicht unbedingt über die Generationen fort.
Das Recht in dieser Region sah anscheinend keinen Landbesitz vor und der Besitz von Arbeitskraft war eine wohlstandssichernde Maßnahme, quasi.

Der Beginn des Transatlantischen Sklavenhandels

Nachdem in dem Kolonien die ersten Zuckerplantagen etabliert wurden, fehlte den Kolonisatoren dort Arbeitskraft. Zu Beginn wurden „Vertragsknechte“ als Arbeiter eingesetzt. Arbeiter, die sich für meist 7 Jahren an einen Herrn banden.

Oftmals um damit die eigene Auswanderung zu finanzieren.

Einschub: Hieraus ist eine moderne Form der Propaganda hervorgegangen. Der Mythos Irischer Sklaverei.

Wenn er euch begegnet: das ist ein gutes Zeichen, dass ihr einen White Supremacist vor euch habt.

Ich empfehle euch @Limerick1914 der sich dem Thema in einer ganzen Serie von Artikeln annimmt und es sehr fundiert debunkt.

Auch Gefangene wurden in die Karibik verschifft, um dort als Zwangsarbeiter eingesetzt zu werden. Aber: das war eine begrenzte Ressource.

Deswegen begann der Handel mit afrikanischen Kulturen an der Atlantikküste.

Wenn ich mich richtig erinnere (die Quelle, die ich gerade nicht finde), erweiteren dort ansässige Gruppen ihre kriegerischen Handlungen und drangen immer tiefer ins Innere des Kontinents vor.

Um Menschen eben nicht nur für den eigenen Bedarf zu entführen sondern für den Handel mit europäischen Kolonialmächten.

Der Transatlantische Sklavenhandel, ein Verbrechen unfassbaren Ausmaßes, begann.

Volume and direction of the trans-Atlantic slave trade from all African to all American regions

This map summarizes and combines the many different paths by which captives left Africa and reached the Americas. While there were strong connections between particular embarkation and disembarkation regions, it was also the case that captives from any of the major regions of Africa could disembark in almost any of the major regions of the Americas. Even captives leaving Southeast Africa, the region most remote from the Americas, could disembark in mainland North America, as well as the Caribbean and South America. The data in this map are based on estimates of the total slave trade rather than documented departures and arrivals.
Volume and direction of the trans-Atlantic slave trade from all African to all American regions

Ihr könnt euch vorstellen, dass der Gedanke, dass Menschen entführt werden um unter Deck liegend und angekettet eingepfercht zu werden um sich dann in der Karibik zu Tode zu arbeiten, ging auch nicht allen Menschen gut runter.

Aber es gab natürlich ein ’super‘ Argument dafür. Zucker. Der zum ersten Mal in der europäischen Geschichte zu einem Handelsgut wurde, das sich sogar Arme leisten konnten.

Das überpuderzuckert so manches Gewissen.

Wie kann ich andere Menschen ausbeuten, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben?

Dennoch brauchte man auch für die Bevölkerung des Kerns (der Kerne) gute Geschichten um Proteste oder gar Kontrolle zu vermeiden.

Bei Schwarzen sah die Argumentationslinie ein bisschen anders aus, als bei den Einwohnern der Amerikas.

Hier baute man unterschiedliche Narrative auf, die ihre Unterlegenheit begründen sollten.

Ebenfalls aus der religiösen Ecke kam der Ansatz, Schwarze als Hamiten zu bezeichnen.

Die Nachkommen von Noahs Enkel Kanaan, weil dessen Vater Ham Noah nackt gesehen hatte und Noah deswegen Ham Sohn Kanaan verfluchte.

Das machte dann alle Nachkommen Kanaans irgendwie schlecht und unterlegen.

Bitte weitergehen, hier gibt es keine Logik zu sehen.

Schools Out Nothing To See GIF

Eine andere Deutungsweise war … die alten Griechen. Wir befinden uns inzwischen tief in der modernen Neuzeit und alles im Mittelalter war schlecht und (da haben wirs wieder) barbarisch, der Mensch der modernen Neuzeit darüber erhaben (haha) und vor allem:

Man wand sich der Kultur des Altertums zu, die über Allem stehen sollte, was im Mittelalter war und die von den Menschen des Mittelalters vergessen worden sein sollte (nein, wurde sie nicht).

Aristoteles – man muss ihn einfach lieben – war der Ansicht, das Sklaverei zur natürlichen Ordnung der Welt gehört. Und Sklaven sind Sklaven, weil sie von Natur weniger Wert und unterlegen sind.
(Er hatte das aber noch nicht an eine Hautfarbe geknüpft.)

Da die afrikanischen Völker keine Schriftsprache hatten, die Einstellung hatten Monogamie Schwomogamie und – ach ja – ihre eigenen Leute in die Sklaverei verkauften, waren sie natürlich unterlegen.

Logisch, ne? Merkt doch Je-der.

Man bemerke das kleine Detail: die eigenen Leute.

Nachdem Christen andere Christen nicht mehr versklaven durften, war man aus der Nummer fein raus. ¯\_(ツ)_/¯

Ich weise nochmal auf den Kontext hin, den @UnglaubigerT geliefert hat.

Was Seuchen mit Kolonialpropaganda zu tun haben

Dann kam noch ein anderer Faktor hinzu. Mit dem transatlantischen Sklavenhandel kam eine weitere Seuche in die neue Welt: Gelbfieber.
Und – oh boy – sind Weiße nicht gut an Gelbfieber angepasst.

In der Folge: Die Sterberate weißer Kolonialherren und ihrer Familien in der Karibik ging durch die Decke.

Aber die an das Virus angepassten Schwarzen waren nur wenig betroffen. Und das ist doch _ganz klar_ ein Zeichen, dass sie für die lebenslange Gefangenschaft und Zwangsarbeit gemacht waren. Oder? ODER?

Ah Claro Sarcasm GIF

Parallel zu Freiheitsbewegungen in Europa, wie der französischen Revolution, gab es aber trotz Zucker in Europa Bewegung in der öffentlichen Meinung.
Verantwortlich dafür, waren die Abolitionisten.

Die Arbeit der Abolitionisten kann man fraglos auch Propaganda nennen. Aber ihre Propaganda hob die Menschlichkeit der Sklaven und lenkte den Blick der Öffentlichkeit auf Ereignisse und Umstände, die real waren. Thomas Clarkson ist hier hervorzuheben.

Er hat Interviews mit Sklaven geführt, Zeichnungen angefertig und den transatlantischen Sklavenhandel sehr gewissenhaft dokumentiert.

Heute-Mela verflucht gerade 7-Jahre-In-Der-Vergangenheit-Mela, dass sie ihre Primärquellen noch nicht nach ihrem heutigen System organisiert hatte.

*zieht verlegen „Exploring History 1400-1900: An Anthology of Primary Sources“ aus dem Regal*

Da kann ich es lange auf dem Rechner suchen …

Der lange Arm der Dehumanisierung

Während also die Abolitionistenbewegung schwarze Opfer des transatlantischen Sklavenhandels humanisierte und ihre Leiden versuchte Menschen in Europa nahezubringen, musste es natürlich eine Gegenbewegung geben. Vor allem von den Menschen, die vom Sklavenhandel profitierten.

Hier etabliert u.a. Edward Long das Framing von Afrikanern als ‚brutish‘. Übersetzt: brutal, gefühllos, stumpfsinnig.

Abgesehen von der Entmenschlichung … erinnert euch das an was?

Das Framing von afrikanischstämmigen Menschen als roh, gefüllos und _gefährlich_, das hat sich erhalten:

Und ja, das zieht sich als roter Faden seit den Kampagnen für erst die Abschaffung des transatlantischen Sklavenhandels, dann die Abschaffung der Sklaverei außerhalb Amerikas und später in den USA hindurch.

Und wurde mit entsprechenden Angst-Kampagnen erneuert und verstärkt. Die noch keinesfalls aufgehört haben.

Fake-News aus dem 18. Jahrhundert

Auch der Sklavenhandel selbst wurde verteidigt – irgendwoher muss man ja die billigen Arbeitskräfte bekommen. Beispielhaft von „John Matthews“, einem Leutnant in der Royal Navy.

In einer Serie von Briefen nach Hause, die dann publiziert wurden, beschreibt er die afrikanische Beteiligung am Sklavenhandel ein bisschen anders, als ich das oben getan habe.

Er stellt es so dar, als würden gar nicht mehr Afrikaner gejagt und entführt, als ohnehin durch Kriege in Sklaverei gekommen wären. Also, als wäre hier nicht die Nachfrage durch europäische Kolonialmächte der treibende Faktor.

Auch stellt er die Rolle afrikanischer Sklaven in der afrikanischen Gesellschaft anders dar, als das, was heute unter Historikern als wahrscheinlich gilt.
Eben nicht als Wohlstandssicherung, sondern als unerwünschte Last.

Ihm zufolge, würde man die Kriegsgefangenen einfach sich selbst überlassen. Sie würden entweder verhungern oder „put to death“. Die Formulierung, die man jetzt eher im Zusammenhang mit dem Einschläfern eines Tieres verwenden würde, halte ich für keinen Zufall.

Quasi: Die brauchen die eh nicht und würden sie nur sterben lassen. Wir nehmen ihnen nur eine Last ab. Ganz uneigennützig und EIGENTLICH tun wir sogar etwas Humanes. Ehrlich!

Das seine „Briefe nach Hause“ publiziert wurden, ist auch kein Zufall. Das muss man im Kontext von ähnlichen Publikationen sehen, bei denen Briefe, Tagebücher, Zeichnungen, Gemälde etc. von Kolonialisten gezielt veröffentlicht wurden, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Bei den Tagebüchern war der Tenor dann entweder: „Seht her, was für ein furchtbares Los wir haben, dass wir uns mit diesen gefährlichen Sklaven rumschlagen müssen …“ oder „Seht her, was für ein guter Sklavenhalter und Mensch ich doch bin. Ich bin mehr ein Vater für sie.“

Auch dieses Narrativ sehen wir bis heute fortgeschrieben, in der Legende des benevolenten Sklavenhalters, die immer dann ausgepackt wird, wenn die schwarze Bürgerrechtsbewegung in den USA mal wieder stärker wird.

Das Ende des Transatlantischen Sklavenhandels aber nicht das der Sklaverei

Okay, irgendwann war dann der transatlantische Sklavenhandel Geschichte. Zum Glück.

Ein herzzerreissendes Denkmal, das daran erinnert, befindet sich unter der Meeresoberfläche:

Das Denkmal zeigt eine Gruppe schwarzer Menschen auf dem Meeresboden, die sich in einem Kreis gegenseitig an den Händen halten. Ihre Gesichter sind ernst und nach außen zum Meer hin gewandt. Sie teilen ein Schicksal und scheinen doch jeder für sich auch einsam.

Zu lesen lohnt sich auch „The Volume and Structure of the Transatlantic Slave Trade: A Reassessment“ von David Eltis, der die große Datenbank zur Mittelpassage mit aufgebaut hat.

Vom Abolitionisten Olaudah Equiano gibt es eine sehr detaillierte Beschreibung der Mittelpassage.

Würde ich als Lesestoff für Nicht-Studenten eher empfehlen, als Sklavenhaltertagebücher. 😉

Okay, der transatlantische Sklavenhandel war nicht mehr. Aber es gab immer noch Sklaverei. Und der nächste folgerichtige Schritt war natürlich, die Sklaverei abzuschaffen und die ehemaligen Sklavenzu bezahlten Arbeitern zu machen. Bezahlt. Shocking.

Die Legende des freundlichen Sklavenhalters

Hier noch ein bisschen Info, um den „benevolenten Sklavenhalter“ besser einzuordnen.
Es wird heute gerne so dargestellt: „Also klar, die waren versklavt, aber das ist ja nicht so, dass es keine Gegenleistung gegeben hätte …

„… Sie bekamen ein Dach über dem Kopf, ein Bett, Essen, Kleidung.“

Red Buzzer Asian Got Talents GIF

Das war ein bisschen anders. Zum Dank dafür während des Tageslichts Zuckerrohr schlagen zu dürfen, mussten Sklaven noch ihre eigene Nahrung anbauen. Üblicherweise mussten sie auch ihre Unterkünfte selbst bauen.

„Bed and Board“ … eher nein.

Okay, aber was tut man wenn man schon ahnt, dass es mit der angenehmen Zeit der unbezahlten Arbeit zu Ende geht? Richtig. Man versucht zumindest die Arbeit als sehr wertlos darzustellen und die zukünftigen angestellten Lohnarbeiter als sehr unwürdig.

Lügen mit Bildern — „Ten views in the island of Antigua“

Für ein Essay hatte ich die Bilderserie von William Clark „Ten Views in the Island of Antigua, in which are represented the process of sugar making, and the employment of the negroes“ analysiert und ich finde diese heute noch hochspannend.

Warum ich sie spannend finde? Weil man ihnen nicht (oder kaum) anmerkt, dass sie als Propagandamittel produziert wurden. Der Titel kann einen leichten Hinweis geben, denn es wird „employment of the negroes“ erwähnt.
Aber lasst die Bilder mal auf euch wirken.

Ich gehe gleich auf Nr. 2 und 3 noch ein bisschen näher ein.

Gut, zuerst: Wer war William Clark?

(Hab ich ein Glück, dass ich ein Essay drüber geschrieben habe.)

„Clark was an overseer and possibly an attorney, a business manager, of one or more estates“

Er war vermutlich ein mittelloser bzw. landloser, englischer Gentleman der sein Einkommen als Verwalter von Zuckerplantagen verdiente. Soweit man weiß, war Zeichnen sein Hobby.

Auch daher kann ich nicht mit endgültiger Sicherheit sagen, ob er die Zeichnungen zu Propagandazwecken angefertigt hat oder sie nebenbei durch sein Hobby entstanden sind. Oder ob sie vielleicht für Familienmitglieder in England gedacht waren.

Als frühe „Schaut her, so lebe ich“-Bilddokumentation.

Da, nach Angaben des Verlags, auch die Bildbeschreibungen von ihm stammen, und weil das hier keine wissenschaftliche Arbeit ist, hier meine persönliche Meinung:

Ich bin der Ansicht, sie wurden sehr sorgfältig angefertigt und ausgewählt. Sie dienen einem von Clark erwünschten Narrativ. Sie stellen ihn als Verwalter und Aufseher in ein gutes Licht.

Ob sein Ziel war, den eigenen Namen rein zu halten oder das Geschäft seiner Auftraggeber im guten Licht stehen zu lassen – und so im Endeffekt auch das eigene Einkommen zu sichern … darüber kann ich mir keine Meinung bilden.

Auch nicht, wie viel der Darstellung tatsächlich von Clark stammt und was vom Verlag hinzugefügt wurden. Der hat nämlich Clarks Zeichnungen nicht einfach abgedruckt, sondern in ein ansprechenderes, farbiges Format gebracht. Sogenannte „aquatints„.

„aquatints — a printing technique involving copperplate etching with watercolour-quality-like results“
(erwähnte ich, dass ich froh bin, einfach auf mein Essay zurückgreifen zu können? 😉 )
Auf Deutsch heißt das Verfahren „Tuschätzung“ oder „Ätzlavierung“

Ihr könnt Euch die Bilder auf der Yale-Seite auch in hoher Qualität herunterladen und genau betrachten. (Nehmt dann das TIF-Bild, bei den JPG-Größen klappt es irgendwie nicht.)

„Ten views in the island of Antigua“ – The Court House

Ich nehme gerade mal noch Bild 1 dazu und fange damit an.

Ich bin _keine_ Kunsthistorikerin, das wird also keine kunsthistorische Analyse. Ich interpretiere die Bilder eher als Text.

Erst mal eine etwas heruntergecropte Übersicht.

Aquatint mit einer Straßenszene aus dem 19. Jahrhundert in Antigua. Man sieht Weiße auf Pferden, in Kutschen und wie sie zu Fuß spazierengehend unterwegs sind. Man sieht drei Schwarze, die einen Karren mit einem Fass schieben. Sie befinden sich in der Mitte der Straße.
„Ten views in the island of Antigua“ – The Court House – Ausschnitt

Was mir zuerst auffiel: es wirkt … aufgeräumt. Fast ein bisschen dröge. Jedenfalls nicht wild oder gefährlich. Nicht unaufgeräumt oder schmutzig.

Es wirkt wie ein englisches Ideal .

Ich bin überzeugt, dass genau das auch die Kernaussage des Bildes sein soll. Quasi ein: Seht her, was ihr an beunruhigenden Sachen gelesen habt, gehört habt, wie es hier aussieht und wie wir hier leben, es ist nicht wahr. Es ist wie in England. Nur wärmer.

Auch die Jagdhunde rechne ich da mit rein, dass hier ein zutiefst englisches Idyll gezeigt werden soll.

1) Es gehen distinguierte weiße Männer – Gentlemen – in ein offiziell wirkendes Gebäude, ein Gericht.


Aussage: hier geht alles in geordneten Bahnen, es herrscht Recht und Gesetz.

„Ten views in the island of Antigua“ – The Court House – Ausschnitt

2. Wir sehen einen schwarzen Mann in nicht eleganter aber guter Kleidung mit einem Bündel über der Schulter. Ich nehme an, es soll einen Reisenden darstellen.
Aussage: Schwarze haben Bewegungsfreiheit.

Ein Stück vor ihm sind zwei Frauen. Da ihre Haut leicht gebräunt ist, was für englische Ladies eher extrem ungewöhnlich wäre, gehe ich davon aus, des handelt sich um Frauen mit afrikanischen oder hispanischen Wurzeln. Sie tragen respektable, westliche Kleidung+Sonnenschirm.

Ich halte mich mal bei der Interpretation in Bezug auf den Status der Damen zurück. Da müsste ich mich erst in die Gesellschaft Antiguas im Jahr 1823 einlesen.

Ich interpretiere das Bild an dieser Stelle aber als eine Botschaft von Sicherheit und Ordnung.

Der schwarze Reisende stellt keine Gefahr für die Damen dar. Er bewegt sich auf der gleichen Straßenseite und niemand wirkt deswegen angespannt oder alarmiert. Er scheint damit auch kein gesellschaftliches Tabu zu brechen.

3. Drei Personen um einen Wagen mit einem (vermutlich) Fass Rum zu transportieren, erscheint mir fast etwas übertrieben. Deswegen ist eine mögliche Aussage vermutlich:
So schwer ist die Arbeit gar nicht. Eigentlich sogar pillepalle.

Fast wichtiger finde ich aber an dieser Stelle des Bildes, wo sich der Wagen und die Männer befinden, die sehr vermutlich Sklaven darstellen. Nämlich in der Mitte der Straße.

Alle anderen Personen im Bild lassen ihnen Platz ihr Transportgut sicher und ohne Behinderung ans Ziel zu bringen.

Zweiter Ausschnitt.

1) Bei den beiden Personen handelt es sich vermutlich um Haussklaven. Also Sklaven, die nicht auf den Plantagen beschäftigt waren, sondern ‚leichtere‘ Aufgaben im Haushalt erledigten.

Ein Ausschnitt des vorherigen Bildes. Man sieht einen weißen Mann in einer Kutsche, mit zwei nebenherspringenden Jagdhunden.  Einen Militärangehörigen im Gespräch mit einer Frau mit hellbrauner Haut, zwei dunkelhäutige Menschen im Vordergrund und zwei weitere im Hintergrund. Auf die dunkelhäutigen Menschen weist je ein weißer Pfeil beschriftet mit 1 (Vordergrund) und 2 (Hintergrund).
„Ten views in the island of Antigua“ – The Court House – Ausschnitt

Sie kommen vermutlich vom Markt und werden zwar arbeitend dargestellt, aber zu schwer arbeiten oder tragen müssen auch sie nicht. Sie haben sogar Zeit für ein Schwätzchen? Das sie anscheinend in der Öffentlichkeit und ohne Angst halten können.

Der Mann in der blauen Jacke könnte auch zum Weißen in der Kutsche gehören und dessen Jagdbeute nach Hause tragen.
2. Hier tue ich mir etwas schwer. Auf der einen Seite tragen die beiden Schwarzen Zylinder und Frack. Es sind also schwarze Mitglieder der Gesellschaft von Antigua?

Sie sind auch die einzigen Schwarzen im Bild, die Schuhe tragen. Freie Schwarze daher? Mir gibt allerdings die Körperhaltung und Dynamik ein Rätsel auf. Das breitbeinige Stehen und Betrachten der Straßenszene des Einen drückt Selbstbewusstsein aus. Was versucht der Zweite?

Den ersten wegzuziehen? Er wirkt jedenfalls besorgt und damit ist er die einzige Person im Bild, die etwas anderes auszudrücken oder zu empfinden scheint, als Gelassenheit oder Zielorientierung.

Also die Botschaften die das Bild vordergründig vermittelt, sind für mich:
Sicherheit, Ordnung, Ruhe, Sauberkeit, Zusammenleben und zwar reibungslos.

Sklavenrevolten der Karibik

An der Stelle muss ich nochmal etwas Kontext liefern. Gedruckt wurden die Bilder 1823. Zu der Zeit war es auf Antigua anscheinend vergleichsweise ruhig. Der Sklavenaufstand in Haiti, der die Revolution von Haiti startete, liegt 32 Jahre zurück.

Weit unruhiger war es auf Jamaika wo immer wieder Unruhen und Aufstände hochkochen oder Bermuda, wo Sklaven ab 1820 im Verdacht standen, Giftanschläge auf Kolonialherren verübt zu haben.

Kartenscreenshot der karibischen Inseln.
Eine Übersicht der Karibischen Inseln

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Weiße auf den Inseln spätestens seit 1791 wachsam und auch ein bischen nervös waren. Es ist ebenso wahrscheinlich, dass die Öffentlichkeit im Kern, in diesem Fall England, darüber informiert war.

Die Vorfälle wurden sowohl von Abolitionisten benutzt, um den Freiheitsdrang der Sklaven zu unterstreichen und damit auch das Unrecht der Sklaverei, als auch von den Gegnern einer Abschaffung, als Beweis für die Gefährlichkeit der Versklavten.

Lügen mit Bildern — „Ten views in the island of Antigua“

„Ten views in the island of Antigua“ – Planting the Sugar Cane

Bild 3, relativ kurz (hoffentlich)

1) Für mich ist hier auffällig, dass alle Frauen für Sklavinnen ziemlich ordentlich gekleidet wirken. Die Männer auch, aber bei den Frauen halte ich es für bedeutsamer, weil er der entstehenden englischen Mittelschicht wichtig gewesen wäre.

Der Bildausschnitt zeigt Sklaven die Zuckerrohr anbauen. Eine Reihe Sklaven arbeitet mit der Hacke und bereitet die Pflanzlöcher vor. Einige Arbeiter setzen Zuckerrohrsetzlinge. Am Rand stehen drei Sklaven, von denen einer Wasser gereicht bekommt.
„Ten views in the island of Antigua“ – Planting the Sugar Cane – Ausschnitt

(Und der Oberschicht auch.)
Also: Sie müssen zwar hart körperlich arbeiten, aber sie rennen nicht unrespektabel halbnackt rum.
2) Hier sehe ich zwei Aussagen.

– a) Sklaven können ihren Arbeitsplatz verlassen und etwas trinken, wenn sie durstig sind. Sie können also ihren Bedürfnissen nachkommen.
– b) die greise Sklavin muss zwar arbeiten, bekommt aber die leichte Arbeit Wasser auszugeben.

3) Der Aufseher hat zwar eine Peitsche, aber er nutzt sie nicht, nur weil er gerade anscheinend den knienden Mann zurechtweisen muss, weil der den Rohrzuckersteckling nicht ganz richtig gesteckt hat.
Aussage: Es gibt keine unsinnige oder ungerechte Gewalt.

Auch hier wirkt das ganze Bild eher friedlich, ruhig, sauber, nicht beunruhigend. Lediglich die Gestalt in der Entfernung am oberen Rand scheint den Überblick zu behalten, damit kein Sklave sich entfernen kann.

„Ten views in the island of Antigua“ – The Interior of the Distillery

Bild 3, hier wieder ein Ausschnitt, ist mein Lieblingsbild aus der Serie. Weil ich finde, dass es am Meisten über das Selbstverständnis Clarks preis gibt.

Das Bild zeigt das innere einer Destilliererei, in der Rum hergestellt wird. Es sind mehrere Sklaven zu sehen, die unterschiedlichen Arbeiten nachgehen oder sich unterhalten. Ein Weißer steht im Zentrum und unterhält sich mit einem schwarzen Buben.
„Ten views in the island of Antigua“ – The Interior of the Distillery – Ausschnitt

Gezeigt wird das Innere einer Destilliererei, in der aus der Maische des Zuckerrohrs Rum hergestellt wird. Neben Zucker die zweite Haupteinnahmequelle von Zuckerrohrplantagen.
Erneut strahlt das Bild Ruhe aus, Gelassenheit sogar Freude (an der Arbeit?).

Die Kleidung der Sklaven wirkt nicht elegant aber es sind auch keine Fetzen. Man kann sogar Anzeichen von Individualität in der Kleidung der unterschiedlichen Arbeiter erkennen.

1) Wir haben hier einen, bzw. zwei Küfner. Also qualifizierte, ausgebildete Handwerker. Aber was sehen wir da? Beide arbeiten gar nicht! Und das, obwohl ein Weißer im Raum ist.

Der Ausschnitt zeigt zwei Schwarze, von denen einer lässig an einem Fass lehnt und sich mit einem Zweiten unterhält. Daneben steht ein Schwarzer mit einem Werkzeug in der Hand, der nicht arbeitet sondern ins Zentrum des Raumes sieht, wo ein weißer Gentleman steht.
„Ten views in the island of Antigua“ – The Interior of the Distillery – Ausschnitt

Hier finde ich den Kontrast zum Bild vorher interessant. Alle Sklaven, die kein Handwerk erlernt haben, waren arbeitend gezeigt.
Die ausgebildeten Männer dagegen leisten es sich, nichts zu tun. 1) schaut in den Raum 2) schwatzt mit dem Sklaven, der gerade Wasser ablässt

Die Szene könnte auf zwei Arten interpretiert werden, denke ich. Entweder wird das Signal gesendet, dass auch Sklaven etwas ‚aus sich machen‘ können – also die ur-liberale Botschaft, die man später auch von den Liberalen rund um Dickens in Bezug auf Arbeiter hören wird.

Oder es könnte eine mehr moralisierende Aussage sein, dass den Sklaven der höhere Status auch so ein bisschen zu Kopf steigt und sie ihrer angeblich natürlichen Disposition – Faulheit – nachgeben.

Das Selbstverständnis der Kolonialherren

Diese Szene zeigt möglicherweise Clark selbst oder einen seiner Freunde. Der Weiße im Bild hat, wie der erklärende Text zum Bild angibt, die Aufgabe hat, für eine gleichbleibende Hitze beim Destillationsprozess zu sorgen.

„Ten views in the island of Antigua“ – The Interior of the Distillery – Ausschnitt

Auch das Kind im Bild muss arbeiten – was aber auch auf Arbeiterkinder in England zugetroffen hätte – bekommt aber die (leichte) Aufgabe, für den ‚Feuermann‘ den Nachschub ab Brennstoff bereit zu halten.

Körperhaltung und Ausdruck des Weißen und des Kindes sehen für mich einander zugewand aus. Er wird auf eine Weise dargestellt, die ihn auch körperlich größer wirken lässt, als die Schwarzen um ihn herum. Alles deutet darauf hin, dass er die wichtigste Person im Raum ist.

Ich lese diese Darstellung so, dass er sich als über den anderen stehend wahrnimmt, aber von der Körperhaltung her nicht als Herr, sondern eher als Vaterfigur.

Hier noch die Texte zu Bild 1 und 3.

Meiner Ansicht nach senden diese zehn Bildtafeln die Botschaft in den Kern, also nach England: Es ist nicht so schlimm. Wir sind respektabel. Wir sind keine Monster.

Eigentlich sind wir für unsere Sklaven Vaterfiguren, die sie an der Hand nehmen und ihnen die Führung geben, die sie brauchen.

Die Abschaffung der Sklaverei und die Britanniens vergessene Sklavenhalter

England wird auch die Sklaverei in seinen Kolonien 10 Jahre zwar nicht abschaffen, aber eine Initiative starten, die Sklaven freikauft.

1838 war dann die Sklaverei im gesamten britischen Imperium offiziell abgeschafft. Man kann also, denke ich, sagen, dass ein Verwalter im Jahr 1823 die Zeichen am Horizont deuten konnte und gute Gründe hatte, zu versuchen, die öffentliche Meinung positiv zu beeinflussen.

Durch den Freikauf der versklavter Menschen im britischen Imperium ist ein Archivschatz entstanden, mit Daten und Fakten zu Sklavenbesitzern, die ihre Ansprüche geltend machten. Das waren Menschen, die nie einen Fuß auf eine Insel der Karibik gesetzt haben.

Sie waren quasi Investoren, die Menschen besassen. Manche viele, einige nur einen oder zwei.
Sie hatten auch diese Menschen nie in ihrem Leben gesehen. Sie erwarben sie nur und lebten von dem Einkommen, den die Sklaven auf den Plantagen erwirtschafteten.

Die Daten sind archivalisch erschlossen und online zugänglich.

Beispielsweise kann man so erfahren, dass eine Sarah Arrowsmith 22 Sklaven besass und für deren Freiheit etwas über 500 Pfund erhielt. Und diese Sklaven für sie auf der Plantage „Dick’s Last Shift“ arbeiteten.

Jamaica St Andrew 294 (Dick's Last Shift)
Claim Details, Associated Individuals and Estates

30th Nov 1835 | 22 Enslaved | £522 13s 1d
Claim Details
Claim Notes

Parliamentary Papers p. 44.

T71/915 p. 4: claim from Sarah Arrowsmith, of St Andrews, as owner.

T71/137 p. 9: enslaved persons registered by Sarah Arrowsmith in 1832.
Further Information
Colony
Jamaica
Parish
St Andrew
Claim No.
294
Estate
Dick's Last Shift
Collected by
Grant, Alex. Cray
Uncontested
Yes
Associated Individuals (1)
Sarah Arrowsmith
Awardee
Der Eintrag für Sarah Arrowsmith

Erhalten sind auch Bittbriefe von Sklavenbesitzern, die um eine höhere Auszahlung bitten. Oft besitzen diese nur einen oder zwei Sklaven, oft z.B. von Witwen ererbt, die dann teils die einzige Einkommensquelle darstellen.

Und obwohl das eine verständliche Notlage ist, lesen sich die Briefe, die jede Anteilnahme am Schicksal der Menschen vermissen lassen, sehr gruselig.

Der britische Historiker David Olusoga hat mit der BBC einen Zweiteiler dazu gedreht. Britain’s Forgotten Slave Owners.

Ein kurzes Video über eine ähnliche Bilderserie, wie gerade besprochen, nur aus Jamaika, könnt ihr hier ansehen.

Denn das hatte ich oben nochmal vergessen zu erwähnen: Die Realität der Sklaverei, also, was wir aus anderen Dokumenten wissen, aus Tagebüchern, Berichten, Gerichtsdokumenten, sah komplett anders aus.

Eigentlich wollte ich gerne noch mit einem Anti-Abolitionismus-Pamphlet abschließen, das ich eigentlich haben müsste. Es zeigte Sklaven, die faul im Zuckerrohr herum lange und stellte quasi die Frage, wofür man die faulen Gesellen jetzt echt bezahlen sollte?!?

Leiderleider finde ich es nicht. Aber der Thread ist auch so schon zu lang.

Dabei wäre ich gerne noch zu Indien gekommen, China und vor allem zum Wettlauf um Afrika.

Da gibt es viele Narrative, deren Echo wir heute noch in der Haltung gegenüber Nichteuropäern und Diskussion sehen.

Echos der Kolonialpropaganda

Wenn zum Beispiel ein Harald Martenstein auf einmal auf den Trichter kommt, es wäre vielleicht doch besser, wieder Kolonien einzuführen – anstatt sich mit Geflüchteten im eigenen (übertragenen) Vorgarten beschäftigen zu müssen, dann kommt das nicht von ungefähr.

Sondern das kommt von der Selbstdarstellung nach innen wie außen, dass wir Europäer Unrecht, Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit in anderen Ländern ‚fixen‘ mussten. Während man über Unrecht, Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit im eigenen Land tunlichst eine Decke breitete.

Daher: Vielleicht mache ich weiter, dann mit einem zweiten Thread, vielleicht schon morgen, vielleicht später oder vielleicht gar nicht. Hängt auch vom Interesse ab. Jetzt erst mal: Guten Morgen. 😉

Originally tweeted by Mela Eckenfels (@Felicea) on 8. October 2021.

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RECHNUNGSPRÜFER FRIEDRICH DES WEISEN, 2021. @Felicea Hier auch noch einmal der Hinweis, dass - nachdem um das 9. Jh. der Kirche gelungen war, die Sklavenhaltung von Christen zu verbieten, sich Wismar & Magdeburg zu bedeutenden S(k)lavenmärkten entwickleten: Man fing sie im unchristianisierten Osten. 1/2 ZEUSKE, Sklaverei, S. 808f. @UnglaubigerT [online]. 1 Januar 2021. [Zugriff am: 10 Oktober 2021]. Verfügbar unter: https://twitter.com/UnglaubigerT/status/1446521286885351443
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