Info Dieser Beitrag entstand zuerst als Antwort auf der Frage-und-Antwort-Plattform Quora. Er wurde mit allen Fehlern und Tippfehlern ins Blog übernommen. Fehler und Tippfehler in der Frage sind die Fehler des ursprünglichen Fragestellers

Original-Fragestellung: “In der Hoffnung, dass die Pandemie demnächst beendet ist, wie wird die Gesellschaft, Geimfte zu Impfverweigeren, dann miteinander umgehen?”


Das Problem ist nicht und war nie nur das Impfen.

Das Problem begann – wenn wir ganz ehrlich sind – meist Jahre vor dieser Pandemie, denn was im Ende zur Impfverweigerung führte sind Persönlichkeitsmerkmale und Einstellungen, die auch vorher bereits zu Tage getreten sind.

Wie zum Beispiel eine starke Wissenschaftsfeindlichkeit, Egoismus und Entitlement.

Von daher würde die Impfverweigerung erst mal keine Rolle mehr spielen, aber die nächsten Reibungspunkte sind bereits vorprogrammiert.

Beispielsweise war ein Großteil der Impfverweigerer vorher auch generell Maßnahmenverweigerer. Also Menschen, die nicht mal in Anwesenheit von Angehöriger von Risikogruppen Masken aufsetzen wollten. Weil es, in ihrer Sichtweise, ja nicht ihr Problem wäre, sondern das der Anderen.

Diese fehlende Solidarität, auch nur den kleinsten persönlichen Mißkomfort zu akzeptieren, um andere zu schützen, wird auch in Zukunft im gemeinsamen Miteinander zum Problem werden.

Ein solches Verhalten ist schlicht nicht gesellschaftsfähig.

Viele verweigerten Maßnahmen auch, weil ihrer Sicht nach die ganze Pandemie ohnehin nur ein Problem von Vorerkrankten sei und man sie deswegen damit nicht belasten solle. Mit einem Beigeschmack von Eugenik, dass es um Vorerkrankte ohnehin nicht schade sei.

Freiheit, aber nur für sie und der Tod ist gerade gut genug für jene, die ihrer Freiheit im Wege stehen.

Wir können uns nicht auf diese Menschen verlassen, wenn es darum geht uns viel größeren Problemen als der Pandemie zu stellen, nämlich dem Klimawandel. Auch hier wird die Wissenschaftsfeindlichkeit eine Rolle spielen. Die Netzwerke der Desinformation haben sich während der Pandemie gebildet und werden für Aktionen gegen Maßnahmen gegen den Klimawandel reaktiviert werden.

Sie werden bereits wie in der Pandemie nicht auf ihre Privilegien wie den jährlichen Flug in den Urlaub verzichten wollen und die Politik wird ihren Widerstand als Begründung nutzen, der Industrie keine Vorschriften machen zu müssen.

Es wird eskalieren, wenn die ersten Klimaflüchtlinge zur Realität werden, denn dann geht es endgültig um knappe Ressourcen.

Feuerwehr, THW etc. und medizinisches Personal berichten die vergangenen Jahre immer häufiger davon, während Einsätzen angegriffen und beleidigt zu werden. Und zwar nicht (nur) von betrunkenen Rowdies, sondern immer öfter von Menschen aus ‘der Mitte der Gesellschaft’ die sich persönlich durch ihre Einsätze belästigt und behindert fühlen.

Wie die Frau, die hier vor zwei Wochen versuchte einen Rettungswagen wegzufahren, weil er ihr im Weg stand. Während die Besatzung hinten im Wagen versuchte einem Menschen das Leben zu retten. Dieser schockierende Egoismus, dieses Entitlement immer zuerst zu kommen, nimmt vielleicht nicht zu, aber mehr Menschen handeln danach.

Das Maß, in dem Empathie abnimmt – aber um so lauter für sich selbst eingefordert wird – ist erschreckend.

Das ist ein übergreifendes Problem, das wir im Moment nur “Impfverweigerung” nennen, und das von Impverweigerern mit scheinbar ‘logischen’ Begründungen verteidigt wird. Die, wenn man genauer hinsieht, intellektuell und menschlich unredlich sind.

Dieses Problem wird sich nach der Pandemie eine neue Form suchen, aber es wird nicht weggehen.

Davon abgesehen wird diese Pandemie mindestens auf 5 weitere Jahre hinaus Schockwellen spürbar machen. Das Thema Impfverweigerung ist noch lange nicht durch.


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