Mir scheint, es hat sich in der Gesellschaft ein Bild von Virologen entwickelt, dass sie so ein bisschen als Schisser darstellt. Als Leute, die mahnen, auch wenn es doch gar nicht so schlimm ist.

Als Leute, die sich auch gerne mal wichtig machen.

Daran hat garantiert auch das Framing von Wodarg und Co einen gewissen Anteil.

Vielleicht lohnt es sich, sich in Erinnerung zu rufen, dass Virologen sich, mit ein bisschen Kunststoff zwischen sich und der Umwelt, in Räume mit möglicherweise tödlichen Viren begeben. Als Beruf. Über Jahre oder Jahrzehnte hinweg. Immer wieder.

Wenn es man Berufsgruppen aufzählen wollte, für die das Überwinden einer gesunden Angst den Alltag darstellt, dann sind Virologen auf jeden Fall Teil dieser Aufstellung.

Wenn also ein Virologe Luft einzieht, dann ist das kein Moment, in dem man ‚die übertreiben schon wieder‘ denken sollte. Das ist ein Moment, in dem man eine gewisse, dem Überleben zuträgliche Angst entwickeln sollte.

Wenn ein Mensch zu mir sagen würde „Renn!“, würde ich vermutlich nachfragen, wieso. Würde es ein Virologe zu mir sagen, vermutlich hätte ich die beste Rundenzeit meines Lebens.

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