Die faulste Art Kritik an Politikern, anderen Personen im öffentlichen Leben oder schlicht Menschen mit einer anderen politischen Einstellung zu üben, ist, es auf eine psychische Erkrankung zu schieben.

Man braucht sich nicht mit Argumenten aufzuhalten. Man muss sich nicht mal bemühen, das Vorhandensein von Argumenten zu simulieren.

Man muss nicht nachdenken — ist eh zu mühsam — und sich nicht nur vielleicht unangenehmen Umständen auseinandersetzen, in denen nicht alles schwarz und weiß ist, sondern fieserweise komplex.

Statt dessen gibt man sich einfach das gute Gefühl, dass die eigene Art zu denken immer ‘normal’ ist und ‘gesund’ oder ‘natürlich’. Daraus folgt dann der Schluss, alle, die nicht so denken, sind automatisch unnormal.

Was unnormal ist, ist natürlich immer schlechter als man selbst und muss eigentlich behandelt werden, damit die Leute auch endlich so denken, wie man selbst und man diese anstrengende Ambiguität nicht mehr aushalten muss.

Deswegen lautet die Lösung: nicht normal, also psychisch krank.

Und damit hat man doch in einem Wort schon alles gesagt, nicht?

Man hat signalisiert, die anderen müssen weg. Die sind doof.

Und bei Leuten, die psychisch krank sind muss man sich auch nicht mehr mir Details und Positionen aufhalten und vor allem …

…. man muss die eigene Haltung, die eigene Einstellung nie kritisch überprüfen.

Das Argument, die Behauptung, alle die anders denken wären psychisch krank soll Widerstand zerschmettern oder umgehen, weil man tief drinnen weiß, dass man nichts zu bieten hat.

Keine Argumente, keine Diskursfähigkeit und erst recht keine legitime Position. Man will seinen Willen haben, ohne Widerstand.

Solche Fragen oder Behauptungen sind das Kennzeichen eines denkfaulen und und unreifen Menschen, ohne Ambiguitätstoleranz, ohne Wissen um politische Vorgänge oder das Interesse, diese zu verstehen.

Eines Menschen, der seine eigenen Emotionen nicht reguliert bekommt, mit der intellektuellen Tiefe einer flachen Pfütze bei 30 Grad im Schatten.

Der nebenbei dabei noch aussagt, was er von Menschen hält, die tatsächlich psychisch erkrankt sind. Diese sind für ihn nicht mehr, als ein Werkzeug Andersdenkende mit Kot zu bewerfen. Dem eigenen, wohlgemerkt.

Ich würde mich freuen, wenn Personen wie der Fragesteller sich Mühe geben könnten, endlich erwachsen zu werden. Das beginnt damit, das Hirn nicht nur zwischen den Ohren zu tragen, sondern es zum sachlichen Diskurs zu nutzen.

Und mit Kot zu werfen sollte man sich spätestens mit 3 Jahren abgewöhnt haben.

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